Alle Jahre wieder – der Haushalt!

Haushalt erklärt! Der wird am heutigen Abend verabschiedet. Was fällt auf beim Blick in das Zahlenwerk der Ortsgemeinde Hochstetten-Dhaun (eingestellt unter https://www.kirner-land.de/ortsgemeinden/hochstetten-dhaun / Satzungen)? Einer guten alten Tradition folgend, will der der Blog nach und nach einzelne Eckpunkte näher vorstellen und sogleich mit dem äußerst umstrittenen und deshalb viel diskutierten Arztpraxis-Konstrukt beginnen. „The same procedure as every year?“ Aber Hallo! „Gelebte Vetternwirtschaft“, attestierte der Bund der Steuerzahler seinerzeit in seinem Fazit. Alles zwar bekannt, und mittlerweile abgedroschen, aber dennoch ein Jahresgedächtnis in der Endlosschleife wert.

Analog diesem, hier nochmals die aktuellen Zahlen und Fakten aus dem Haushalt 2022 zusammengefasst, damit diese im Bewusstsein bleiben: Die lassen sich ja prima aus dem Entwurf herausarbeiten. Und der ist bekanntlich öffentlich. Demnach zahlt der Arzt jährlich 21.000 Euro Miete an die Ortsgemeinde. Monatlich sind das fast schon schamlose 1750 Euro (ohne Nebenkosten), die somit an die Ortsgemeinde fließen. Zum Vergleich, der ortsübliche Marktmietspiegel beträgt nicht einmal die Hälfte. Die Ortsgemeinde wiederum, ist auf Jahre hin Mieter beim Sohn des Bürgermeisters. Der bekommt 17.500 Euro im Jahr überwiesen. Das sind monatlich stolze 1458 Euro. Die Differenz von 3500 Euro dürfte in die Tilgung der Investitionskosten fließen (Interpretation der einzelnen Positionen ohne Gewähr).

Der Deal sah weiterhin vor, dass der Eigentümer bestellte und die Ortsgemeinde brav bezahlte. Geschickt eingefädelt! In Zahlen ausgedrückt waren das 100 000 Euro, die man seinerzeit auf den Tisch legen musste, um die unfertigen rohbauähnlichen Praxisräume herzurichten. Dass das im Normalfall der Eigentümer hätte stemmen müssen – geschenkt. Was war bei dieser Provinzposse schon normal. Dennoch, sei diese Rechnung mal rein ökonomisch aufgemacht: Der Eigentümer bekam über die Ersatzvornahme für die Sanierung quasi 100.000 Euro von der Ortsgemeinde „geschenkt“. Dazu kommen jetzt schon drei Jahresmieten. Zusammengenommen sind das 152.000 Euro plus bisher. Und so weiter und sofort – bis zum Sankt Nimmerleinstag.

Die Art und Weise des Prozederes rührt noch immer an dem Grundverständnis vieler Menschen von Politik, deren Argwohn ein solche Gebaren, das hinter verschlossenen Türen parteiübergreifend vorbereitet wurde, längst geweckt hat. Das wahrgenommene Geschmäckle, wird sich niemals so ganz abschwächen. Schon gar nicht, wenn der „Welterklärer“ regelmäßig daran erinnert.

Die Serie Haushalt wird fortgesetzt!

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