Gewerbliche Leerstände gesucht!

Gewerbliche Leerstände gesucht! Erneuter Aufruf im Mitteilungsblatt. Der Verbandsgemeinde Kirner Land ist es offenbar ein Anliegen, die Rolle als Vermittler zwischen Vermietern und möglichen Interessenten einzunehmen. Dass man nur sehenden Auges durch die Innenstadt laufen muss, um Schwachstellen und Leerstände zu erkennen und zu katalogisieren– geschenkt. Es schadet ja nicht über das VG-Organ einen Aufruf zu starten. Kirn warb und wirbt mit seinen Einkaufsmöglichkeiten. Doch der Leerstand ist unübersehbar. Gerade in der Innenstadt wird nahezu jedes vierte Geschäft nicht mehr genutzt. Der Steinweg steht dafür exemplarisch. Das trübt nicht nur das allgemeine Bild, sondern schränkt auch das Angebot für Stadtbesucher massiv ein. Keine Frage, Kirn ist überall. Der Verbandsgemeinde ist diese negative Entwicklung, die sich nach Ende der Pandemie noch steigern dürfte, offenbar ein Dorn im Auge. Anders lässt sich der Aufruf, noch dazu auf dem Titelblatt, nicht erklären. Man sieht sich sowohl im Sinne der Vermieter/Verkäufer, als auch den Interessierten in der Vermittler – beziehungsweise Unterstützer-Rolle.

Mehr noch: Die Verwaltung hebt leerstehende Objekte auf die Homepage der Verbandsgemeinde Kirner Land. Auf den ersten Blick klingt das nach einer echten Hilfestellung sowie kostenloser Werbung. Doch der Schein trügt! Fakt ist, man muss selbst aktiv werden, sich kümmern, Gespräche suchen, Leerstandregister pflegen und, und, und. Kurzum, man muss selbst die Kümmerer-Rolle einnehmen und Initiative ergreifen. Proaktiv agieren ist der Schlüssel zum Erfolg. Vom Schreibtisch aus lässt sich eine solche Offensive allerdings kaum verwirklichen. Wahr ist, jede Hilfestellung bei der Vermittlung von Leerständen, Lagerflächen oder Bauplätzen ist wünschenswert. Wahr ist aber auch, die Verbandsgemeinde müsste umtriebig sein und in diesem Verfahren als Impulsgeber und Initiator fungieren.

Selbst den Hut aufsetzen, statt sich zuarbeiten lassen – so wird ein Schuh daraus. Notfalls müssen die Angestellten eben Klinken putzen, Gespräche suchen, Kontakte herstellen sowie in eigener Regie Lösungen erarbeiten. Die VG müsste ein Leerstandskataster nicht nur unterhalten, sondern auch aktuell halten und katalogisieren. Es braucht einen Kümmerer! Am besten jemanden, der mit Phantasie und Kreativität ausgestattet ist. Blöd nur, solche Eigenschaften findet man in Amtsstuben nur selten. Erinnert sei in diesem Zusammenhang an das vergangene Wort zum Sonntag. Verwaltung verwaltet. Gestalten gehört nicht unbedingt zum Aufgabenbereich. Schade, denn dort müssten die Fäden zusammenlaufen, nicht umgekehrt. Scheut man etwa die Mehrarbeit? Nur mal eben sich durch einen Aufruf anbieten, ist dem Blog zu wenig. Neue Ideen sind gefragt. Hat das zuständige Dezernat diese zu bieten?

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