Ja, ist denn heut‘ schon Weihnachten!

Frohe Botschaften bringen die Politiker immer persönlich vorbei. Sie wissen schon, wegen der schönen Bildchen bei den Scheckübergaben sowie den Lobeshymnen in den Zeitungen danach. Blöd nur, der Öffentliche hatte ausnahmsweise mal keine Zeit, als Dr. Dennis Alt – wie in der Vergangenheit schon so oft – in Weihnachtsmann-Manier im Kirner Land aufschlug. Förderbescheide in einem Umfang von rund 29.000 Euro hatte der Staatssekretär an Hans Helmut Döbell übergeben. Mit der Kohle soll vor allem die Dorfmoderation und die Fortschreibung des Dorferneuerungskonzeptes in Hochstetten-Dhaun ermöglicht werden. Gute Nachrichten zum Wochenstart für das Dorf und einen Bürgermeister, der sich bei seinem Dankeschön sicherlich tief zu verneigen wusste. Dass man die Zusagen für den Betrag auch mündlich am Telefon bestätigen oder einfach mit der Post, alternativ per Mail, hätte auf die Reise schicken können – geschenkt. Allerdings wäre dann ja der inszenierte Show-Auftritt futsch gewesen.

Politiker, insbesondere die in Verantwortung im fernen Mainz, sonnen sich halt gerne bei solchen Anlässen und fahren dafür auch mal durchs Ländle. „Schaut her, was wir für Euch alles Gutes tun,“ schallt die Botschaft sodann ins Kirner Land hinaus. Weiter: Jeder soll wissen, dass die Landesregierung an der Seite der Menschen steht. Wo denn auch sonst? Stets im Hinterkopf der Überbringer, ist ein nicht zu unterschätzender Werbe-Faktor sowohl für sich selbst, als auch den eigenen SPD-Kandidaten. Rein zufällig finden am kommenden Sonntag die Wahlen zum Bundestag statt. Oberpeinlich dieses Gehabe.

Zum Fremdschämen! Fällt der mündige Bürger darauf herein? Wohl kaum! Eher die kommunalen Politiker-Größen, die sich regelmäßig in gebotener Demut bedanken müssen. Ohne einen „Kniefall“ läuft man halt Gefahr, bei zukünftigen Anträgen nicht mehr im gewünschte Maß berücksichtigt zu werden. Die Abhängigkeit lassen sich die Mainzer Entscheider halt mit inszenierten Show-Auftritten bei Scheckübergaben, inklusive bunten Pressebildchen, bezahlen. Letzteres fällt ja nun aus. „Leider haben die örtlichen Zeitungen keine Vertreter entsenden können“ – ließ Alt über facebook wissen. Gut so! Den Lesern bleibt zumindest diese eine Scheckübergabe erspart.  

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