Eine scheinbar unendliche Geschichte: Das Dorf, das nicht genannt werden darf!

Pst! Leise! Man darf nicht so geräuschvoll über das vogelwilde Ortschaft im Kirner Land sprechen. Ja, Simmertal ist aufgebracht und daher in aller Munde. Überall ist das Dorf, das lieber nicht genannt werden sollte und in Anlehnung an die Harry Potter Filme umgangssprachlich lieber in die Anrede „Ihr wisst schon welches“ umgewidmet gehört, Thema Numero eins. Boah, da ist aber was gebacken. Gegendemo zur Ursprungsdemo. Wie wäre es mit einer Gegendemo zur Gegendemo? Wer startet die nächste Initiative? Vielleicht kehrt ja dann der Ursprungszustand zurück? Unentschieden 80 zu 80 titelte der Öffentliche Anzeiger unter der Woche. Beide Parteien waren demnach gleichstark vertreten. Wer hat den längeren Atem? Um in der Zeitungssprache zu bleiben, wer wird als Sieger vom Platz oder besser formuliert von den Straßen hervorgehen? Findet sich ein Wettanbieter? Nächste Gelegenheit am kommenden Dienstag. Und so weiter und so fort!

Wenn es nicht so traurig wäre, müsst man laut loslachen. Die Tourismusförderer jubeln schon heimlich, weil sich in Simmertal eine neue „Protest-Traumschleife“ etablieren könnte. Spaß beiseite, die haben alle den Schuss nicht gehört. Und mit alle sind alle gemeint, sowohl die in der allgemeinen Wahrnehmung als „böse“ geltenden „harmlosen“ Wölfe in den Schafspelzen, als auch die darauf überzogen reagierenden „guten“ Gutmenschen mit zum Teil neurotischen Anlagen. So kann man als Ort auch Berühmtheit erlangen. Traurige wohlgemerkt. Verrückte Zeiten sind das gerade. Es besteht die Gefahr, dass die Proteste mit zunehmender Dauer ausufern könnten. Wäre nicht das erste Mal, dass, wenn zwei Parteien ständig und beharrlich in ihren Argumenten aufeinandertreffen, Konfliktpotenziale entstehen. Erfahrungsgemäß zeigen die sich dann in Beleidigungen, Handgreiflichkeiten oder Sachbeschädigungen.

Und das in einem kleinen Dorf, völlig abseits der großen Politik, dessen Namen daher lieber nicht genannt werden sollte. Gesucht wird der Knopf, der der leidigen Angelegenheit ein abruptes Ende setzt. Nur, wer soll den drücken? Die Fronten sind verhärtet, nicht zuletzt auch deshalb, weil sich die führenden Köpfe als Sturköpfe präsentieren. Ein mäßigender und gelassener Moderator ist weit und breit nicht in Sicht. So wird also weiter demonstriert werden. Leidtragende sind vor allem die Polizeikräfte. Angesichts der Umstände müssen die sich im falschen Film wähnen, weil sie für Spaziergänge in der Provinz geballt aufschlagen müssen. Ein Dorf kommt nicht zur Ruhe. Die nächste Demo kommt bestimmt. Fazit: Ein stückweit ist die momentane Konstellation hausgemacht.  

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.