Das Wort zum Sonntag

Beschiss bei der Abrechnung von Corona-Tests! Die Betrugs-Schlagzeile ist bei weiten keine Überraschung. Boah, die sorgt gerade für mächtig Wirbel. Warum? Laxe Vorschriften eröffnen den schwarzen Schafen ungeahnte Möglichkeiten. Kontrolle, gleich null! Umgebaute Arenen, Diskotheken, Fitnessstudios: Bundesweit können Unternehmer mit privaten Corona-Testzentren einfach und schnell Geld verdienen, denn medizinisches Personal brauchen die Betreiber nicht. Nach kurzer Schulung dürfen alle mit langen Tupfern Proben aus dem Nasen-Rachen-Raum entnehmen und auswerten – Zertifikate inklusive. Bisweilen wirken Testzentren als alternative Geschäftsmodelle in Pandemie-Zeiten. Wilder-Corona-Test-Westen auch im Kirner Land? Nun, das Testzentrum unter dem Dach der Verbandsgemeinde dürfte save sein. Kaum vorstellbar, dass unter den Augen der Behörde gepfuscht wird.

Rein ehrenamtlich hingegen geht die Betreiberin des Bowlings Centers in Hochstetten-Dhaun vor. Die bekommt aus rein formellen Gründen und womöglichen Konflikten mit ihrem Gaststättengewerbe nicht einen müden Euro für ihre Dienstleistung, und dies, obwohl sie eine Leistung erbringt. Im Gegenteil: Die legt derzeit mit jedem Test sogar drauf. Dennoch, für die arg gebeutelte Gastwirtin ist es eine Win-win-Situation, weil sie sich eine Belebung des Biergartens gleich nebenan verspricht. Die Sorgen haben die „Helden“ vom DRK nicht. Die Schlagzeile widmete der Wochenspiegel unter der Woche den Helfern von Kirn und anderswo. Dem Blog ist das jedoch zu viel der Verehrung für eine Leistung, die sich der Bund was kosten lässt. Das DRK bekommt für jeden Test 18 Euro. Bisher dürfte da ein hübsches Sümmchen im fünfstelligen Bereich, alleine in Kirn, zusammengekommen sein. Keine Frage, hier wird richtig, richtig viel Geld verdient. Daher ist die stets heldenhafte Verpackung, von einer rein ehrenamtlichen Tätigkeit, irreführend und so nicht korrekt.

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