Wegen Fehlplanung: Zwei „Sahne-Bauplätze“ wegen augenscheinlicher Unbebaubarkeit umgewidmet?

Die beiden untersten Bauplätze am Ende der Sackgasse waren so etwas wie die Filet-Stücke des gesamten Baugebietes „Unter dem Flurweg – Langewann“ in Hochstädten. Doch Fehlplanungen bei der Verlegung der Versorgungsleitungen machten sie als Bauland zäh und nach menschlichen Ermessen unverkäuflich. Wer jedoch meint, der auf der Hand liegende Lapsus in den VG-Planungsbüros hätte zu einem Aufschrei oder gar Konsequenzen geführt, der sieht sich getäuscht. Aber sowas von! Finde den Fehler: Sowohl der finanzielle, als auch der Image-Schaden für die Ortsgemeinde ist nicht wegzudiskutieren. Kann die den Ertrag zweier Bauplätze abschreiben? Insgesamt waren sechs vorgesehen. Übriggeblieben und bebaut sind bisher vier. Ende und Aus? Mehr Häuser werden es wohl nicht werden. Eine der beiden nicht bebaubaren Fläche konnte die Ortsgemeinde jetzt doch noch zum marktüblichen Quadratmeter-Preis verkaufen. Der neue Eigentümer hat diese jetzt eingezäunt und zu einer reinen Wiesenfläche zurückentwickelt. Schwein gehabt, denn den vollen Preis für unter dem Strich nicht zu bebauendes Land zu bezahlen, macht gewiss nicht jeder. Wer will nochmal, wer hat noch nicht? Die Nachbarparzelle ist noch zu haben.

Rückblick: Wie steht es doch immer so logisch und erfrischend in SPD-Wahlprogrammen vor jeder Kommunalwahl: „Wir binden die Fachkompetenz unserer Ortsgemeinderats-Mitglieder bei wichtigen Entscheidungen mit ein“. Nicht immer! Was hat sich der ausgewiesene Bau-Experte Hans-Jürgen Bauer den Mund fusselig geredet, als er dafür warb, den Kanal im Baugebiet „Unter dem Flurweg- Langgewann“ in Richtung Nahe zu verlegen. Seine Fachkompetenz stieß seinerzeit jedoch auf taube Ohren. Das Ergebnis: Die Rohre laufen in die falsche Richtung. Punkt! Folglich mussten die Bauplätze links und rechts der Sackgasse von den Bauherren massiv aufgefüllt werden, um Straßenniveau zu erreichen. Unnötige Mehrkosten, die von vornherein hätten eingespart werden können.

Diese Art von vermeidbaren Höhenunterschieden sind weder sinnvoll, noch so ohne weiteres im Bau-Budget einkalkuliert. In dieser Konstellation mussten Bauherrn zum Teil meterhohe zusätzliche Aufschüttungen vornehmen. Die sind aber zwingend notwendig geworden, um das jetzt erhöhte Straßenniveau überhaupt erreichen zu können. Was so etwas kostet, davon wissen die Bauherren der vorderen Plätze ein Liedchen zu singen, wenngleich deren Maßnahmen bei weitem nicht so gravierend ausfielen, wie das bei den beiden letzten Flächen der Fall gewesen wäre. Die schönsten wurden unverkäuflich und jetzt vom Markt genommen.

Unverständlich, dass man sehenden Auges so einen Bockmist verzapfte. Die Warnungen wurden im Vorfeld ausgesprochen, jedoch ignoriert. Die Ortsgemeinde wies sechs Plätze aus. Zwei werden nicht bebaut. Ein Drittel Verlust ist keine gute Quote. In Zahlen ausgedrückt, kommt da ein hübsches Sümmchen zusammen, das man in Teilen wohl oder übel abschreiben wird müssen. Tipp: Im Sinne der Steuerzahler wäre es unbedingt angezeigt, bei den nächsten Baugebieten richtige Experten mit den Planungen zu beauftragen. Keine Nebelkerzen, vielmehr richtige Fachleute, die ihr Handwerk auch verstehen. Und wenn die unter dem Dach der Verbandsgemeinde nicht zur Verfügung stehen, dann sollte man sich externe Hilfe holen. Mit Blick auf das jetzt ins Visier genommene Baugebiet „Scheiberling“ in Hochstetten kann einem ja Angst und Bange werden. Was da wohl wieder alles schiefgehen wird.