Wo ist der Haken? Günstiges Schranken-Angebot irritiert die Stadt!

„Bald wird die Fläche Parkdeck asphaltiert – und damit wird der Alptraum für Schotter-Parker endlich beendet! Kaum hatte der Stadtrat das Parkhaus-Projekt beerdigt, klingelte auch schon das Telefon im Bürgermeister-Zimmer. „Ich wollte meinen Ohren kaum trauen, als mir die Diakonie ihr absolut neuwertiges Krankenhaus-Schranken-System offerierte“, informiert Frank Ensminger. Fürwahr, eine gelebte christliche Geste! Wenn’s läuft, dann läuft’s! Erst richtig, richtig Geld sparen durch den Parkhaus-Verzicht und obendrauf ein Leit- und Bezahlsystem für umme –  Ensminger kann sein Glück noch immer nicht wirklich fassen. Sogleich informierte der seinen Stadtrat über den Coup, wohl auch deshalb, weil durch die Einsparungen sogar die sonst so flinke Rathaus-Schuldenuhr sofort ins Stottern geriet. Ein Novum in der jungen Stadtgeschichte. Auf die hat der Stadtchef, seit seinem Amtsantritt, stets seinen messerscharfen Blick gerichtet.

Keine Frage, Kirn hat einen Lauf. Zwei nigelnagelneue rot-weiß gestreifte Schranken, dazu noch ein in blau gehaltener Ticketautomat obendrauf – was will ein neuer Bürgermeister mehr. Noch dazu mit dem Versprechen der Diakonie als Bonus obendrauf, wonach die Schrankenanlage im Probelauf am Krankenhaus restlos überzeugen konnte. Wir trennen uns zwar nur ungern von der allzeit sprudelnden „Geldquelle“, so die Vorstände, aber wir wollen auf diese Art und Weise mit dazu beitragen, die Tränen von Parkhaus-Befürwortern zu trocknen. „Was für ein Akt der Nächstenliebe, die wir letztlich alle durch die Stiftung erfahren,“ urteilt einer, der sich über die Großzügigkeit noch immer in Ergriffenheit und Dankbarkeit übt. Daher werde er sowie auch die Mitglieder der Stadtratsfraktionen über den einzigen Haken der großzügigen Schenkung ebenso großherzig hinwegsehen.

Die Schranken lassen sich nämlich nicht senken, verharren für eine freie Durchfahrt stets in senkrechter Stellung. Bei der damaligen Anschaffung unterlief der Diakonie offensichtlich ein kleiner Lapsus, indem man vergaß, Technik und Mechanik mit zu ordern. Kann ja mal passiern in der Hektik. So konnte selbst der tugendhafteste Parker seine Parkmünzen hier nicht loswerden. Seither gilt der Parkplatz am Krankenhaus als so etwas wie ein Symbol für Großmut. Bevor der jetzt zur Pilgerstätte mutiert, will man sich vorsichtshalber von der Schrankenanlage trennen. Nun liegt es also an der Stadt, den hierfür notwendigen Nachrüstsatz für die Hebe-Senk-Funktion anzuschaffen, um letztlich die einzige Bedingung der Diakonie für die Schenkung zu erfüllen: Die wünscht sich einen schriftlichen Erfahrungsbericht über ein funktionierendes Parksystem im Dauerbetrieb, damit sich bei zukünftigen Bestellungen und Einbauten ähnliche Pannen und Peinlichkeiten nicht wiederholen.