Wird im Stadtrat das Parkhaus endgültig begraben?

Hurra, der Stadtrat tagt mal wieder. Mit dem gebotenen Abstand natürlich. Es sind schon merkwürdige Zeiten gerade, wenn Alltagspolitik von vielen regelrecht herbeigesehnt wird. Merkwürdig ist auch die Geheimniskrämerei um die Position des Zweiten Beigeordneten. Der externe Wirtschaftsexperte Dirk Möller wurde nicht von allen als Alternativ gesehen, und dies, obwohl seine Qualitäten und Erfahrungen der handelnden Personen an der Stadtspitze gewiss gut getan hätten. Ein Berater, für den in der großen Politik richtig viel Kohle auf den Tisch gelegt wird war auf freiwilliger Basis zu haben. Dem Vernehmen nach hatte sich der ehemalige SIMONIANER sogar selbst angeboten. In Vorgesprächen fiel der allerdings gnadenlos durch. Finde den Fehler?

Offensichtlich bei der SPD, die mit Michael Kloss einen eigenen Kandidaten präsentieren. Wohl auch bei der CDU, die Kloos unterstützen wird. Das Abstimmungsverhalten wird es sicherlich zeigen. Eine Hand wäscht eben die andere. Alles legitim. Keine Frage Kloos wird gewählt. Insgesamt betrachtet, hat der Stadtrat in dieser Frage kein professionelles Bild abgegeben. Wenn man schon einen Kandidaten ins Spiel bringt, über diesen intern verhandelt und dann anonym ins Schaufenster der Zeitung stellt, dann sollte man auch Ross und Reiter benennen. Punkt! Gehört sich einfach so. Was ist sonst noch von Interesse? Die vorab veröffentliche Tagesordnung ist ellenlang – viele Formalien.

Spannend verspricht lediglich noch die Diskussion über das Parkdeck. Blog-Prognose: Die unendliche Geschichte erfährt eine Vollbremsung. Zur Erinnerung, das Parkhaus ist in erster Linie ja das Baby von SPD und FWG. Haben beide Fraktionen das Projekt wirklich noch auf dem Zettel? Kaum vorstellbar! Selbst wenn der Wunsch nach wie vor vorhanden sein sollte, dürfte der Traum jetzt endgültig ausgeträumt sein. Warum? Kirn wird die finanziellen Folgen der Corona-Krise mit Wucht treffen. Das Mittelzentrum wird jeden Cent zweimal umdrehen müssen. Angesichts der zu erwartenden Einbußen, scheint jetzt überhaupt fraglich, ob man die Fläche oder anders formuliert löchrige Parkdeck-Schotterpiste zeitnah ordentlich wird herrichten und befestigen können.

Diesbezüglich ist mehr Eile geboten denn je. Denn Zuschüsse werden zukünftig sicherlich nicht mehr so schnell fließen wie es vor Covid-19 noch der Fall war. Von daher, wird man in der Sitzung das Projekt Parkhaus vorläufig begraben. Irgendwie wird man den Beschluss so formulieren, dass keiner sein Gesicht verliert. Corona hat auch seine guten Seiten. Das Parkhaus ist spätestens nach der Sitzung tot, es lebe das dezentrale Parksystem! Zurrt es mit allen Eckdaten flugs fest. Am besten sofort! Nicht, dass Mainz den Geldhahn zudreht.