Was hat Meisenheim, was Kirn nicht hat?

„Das Land Rheinland-Pfalz und die Diakonie legen sich nach zähem Ringen auf ein Modell fest, das den Erhalt des Kirner Krankenhauses auf Dauer garantiert.“ Mehr noch: Land und Träger einigen sich auf ein erweitertes medizinisches Versorgungs-Spektrum am Rande der Stadt. Mehr Leistungsfähigkeit, mehr Fachabteilungen, mehr Alleinstellungsmerkmal, mehr Ärzte, mehr Personal, mehr Betten – Ziel ist es, den Status Akut-Krankenhaus im Sinne einer unentbehrlichen Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum wieder herzustellen, um dadurch parallel auch die notwendige Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten.“ Geht runter wie Öl, die fiktive Schlagzeile!

Zugegeben, diese Pressemitteilung muss erst noch verfasst werden. Der angestrebte Deal hat der Blog den Verantwortlichen untergejubelt. Selbstredend ist der möglich. Man muss ihn halt nur wollen. Dass ein kleines Krankenhaus existieren kann, zeigt der Blick nach Meisenheim. Unter ähnlichen Vorzeichen wurde dort vor Jahren ein Krankenhaus komplett neu aus dem Boden gestampft. Träger ist das Land Rheinland-Pfalz. Das stemmte stemmte zum größten Teil die Baukosten aus Mitteln des Krankenhaus-Finanzierungsgesetzes. Im Gegensatz zu Kirn schreibt das Krankenhaus jedoch keine roten Zahlen, trägt sich Dank eines weitreichenden Konzeptes selbst. Zweifel am Standort kommen hier nicht auf.

Daher ist die Zeit reif, dass Diakonie und Land gemeinsam ein erfolgreiches Geschäftskonzept, speziell für Kirn entwickeln. Dafür braucht es vor allem die Entschlossenheit der Diakonie, die leider angezweifelt werden muss. Deren Bemühen wirkt irgendwie immer vorgespielt. Alle Fakten müssen auf den Verhandlungstisch. Ein Ausweg: Stärkere Arbeitsteilung und Spezialisierung. Ob jedoch alle Verantwortlichen für den großen Wurf in enger Zusammenarbeit mit den Kliniken drumherum bereit sind? dabei könnte eine engere Vernetzung aller Kliniken in der Region die Lösung bedeuten. Positive Signale aus Mainz und Bad Kreuznach, gemeinsam zu einer tragfähigen Einigung kommen zu wollen, sind zumindest ein Fingerzeig in die richtige Richtung. Den Menschen ist egal wie der Deal eingefädelt wird, Hauptsache das Krankenhaus bleibt, und zwar so, dass es diesen Namen verdient.

„Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“! In Zeiten einer von der Politik bewusst vorangetriebenen Schließungswelle, gerade kleinerer Kliniken auf dem Land, wird das ein ganz dickes Brett. Gut, dass die Bohrer der BI scharf geschliffen sind. Schade, dass Kirn keine so starke Magnetwirkung auf die große Politik ausstrahlt wie Meisenheim. Die Frage muss erlaubt sein, ohne die Häuser gegeneinander ausspielen zu wollen. Wie jedoch Mitarbeiter dort berichten, drückt sich die komplette SPD-Riege, inklusive Gesundheitsministerin Sabine Bätzing Lichtenthäler – überdies unter maximaler Selbstbeweihräucherung – regelmäßig oberhalb des Glans die Klinke in die Hand. Klar, ist ja auch Ihr Baby, das es groß zu ziehen gilt.