Über Wahl-Podium, Arztpraxis-Erinnerung, Parkhaus, Coronavirus und Kirner Krankenhaus, Wahlmüdigkeit…

Wie tief die Gräben unter den Fraktionen des Kirner Stadtrates mittlerweile klaffen, verdeutlichte eine Aussage des SPD-Stadtratsmitgliedes Jürgen Simon während der Podiums-Diskussion. In Stammtisch-Manier fragte er doch allen Ernstes, wie ein Bürgermeister Frank Ensminger gegen die Übermacht der SPD im Stadtrat überhaupt regieren wolle. Sein abfälliger Tonfall bei diesem denkwürdigen Statement war nichts anderes als eine Ansage: „Wenn du es wirst, werden wir Dich boykottieren“. BASTA! Dass ein Stadtratsmitglied sich derart despektierlich einem Bürgermeister-Kandidaten gegenüber enttarnt und sich gleichzeitg als fast schon hasserfüllter Verweigerer outet, ist moralisch unterirdisch und in der Schärfe dann doch überraschend. Übertragen auf die komplette SPD, als deren Sprachrohr er sich ja gerne versteht, heißt das Signal im Falle eines Bürgermeisters Ensminger nur eines: VOLLKONFRONTATION. Das lässt tief blicken. Scheinbar geht es dem Platzhirschen in erster Linie nicht mehr unbedingt um die Belange der Stadt, vielmehr um die Auseinandersetzung mit einem unliebsamen Gegner. Wie kleingeistig muss man sein, eine solche verantwortungslose Einstellung dann auch noch offen und ohne Scharm zur Schau zu stellen. Logisch, dass Buhrufe den Saal erfüllten. Was ist nur aus der einst so angesehenen SPD geworden? Wie tief muss man sinken, wenn man sich derart in persönliche Grabenkämpfe verstrickt, anstatt mit verantwortungsvoller Kommunalpolitik auf sich aufmerksam zu machen?

Was ist sonst noch vom Wahl-Podium in Erinnerung geblieben? Wird überhaupt etwas in Erinnerung bleiben? Schließlich war die Resonanz unterirdisch. Die Neugier von nur knapp 30 Kirnern zeugt von Desinteresse oder Wahlmüdigkeit. Hallo, aufwachen. Am kommenden Sonntag seid ihr alle (noch) zur Wahl aufgerufen. Nehmt die Gelegenheit wahr und wählt euren Bürgermeister. Trommeln ist angesagt, damit die Wahl nicht als Desaster endet. Jetzt erstrecht! Kirner, kommt aus dem Quark. CDU oder FDP – wer wird am Ende gewinnen? Programmatisch sind beide gar nicht so weit auseinander. Beide eint, dass sie gegen ein Parkhaus sind. Die Kröte müssen SPD und FWG jetzt schon schlucken. Apropos SPD. Beim Platzhirschen stellt sich mehr denn je die Charakterfrage. Noch vor einem halben Jahr hat Mit-Strippenzieherin Hermes dafür gesorgt, dass SPD-Urgestein Peter Wilhelm Dröscher ausgebootet worden ist. Diejenigen, die noch heute massiv unter dem „Putsch“ leiden, werben jetzt mit Bildern und der Unterzeile „Christa wählen“. Wie passt das bitteschön zusammen? Steckt Kalkül hinter der Aktion oder ist der Partei einfach nur die letzten Funken an Haltung und Anstand abhandengekommen? Antworten erhofft sich der „Satire-Clown“ vom Dauer-Kommentar-Schreiber.    

Die Kinderserie „die Sendung mit der Maus“ ist aus mehreren Gründen so beliebt – da gibt es den Maulwurf, Käpt’n Blaubär oder die Maus selbst. Wissensvermittlung, beispielsweise über die Herstellung oder Funktionsweise von Alltagsgegenständen gehören ebenso in jede Sendung wie das Erklären von Konstellationen. Brechen wir das mal herunter auf die Arztpraxis-Affäre aus 2019 in Hochstetten-Dhaun. Diesbezüglich bestehen ja noch immer Wissenslücken. Nochmals zum Mitschreiben: Nicht der Arzt wurde finanziell unterstützt, sondern der Bürgermeister beziehungsweise sein Sohn. Hochstetten-Dhaun hatte ein einzigartiges Anwerbe-Modell entwickelt. Eines, was den Arzt nicht unterstützt, vielmehr ihn zusätzlich zur Kasse bittet. Der muss nämlich jene Baukosten über einen erhöhten Mietzins bezahlen, die dem Eigentümer, also dem Sohnemann, abgenommen worden sind. Dass das ein guter Deal für den Eigentümer war, kann der Monat für Monat an seinen Kontoauszügen ablesen. Die Umstände sind zwar längst bekannt, aber vereinzelte Wissenslücken schreien nach erneuter Aufklärung.  

Das Corona-Virus überlagert alles. Von einer Pandemie spürt derzeit zwar keiner so wirklich was am eigenen Leibe, aber dennoch hat die uns voll im Griff. Schon mit dem Beachten von ein paar einfachen Hygiene-Regeln kann jeder etwas zur Eindämmung der Krankheit beitragen – und sich selbst schützen. Der Alltag wird erschwert, das Freizeitverhalten eingeschränkt. Keine Frage, wir stehen erst am Anfang einer bisher noch nie dagewesenen Pandemie. Wie gut ist das Kirner Land vorbereitet? Und wie gut, dass es das Krankenhaus am Rande der Stadt gibt. Dieses könnte sich noch zu einer verlässlichen Größe entwickeln. Hier oben praktizieren motivierte Ärzte und engagierte Pflegekräfte. Zusammen stehen die Gewehr bei Fuß, um der Corona-Krise zu begegnen. In solchen verrückten Zeiten kann man froh sein, ein Krankenhaus mit Intensivpflege an seiner Seite zu wissen. Ohne Krankenhaus am Ort, keine Pflege am Ort. Darüber sollten auch jene mal nachdenken, die noch immer den Standort als überflüssig erachten.