Rückblick 29. September

Täterätäääää! Dschingderassa Bumm Bumm Bumm! Jeden Samstag neu – der „satirische“ Wochenrückblick auf dem Blog Hochstetten-Dhaun.Info. Nicht alle finden Gefallen an dem etwas anderen Geschreibsel, inklusiven überspitzten Seitenhieben. Merke, alles nur Satire, wenn auch nicht immer auf den Punkt gebracht. Am ersten Wochenende nach dem „Wahl-Podium“, dreht sich natürlich vieles um die Erkenntnisse aus dem ersten Showdown der Kandidaten. Die meisten Besucher hatten sich mehr versprochen von dem ersten Aufeinandertreffen. Wie schrieb doch so schön der Gastgeber in seinem Blättle: „Konfrontation und Brisanz waren nicht erwünscht!“ Häh? Wenn man den Kerlen eine verbale Kastration verpasst, worin liegt denn dann bitteschön der tiefere Sinn in einem solchen Stelldichein? Jammerschade, das volle Haus, hätte zu einer megageilen Wahl-Arena ausufern können. So blieb es nur bei einem harmlosen Kaffeekränzchen mit absolut keinen News.

„Eier, wir brauchen Eier“ – legendär der Spruch von Oli Kahn. Wo waren die bei den Herren während der Podiumsdiskussion. Anstatt die in XXL-Version selbstbewusst zu zeigen, waren die zumindest an diesem Abend auf die Größe von Rosinen zusammengeschrumpft. Entschuldigend für die fehlenden Dinger in der Hose sei erwähnt, dass eine solche Plattform vor einer nicht für möglich gehaltenen Menschenmenge durchaus einschüchternd wirken kann. Der Anblick von oben konnte einem schon mal die Männlichkeit rauben. Nervosität war Trumpf. Jung will Bilanz ziehen nach 100 Jahren und Römer ist auf der Bühne gleich um zwanzig, auf 77 Jahre, gealtert. Denken Politiker unter Stress in ganz anderen zeitlichen Dimensionen? Nicht alle! Ganz cool und unaufgeregt stand Oliver Kohl Rede und Antwort. Er erlaubte sich keinen Lapsus. Stammeln liegt nicht in seiner DNA, eher ein gleichbleibender ruhiger Tonfall – vergleichbar dem einer Mensch gewordenen Maschine. Moment, er wird ja wohl nicht ein von der SPD konstruiertes menschengleiches Wesen für Wahlkampfzwecke sein, welches über künstliche Intelligenz verfügt? Womöglich handelt es sich sogar um den vermuteten Prototyp aus der Parteizentrale, der gerüchteweise zu Testzwecken eingesetzt wird, um die interne Personal-Krise beizulegen? Womöglich sogar im beschaulichen Kirner Land? Spaß beiseite, berufsbedingt ist der Junge bei solchen Spielchen einfach routinierter und abgezockter als seine beiden Konkurrenten, zumindest wenn es darum geht, Reden zu schwingen.

Wertstoffhof im Kirner Land! Kaum ein anderes Thema erfuhr beim Wahl-Podium derart viel Aufmerksamkeit, wie der fehlende Müllplatz vor der eigenen Haustür. Am Applaus konnte man ablesen, den Standort in Bad Sobernheim hält man hierzulande für keine Option. „In Kirn und Umgebung gibt es einfach keine geeignete Fläche für einen Wertstoffhof,“ so die Kandidaten unisono. Hallo, wenn es nur daran liegt, dann sucht eine. Hopp! Es sollte doch in einer Region mit viel Gegend nicht so schwer sein, einen brauchbaren Platz zu finden – oder nicht? Oliver Kohl setzt generell auf mehr Einflussnahme von hiesigen Partei-Kreistagsmitgliedern, um gerade solchen Vorhaben mehr Nachdruck verleihen zu können. Lieber Herr Kohl, saßen Sie nicht lange Jahre für die SPD in eben diesem Gremium? Ist es nicht Ihr Parteikollege Hans-Dirk Nies gewesen, der in Ihrer aktiven Zeit den Wertstoffhof ersatzlos strich und für den Rutschhang-Platz keine Alternative im Angebot hatte? Wo war der Geistesblitz von Ihnen und Ihrer Partei, als sich die Stilllegung über Monate, wenn nicht sogar Jahre hinweg andeutete? Die Vorlaufzeit war da, um Standort-Vorschläge zu unterbreiten. Kam aber nix.

Der Blog ist zwar kein Mathe-Genie, aber für das kleine Einmaleins langt’s! Beispiel: Wenn die Simona- Gewerbesteuereinnahmen, wie prognostiziert, einbrechen, dann klafft ein massives Loch in der ohnehin leeren Stadt-Kasse. Pi mal Daumen, jede Menge Holz! Folglich steht der Stadt ein Haushalts-Problem bevor. Bei ohnehin schon 22 Millionen Miese tut jeder Euro weniger auf der Einnahmen-Seite richtig, richtig weh. Angesichts eines solchen Defizits, verbietet es sich über das Für- und Wider des Parkhauses überhaupt nur ein klitzekleines Wörtchen zu verlieren – zumindest unter den Vertretern des Volkes. Das hingegen darf ruhig diskutieren. Tut es auch, wie man auf Facebook verfolgen kann. Die Befürworter sind ganz klar in der Unterzahl. Zuschüsse hin oder her, Rest- und Unterhaltungskosten müssen doch auch gelöhnt werden. Nur womit? Gottlob gibt es den Rechnungshof, der Kirn indirekt die Entscheidung abnahm und somit vor einem noch höheren Schuldenberg bewahrte. Der reicht schon jetzt bis hinauf zum Gauskopf. Die typischen Reflexe einzelner träumerischer Parkdeckbefürworter im Stadtrat sind jetzt nur noch letzte Zuckungen. Die werden sich legen. Ganz sicher.

Der Monster-Wall sorgt nur noch für ungläubiges Kopfschütteln. Es gibt keinen, der auch nur im entferntesten Verständnis für die Aufschüttung aufbringt. Auch nicht die Mitglieder des städtischen Bauausschusses, die sich von den Auswirkungen jetzt ebenso erschrocken zeigen, wie die betroffenen Hausbesitzer. Bleibt die Frage, verfolgten die in solchen Dingen zuständigen Rathaus-Mitarbeiter denn nicht den Baufortschritt? Ist eine Überwachung nicht üblich? Der Wall war ja nicht plötzlich da, sondern ist peu à peu gewachsen. Hätten die Bauamts-Menschen nicht frühzeitig alarmiert sein müssen? Jetzt, wo das Kind in den Brunnen gefallen ist, zeigt man sich überrascht über die Dimension. Finde den Fehler? Rechtmäßig oder nicht, nur diese Frage gilt es jetzt noch zu klären. Wenn ja, ist das zwar moralisch verwerflich, aber legal. Wenn nein, dann muss das Ding weg!  

„Wir sind Weinkönigin!“ Das Naheland hat sich gegenüber starker Konkurrenz durchgesetzt. Bravo! Das Kirner Land ist zwar nur der äußerste Zipfel, aber dennoch dürfen auch wir hier stolz auf unsere Majestät aus Weinsheim sein. Sie wird die Region prima vertreten. Sympathisch und hübsch kommt das Mädchen mit den langen schwarzen Haaren rüber. Die VG-Rüdesheim darf sich binnen zwei Jahren schon auf die zweite Amtszeit einer Deutschen Weinkönigin freuen. Und wieder ist das Kirner Land im äußersten Westen gefühlt abgehängt. Nur, weil bei uns keine Reben wachsen. Blöd, dass ein Bierkönig nur auf Malle prämiert wird. Vielleicht eine Aufgabe für den neuen VG-Bürgermeister, entsprechende Rebflächen auszuweisen. Dann zeigen wir es dem privilegierten Osten. Aber sowas von.