Rückblick 8. Februar

„Jemanden, der am Boden liegt, sollte man nicht auch noch treten.“ Nein, es wird an dieser Stelle keine Häme über den SPD-Stadtverband ausgeschüttet. Im Gegenteil: Der Blog hat sich Mäßigung und Zurückhaltung auferlegt. Am Ende tun sich die Genossen noch was an. Selbst keinen Bürgermeister-Kandidaten stellen zu können und dann noch die CDU-Kandidatin unterstützen zu müssen – schlimmer geht’s nimmer! Da keimt fast schon Mitleid auf mit einer Partei, die gerade unübersehbar taumelt und kurz davor steht, mächtig auf die Schnauze zu fallen. Selbsterkenntnis ist ja bekanntlich der erste Schritt zur Besserung! Daher, Kopf hoch liebe Genossen, es kommen auch wieder bessere Zeiten. Nur wann und mit wem? Der momentane Kandidaten-Pool lässt nicht gerade hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Keine Frage, es braucht eine Frischzellenkur. Doof nur, geeignete Bewerber stehen nicht gerade Schlange. Der Weg aus der Krise führt offenkundig nur über das momentan vorhandene Kollektiv. Vielleicht sollte die Partei einen Bus chartern, um bei einer gemeinsamen Wallfahrt neuen Mut und neue Ideen schöpfen zu können. Besser noch, man mietet sich ein paar Tage in einem Kloster ein. Geistliche Impulse durch Gebet und Ruhe, um wieder auf die politischen Beine zu kommen – so könnte es gehen. Wenn alle irdischen Maßnahmen nicht fruchten, muss man halt zu spirituellen Mitteln greifen.

Nichts im Leben ist umsonst, nur der Tod – und der kostet das Leben! Nichts ist also kostenlos, alles hat seinen Preis. Nach der überraschend deutlichen Unterstützungszusage der SPD für Bürgermeisterkandidatin Christa Hermes (CDU), wird bereits vogelwild darüber spekuliert, inwieweit die Christdemokraten Zusagen für ihr Wohlwollen gegeben haben könnten. Gemäß dem Motto „Eine Hand wäscht die andere“, wären Zugeständnisse von einem oder mehreren Beigeordneten zumindest denkbar. Gewinnt Hermes, wird ihr Posten frei. Nach dem Ausscheiden von Dr. Schwebel, sind unter dem Strich sowohl der Erste, als auch der Zweite neu zu besetzen. Stiert die SPD auf einen, vielleicht sogar auf beide? Ist das der Preis für die Unterstützungs-Zusage? Wahrscheinlich scharrt Peter Wilhelm Dröscher bereits mit den Hufen. Findet der abservierte Grand-Senior durch die Hintertür wieder zurück in die erste Kirner Reihe? Will einer, der längst das politische Dämmerlicht erreicht hat, es über diese Finte nochmals wissen? Maybe? Ob auf großer oder kleiner Politikbühne, ehemalige Spitzenpolitiker verpassen regelmäßig den richtigen Absprung zum endgültigen Rückzug. Was, wäre, wenn? Alles Kaffeesatzleserei! Aber es macht halt tierisch Spaß, mögliche Hintergründe und eventuelle Absichten verquer durchzudenken. Zum jetzigen Zeitpunkt sind solche Personalspiele zwar nur reine Spekulation, aber vieles deutet daraufhin.

Der Stadtrat ein Komödienstadel? Der Öffentliche Anzeiger hat die letzte Sitzung genauso empfunden und kommentiert. Wahlkampfgehabe in den Anträgen und dazu noch die unendliche Causa Parkdeck – schlimm! Apropos Parkdeck, da sind doch tatsächliche Informationen aus einer streng geheimen Mainzer Mail-Depesche in die Öffentlichkeit gedrungen und sogleich „zerfleddert“ worden. Dem Absender im fernen Innenministerium war das offensichtlich des Guten zu viel. Dem Vernehmen nach war der not amused über den Wochenrückblick und den Kommentaren danach, sodass die Erste Beigeordnete sich veranlasst sah, sich bei dem Sachbearbeiter zu entschuldigen. Nicht weil sie es musste, sondern weil sie es wollte. Wahrscheinlich im vorauseilenden Gehorsam, denn man will es sich ja nicht mit den Zuschussgebern verscherzen. „Lieber unbekannter Sachbearbeiter im fernen Mainz. Ich entschuldige mich ebenso bei Ihnen und zwar in aller Form. Als Übeltäter entlarvt, will ich nunmehr auf diesem Weg Abbitte leisten. Überraschender Weise haben Sie sich ja mehr oder weniger als „Leser“ geoutet, sodass sie die offenen Zeilen meiner aufrichtigen Reue im Nachgang ebenso erreichen dürften. Ich bin ein aufmerksamer Beobachter und hatte mir den Inhalt Ihrer internen Mail mehr oder weniger zusammengereimt und offensichtlich mit meiner abschließenden Analyse mitten ins Schwarze getroffen. Schlimm, schlimm, schlimm – der Kerle! Bitte lassen Sie die Stadtverantwortlichen nicht allzu sehr dafür büßen, dass www.hochstetten-dhaun.info zu allem und jeden seinen Senf dazu geben muss. Bleiben Sie bitte der Stadt gewogen, damit auch weiterhin dringend notwendige Investitionen getätigt werden können. Es muss ja nicht unbedingt das Parkhaus sein. Das Projekt ist so unsinnig, wie der berühmte Turmbau zu Babel. Aber das wissen Sie ja selbst am besten! Diesbezüglich darf es von Ihnen ruhig mal eine Ablehnung sein. Bleiben Sie mir gewogen und klicken Sie auch weiterhin immer mal wieder rein. Bis dahin“

Ist Kirn das gallische Dorf auf Gesundheitsebene? Schaut ganz danach aus. Die engagierten Krankenhaus-Kämpfer stehen stellvertretend für alle Betroffenen in vorderster Front. Chapeau! Wenn es müllert, dann richtig! Kirn ist überall und deshalb kann der Aufschrei aus dem Mittelzentrum bundesweit Signalwirkung entfachen. Auf nach Berlin! Der Bus ist schon gebucht. Kirn goes Hauptstadt, um den Damen und Herren an der Spitze des Gesundheitsministerium mal so richtig den Marsch zu blasen. Der Slogan „Rettet das Kirner Krankenhaus“, sorgte fast schon bundesweit für Furore. Kirn ist medial omnipräsent, wenn es darum geht, die Finger in die offene Wunde zu legen. In Kirn schließt die sich gerade, aber andere Krankenhäuser bluten weiterhin massiv aus. Von daher, ist Solidarität gefragt.

Was war das für politisches Beben unter der Woche in Thüringen. Ein Lehrbeispiel dafür, dass es so manchem Politiker an Feingefühl und vor allem Gespür fehlt. Bundesweit stößt es auf heftige Kritik, dass sich FDP-Mann Kemmerich mit vereinten Kräften von AfD und CDU zum Regierungschef Thüringens hat wählen lassen. Ein No-Go! Interessant waren vor allem die vielen Kommentare auf Facebook zu den Wasserstandmeldungen aus Erfurt. Während die meisten die Wahl als Tabubruch empfanden, wurde der Bad Sobernheimer Axel Hill (CDU) nicht müde, Wahlprozedere und Ergebnis danach ohne Hemmungen frenetisch zu feiern – Gratulationen allenthalben. Ein Mann der klaren Worte? Auf jeden Fall! Boah, der haut auch jetzt noch einen Kommentar nach dem anderen raus. Zwischen den Zeilen lässt sich sogar inneres Jubeln über die Thüringer Trickserei (TT) herausfiltern. Für sein Demokratie-Verständnis war und ist die Vorgehensweise im Osten okay, andere hingegen sehen darin einen Wahl-Eklat mit Fremdschäm-Potenzial. Merke, zu viel Schärfe schadet. Da hält man es doch lieber mit seiner Gattin Bettina Dickes (CDU). Die postet lieber harmlose Schnappschüsse von der Fastnacht, anstatt zu kommentieren. Ehrlich, ist dem Blog auch lieber so.