Wochenrückblick 1. Juni

So manche Grand-Seniors der Politik können es einfach nicht lassen. Selbst im hohen Alter wollen sie überall noch in vorderster Front mitmischen. Fluch oder Segen für die Parteien? Wahrscheinlich eher Fluch? Einzelne, sich noch immer an die Macht klammernde Altgediente im absolut politischen Dämmerlicht, haben auch jetzt wieder, aufgrund ihres Bekanntheitsgrades und ihres zweifellos guten Namens, bei der älteren Generation gepunktet. Und wie! Exemplarisch steht Peter-Wilhelm Dröscher für einen absolut falschen SPD-Politikansatz, gerade in Zeiten neuer Bewegungen. Anstatt sich nach einem langen Politiker-Dasein auf eine hilfreiche Berater-Rolle zurückzuziehen, ließ sich das SPD-Urgestein im Landkreis auf Listen-Platz 37 nieder, wohlwissend, dass ihn seine Ü-70-Fangemeinde wieder weit nach vorne katapultieren wird. Nachher gibt er sich dann erstaunt. „Er wollte es eigentlich auslaufen lassen… “ – Blablabla! Ist doch klar, dass der Name Dröscher noch immer morts Gewicht hat. Einer, der es wirklich ernst meint mit seinem Rückzug, der lässt sich nicht mehr aufstellen. Basta!!! Wer hat das früher noch gesagt??? Egal, Pech jedenfalls für den SPD-Nachwuchs. Trotz guter Listen-Platzierungen bleiben, Gerber, Bräuer und anderen Talenten erneut nur eine Zuschauerrolle. Selbst seine eigene Tochter Judith Schindler guckt in die Röhre. Sie wurde in aussichtsreichender Position (10) vom 72-jährigen Daddy mit Voll-Speed rasant überholt. Mal ehrlich, so fördert man nur Politikverdrossenheit, und zwar in den eigenen Reihen. Natürlich nicht offen, aber sicher hinter vorgehaltener Hand. Wahrscheinlich wird er bei der nächsten Wahl vom freiwilligen letzten Listen-Platz wieder nach vorne schnellen und als dann über 80-jähriger die „Oldie-Riege“ während den Sitzungen, in denen es in erster Linie um Themen der jungen Generation gehen wird, anführen. Die muss dann wieder draußen bleiben, kann aber währenddessen die Rollatoren ihrer Polit-Opis und Omis warten. Auch sinnvoll, nur eben anders. So schaut’s aus!  

Es ist immer wieder spannend zu beobachten, wie Politiker allerorten Wahlschlappen schönreden. Selbst die größten Verlierer sind hinterher immer Gewinner. Saugt man diese Gabe mit der Muttermilch auf oder sind in den DNA-Strängen von Volksvertretern Eingeständnisse nicht vorgesehen? Um diese Frage zu klären, müsste mal jemand eine medizinische Studie in Auftrag geben. In Hochstetten-Dhaun hat der Amtsinhaber gerade mal 60 Prozent Zustimmung bekommen. Zahlen lügen nicht, sodass der Sieg sich für ihn und seine Befürworter wie eine bittere Niederlage anfühlen muss. Selbst die Zeitung eiert: „Ein knappes Ergebnis hatten viele Ortsbürgermeister Hans Helmut Döbell vorhergesagt. Mit 517 Ja- und 341 Nein-Stimmen holte er dann noch eine satte Mehrheit.“ Die Betonung liegt auf „satte“. So bewertet hört sich der Stimmenverlust schon nicht mehr so tragisch an. Im Gegenteil: Klingt ganz nach einer klaren und souveränen Angelegenheit. Finde den Fehler? Eine Schlappe bleibt eine Schlappe – Punkt!

Was hat Thomas Jung (TJ), was Hans Helmut Döbell (HHD) nicht hat? Der Tausendsassa von Oberhausen bekam 98 Prozent der abgegebenen Stimmen. Wow, was für ein Vertrauensvorschub. Zurecht! Er brachte schließlich frischen Wind in die ohnehin schon zügige Höhengemeinde. TJ steht für Ehrlichkeit, Engagement, Transparenz, Zusammenhalt und Glaubwürdigkeit. Ein echter Typ mit Ideen und Visionen eben, der stets gut gelaunt sowie locker und flockig vorneweg geht und dem die Oberhausener, schon alleine wegen seiner positiven Ausstrahlung, geschlossen folgen. Selbst Bettina Dickes stockte offenbar der Atem bei ihrem Facebook-Kommentar: „Glückwunsch, bestes Ergebnis im Kreis.“ In Hochstetten-Dhaun hingegen biegen nahezu die Hälfte der Bewohner auf halber Wegstrecke apathisch ab oder gehen erst gar nicht mit und winken vorher schon ab. 60-Prozent Bürgermeister ist eben nicht gleich 98-Prozent Bürgermeister. Irgendwie müssen die Unterschiede ja für alle deutlich sichtbar werden. Ob die Landrätin auch Glückwünsche nach Hochstetten-Dhaun schickte? Wohl eher Trost. Liebe Oberhausener, genießt Euer momentanes Glück. Es ist nicht von Dauer. Denn der beliebteste Vorsteher im Landkreis hat das Kirner Rathaus fest im Blick. Einer wie er, hat ohne Zweifel das Zeug zum VG-Chef. Er ist nur noch auf Zeit Nebenher-Bürgermeister. Und den frischen Wind, den bringt er mit. Den braucht es auch, um im Tal mal ordentlich zu lüften.

Asche über das Haupt des Blogs. Weil der die SPD im satirischen Wochenrückblick gerne mal mit spitzer Feder ins Visier nimmt, steht der auf der internen Liste der unbeliebtesten Personen ganz weit oben. Nun, die SPD liefert aber auch immer Steilvorlagen. Da kann man nicht anders, als diese zu verwerten. Sorry, die Verlockung ist einfach zu groß. Fehlt jetzt nur noch, dass die Sozialdemokraten ihn für drastische Stimmenverluste im knapp zweistelligen Bereich in Kirn mitverantwortlich zeichnen. Dieses wäre dann doch zu viel der Ehre. Die Einflussnahmen eines Schreiberlings, der runterrattert was ihm so auffällt und der bei seiner Meinungsmache kein Blatt vor den Mund nimmt, sind nun einmal begrenzt. Der kann so gar nichts für Image- und Stimmenverluste. Ehrenwort! Oder doch? Wenn dies Fähigkeiten der Einflussnahmen, wie von einzelnen SPD-Funktionären jetzt behauptet, zuträfen, dann wäre der Blog im Umkehrschluss ja auch verantwortlich für den Stimmenzuwachs, etwa bei der FDP. Vielleicht sollte der Blog diese Gabe zum Beruf machen. „Wahl-Beeinflusser“ mit hundertprozentiger Erfolgs-Garantie, sowohl nach oben, als auch nach unten. So könnte es gehen. Gebongt! Den Blog kann man ab jetzt buchen.

Wieder Vandalismus auf der Schülerkiesel. Die Doofen sterben halt nicht aus. Leider hat es jetzt die Palme am „Strand“ getroffen. Die Wedel sind futsch, einfach abgeschnitten. Wer macht so was und warum? Nur, was kann man gegen derlei Auswüchse tun? Nun, gegen Dummheit ist nun einmal kein Kraut gewachsen. Im ernst, den Kontrolldruck erhöhen? Ist im Regelfall immer der erste politische Reflex, wäre aber nur reiner Aktionismus. Gar nichts zu tun und nur die Schäden beseitigen, scheint aber auch keine Lösung zu sein. Da ist guter Rat teuer, zumal eine lückenlose Überwachung – das einzige erfolgversprechende Konzept – an Personalmangel bei Ordnungsamt und Polizei scheitern dürfte. An die Vernunft in Frage kommender Gruppen appellieren? Reine Zeitverschwendung, weil, dazu braucht es Hirn. Runder Tisch? Blödsinn! Videoüberwachung, wie vereinzelt gefordert, ist völlig überzogen. Jugendlicher Übermut, gepaart mit Alkohol und Drogen – der Mix hat meist fatale Folgen. Irgendwann wird sich das Problem sicherlich von selbst erledigen. Aber wann genau? Die Zeit werden die Verantwortlichen wahrscheinlich nicht haben. Nicht, wenn sich die Schäden häufen, immer mehr Beschwerden eingehen und der öffentliche Druck größer wird. Der Blog ist gespannt, wie sich das Thema Schülerkiesel, über den Sommer hinweg, weiter entwickeln wird. Vielleicht hört der Vandalismus ja auch auf, weil so etwas wie Vernunft einkehrt. Und die Erde ist eine Scheibe.