Über schnelle unbürokratische Hilfe, das letzte Brückenfest der Kultkneipe „Ottsch“, SIMONA-Rekordumsätze und die Folgen für die Bürkle-Stiftung, Neubaugebiet Kyrburgblick und ein Protz-Bau, eine FDP- und SPD- Familienangelegenheit…

Immer, wenn in Deutschland Überschwemmungen für unendlich viel Leid bei den Betroffenen sorgen, zieht das reflexartig Politik-Größen, ähnlich den Katastrophen-Touristen, an den Ort des Geschehens. Nur werden die dann hofiert und nicht, wie der Mob, an den Pranger gestellt. Beispiel Fischbach: Als dort Land unter war, kam sofort Mutti Dreyer angereist, um sich vor Ort ein Bild von dem Ausmaß und die Folgen zu machen. Die mitleidsvolle Mine aufgesetzt, suchte sie den Kontakt zu Helfern und Geschädigten. Natürlich hatte sie auch den 08/15 Standartsatz von der schnellen und unbürokratischen Hilfe zum Besten gegeben. Der kommt bei solchen Anlässen so sicher, wie das Amen in der Kirche. Flugs noch ein paar Hände geschüttelt und dann wieder zurück nach Mainz. Besser mal die Klappe halten! Was aus der Hilfe geworden ist, konnte man unter der Woche in der Zeitung lesen. Mit einem Wort: „Nichts!“ Alles nur leere Versprechen und heiße Luft. Hochnotpeinlich! Manche Betroffenen verzweifeln auch ein Jahr danach noch an der Bürokratie. Anderen wurden viel zu hohe Hürden auferlegt. Und wiederum andere dürfen erst gar nicht erst am Geldtropf nuckeln. Geht’s noch!!! Über die Begründung von Ablehnungsbescheiden kann man nur den Kopf schütteln. Selbst Härtefälle finden keine Berücksichtigung. Kein Wunder also, dass die Menschen wütend sind und sich in ihrer Not von den Politikern im Stich gelassen fühlen. Fischbach ist beileibe kein Einzelfall. Auch woanders wurden Zusagen nicht gehalten. Und die Moral von der Geschicht, trau Versprechen von Politikern nicht.

 „Klappe, Kultkneipe die letzte“ – Szenewirt Ottsch ist bald Geschichte. Wie jeder weiß, will die spezielle Kultfigur seinen Zapfhahn in Kürze für immer nach oben drehen. Man mag es noch gar nicht so richtig glauben, aber der Mann mit dem Hut, hat sein Ziel „Renten-Dasein“ schon ganz dicht vor Augen. Auf seiner Abschiedstour, winkt als letztes Spektakel nunmehr das legendäre Brückenfest am Samstag, 15. Juni. Wer hat’s erfunden? Der Ottschi! Angesichts der Umstände und des zu erwartenden Trennungsschmerzes, dürfte die Statik der Hahnenbach-Brücke, nicht zuletzt aufgrund zu erwartender Menschenmassen, auf eine harte Probe gestellt werden. Die Ära Ottsch geht zu Ende, folgt direkt eine neue? Man hat diesbezüglich noch nichts vernommen. Die Gerüchteküche ist sowas von kalt. Fakt ist, das Gebäude gehört der Brauerei. Hat die schon einen Plan für eine Nachfolgelösung in der Schublade? Ein paar zeitgemäße Umbauten dürften sicherlich vorher noch anfallen. Gar nicht gut wäre ein dauerhafter Leerstand. Also Brauerei, kommt in die Puschen und platziert den nächsten Typen, eine Art Ausgabe Ottsch 2.0.

SIMONA-Versammlung am vergangenen Freitag. Rekordumsätze bringen den Aktionären stattliche Dividenden. Wohl dem, der ein sattes Paket beim damaligen Börsengang geordert hatte. Seither ging es mit dem Wert nur noch steil nach oben – fast schon durch die Decke. Gut für alle Anleger und gut auch für die Bürkle Stiftung, die ihren ohnehin nicht versiegenden wollenden Geldspeicher von eben diesen jährlichen Ausschüttungen speist. Die schnelle Hilfe für notleidende Menschen sowie die Förderung von Schulen, Vereinen und sozialen Projekten scheint für die nächsten Jahre so sicher zu sein, wie das Amen in der Kirche. Apropos Kirchen, die Kuratoriumsmitglieder müssen auf der Hut sein vor deren Begehrlichkeiten. Diejenigen, die über einen Geldspeicher in XXXL-Format verfügen, öffnen immer wieder gerne in Demut ihre gefalteten Hände, wenn es darum geht, zum Erhalt von Kirchen um Groß-Spenden zu werben. Die Vorgehensweise hat durchaus Methode und reicht bis weit ins Mittelalter zurück. Merke, die haben ihre eigenen Schatullen. Und wenn der Klerus diese nicht vollständig öffnen möchte, dann bleiben halt notwendige Arbeiten liegen oder Kirchen, wie jetzt das katholische Gotteshaus in Kirn, gleich ganz geschlossen. Und? Erstens gibt es Gottesdienst-Alternativen in den Dörfern drumherum und zweitens darf man einer christlichen Glaubensgemeinschaft, die zwar von Rom aus immer wieder Bescheidenheit predigt, aber selbst ein milliardenschweres Vermögen hortet, nicht unterstützen. Verbietet sich einfach. Punkt!  

Von weitem betrachtet mutet das Anwesen schlossähnliche Ausmaße an. Oberhalb des Krankenhauses wächst gerade ein riesiger Klotz im Neubaugebiet „Kyrburgblick“ in die Höhe. Moment mal, sollte hier oben nicht ein reines Baugebiet mit erschwinglichen Häusern für junge Familien entstehen? Da war doch mal was? Doppelhaushälften- und Einfamilienhäuser für den kleinen Geldbeutel, lautete seinerzeit die Botschaft. Drei Jahre lang herrschte hier absoluter Stillstand. Anstatt Einfamilienhäuser auf kleinen Parzellen, wächst jetzt ein regelrechter „Protz-Bau“ in die Höhe. Haben die Anlieger recht, die schon immer den Verdacht äußerten, dass der Investor sich eine Straße inklusive Erschließung auf Kosten der Stadt bis vor die eigene Haustür hat legen lassen, um sich selbst in exponierter Lage niederzulassen zu können? Nachtigall, ick hör dir trapsen! Die Kritiker sind jedenfalls sauer und jetzt hat auch die FDP-Fraktion diese Vorgehensweise auf ihrer Agenda. Wann werden die ursprünglich angestrebten Häuser entstehen, die den momentanen Straßenausbau auf Kosten der Steuerzahler nun wirklich rechtfertigen? Eine FDP-Frage mit Potenzial zur Sprengkraft. Zur Erinnerung: Beim Spatentisch mit viel Tamtam und Getöse im Mai 2016 war noch die Rede von einer schnellen Umsetzung eines Neubaugebietes, welches auch Menschen den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen sollte, die von Haus finanziell nicht aus dem Vollen schöpfen können. Die beteiligten Banken gingen seinerzeit davon aus, dass auf dem gesamten Areal mit über 20 Plätzen in Nullkommanix Wohneinheiten wie Pilze aus dem Boden schießen werden. Pustekuchen! Finde den Fehler. Und überhaupt, wer will jetzt noch sein kleines Häuschen neben einen solchen Klotz platzieren? Eines, dass daneben wirken wird wie eine kleine Hundehütte. Vermutlich niemand so wirklich.

Aufgepasst, die Ensmingers kommen. Und zwar mit Macht! Im neuen Kirner Stadtrat sind gleich drei Super-Helden vertreten. Alle für die FDP am Start und alle hochmotiviert. Man könnte fast schon von einem Clan sprechen. Ein Clan, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Kirn und die Politik ein klein wenig lebendiger und besser zu machen. Ob ihnen das gelingt, wird man dann sehen. Zumindest dürfte das Bollwerk schwer zu knacken sein. Wie überhaupt, die insgesamt personell erstarkte gelbe Gefahr von einigen Mitgliedern der anderen Fraktionen kritisch beäugt werden dürfte. Doch Vorsicht, klammheimlich wächst auch eine rote Gefahr heran. Peter Wilhelm Dröscher und seine Tochter Judith Schindler bilden jetzt schon die Speerspitze. Irgendwann wird der Enkel noch hinzukommen. Dann sitzt ein dreiköpfiger Dröscher-Clan am Ratstisch beisammen, sozusagen den Ensmingers Auge in Auge gegenüber. Der 72-jährige will es mit der Politik zwar auslaufen lassen, aber was sind schon die paar Jährchen für einen, der ohnehin nicht loslassen kann, weder im Kreis, noch in der Stadt. Fehlt nur noch, dass der Grand-Senior wieder den Posten des Ersten Beigeordneten anstrebt. Cut, darüber wird der Blog ausführlich Farbe bekennen, wenn es wirklich so kommen sollte.

Der sogenannte kleine Dienstweg wird nicht mehr wahrgenommen. Zu dieser Erkenntnis kam die SPD-Stadtratsfraktion während ihrer Wahlanalyse. Soso, man will sich also wieder mehr auf die Menschen zubewegen, die sich nicht mehr verstanden fühlen. Nun, kleppern gehört nun einmal zum Handwerk, insbesondere zum politischen. Von daher kann die neue Strategie, einer spürbar bröckelnden roten Front, nicht falsch sein. Man bedenke: Gäbe es die Grünen in Kirn, die SPD hätte nicht drei, sondern minimum sechs Sitze verloren. Es kann also nur besser werden. Die lediglich Viertplatzierte Judith Schindler führt jetzt die Fraktion, Jörg Schallmo ist ihr Stellvertreter. Das kann nur heißen, dass für die Nummer eins der Posten des Ersten Beigeordneten reserviert ist. Wer auch sonst? Schließlich vereinte er die meisten Wählerstimmen auf sich. Nur Mut! Die Zeit ist längst reif, um den Generationswechsel zu vollziehen. Wörtlich heißt es weiter in der SPD-Meldung: „Schindler freut sich über die Verjüngung der neuen Fraktion, was auch den alten Stadtratsmitgliedern zu verdanken ist, die sich zugunsten der Jungen aus der Stadtratsarbeit zurück gezogen haben.“ Hört, hört! Und eine Verjüngung sollte auch nicht vor Familienmitgliedern halt machen. „Herr Dröscher, treten Sie zurück ins Glied. Herr Schallmo, übernehmen Sie. Sie sind jetzt am Zug!“