Über Rutschhang, Spanien-Urlauber, Schloss-Pavillon, Baustelle B 41, Umleitungsstrecke…

Es rutsche der Hang weiter und weiter, und weiter, und weiter…! Seit Jahren steckt die Hangsicherungs-Maßnahme im Gutachterstadium fest. Was wurden hier schön Löcher  gebohrt, um dem „Wanderhang“ auf die Schliche zu kommen. „Loch an Loch und hält doch“ – so oder so ähnlich gestaltet sich das Bild. Das Gelände dürfte mittlerweile so löchrig sein wie der berühmte Schweizer Käse. Nur mit ständigen Bohrungen ist es ja nicht getan. Mal machen, mal das Grundübel an der Wurzel packen, dann klappt es auch mit der Beseitigung der Ursache. Aber eher friert der Rhein im Hochsommer zu, bevor in den Amtsstuben von Schneckentempo auf Turbo hochgeschaltet wird. Staatsdiener und Geschwindigkeit ist ein Widerspruch in sich. Leider! Genauso wie Service und Kunde oder gut und günstig – passen auch nicht zusammen! Und so wird dann jetzt wieder gebohrt anstatt endlich die Bagger anrollen zu lassen. Die langjährige Verschleppung lässt einen nur noch fassungslos zurück. Ebenso die von Landrätin Bettina Dickes einst ausgerufene Dringlichkeit. Realsatire vom Feinsten. Da kann der Blog sich noch so anstrengen, das Niveau bleibt unerreicht.

Olé! Spanier goes Kirn – so ähnlich titelte der Öffentliche Anzeiger unter der Woche. Der von der VG transportierte Tourismus-Ausblick kam dem Blog als Steilvorlage für eine kleine aber feine Glosse gerade recht. Logisch, dass der „Möchtegern-Satiriker“ diese zuspitzte. Dabei fußt die auf einem ernsten Hintergrund. Tatsächlich erkundigen sich Spanier nach Urlaubsquartieren im Kirner Land. Kein Witz! Die Tourismusexperten unter dem Dach der Verbandsgemeinde haben ein Interesse bestätigt. Wohl (noch) kein Trend, sondern nur vereinzelte Anfragen. Wie die zustande kamen – geschenkt. Fakt ist, Kirn wird international wahrgenommen. Daher sollte man sich schnellstmöglich verstärkt ins mediale Schaufenster stellen. Am besten mehrsprachig. Angesichts der neuesten Entwicklung, darf natürlich eine spanische Übersetzung nicht fehlen. Wenn die Südländer jetzt vermehrt einfallen, gehört dieser Service einfach dazu. Im nächsten Schritt können dann ja Wegweiser und andere Schilder auf Spanisch aufgestellt sowie Speisekarten und Stadtpläne entsprechend gedruckt werden. Olé!

Das kommt davon, wenn man Politik im kleinen Kreis in Hinterzimmern vorantreibt und nicht alle in den Prozess mit einbindet. Da haben doch die führenden Köpfe des Zweckverbandes Schloss Dhaun die Mehrzahl ihrer Mitglieder völlig vor den Kopf gestoßen, als sie über das Aus des Besucher-Pavillon informierten. Kaum zu glauben, dass man es versäumte, alle über die neuste Entwicklung zu informieren. Darüber sollten die sich mal so ihre eigenen Gedanken machen. Hallo, Transparenz und Teamgeist gehen anders. Sei`s drum, das Thema ist jedenfalls vom Tisch. Es lebe der gesunde Menschenverstand. Dass man zusätzlich noch Corona die Schuld gibt am ganzen Hickhack– geschenkt. Machen jetzt ja schließlich alle. Fakt ist, ein Gastronomie-Pavillon hätte sich nicht wirtschaftlich betreiben lassen. Nicht mit einem Wappensaal als Konkurrenz. Ein neuer Leerstand wäre vorprogrammiert gewesen. Reichen Gewölbekeller und Seminarraum im Innenhof als nahezu ungenutzte Flops nicht völlig aus? Dem Projekt muss man nun wirklich nicht nachweinen und auch der von der Zeitung angestellte Vergleich mit dem ebenso durchgeplanten sowie durchfinanzierten Parkhaus hinkt. Aber sowas von!  Die Umstände haben sich in beiden Fällen geändert. Punkt! Irgendwann wird auch der Letzte begreifen, dass das Leben ein ständiger Fluss ist mit immer wieder neuen Abzweigungen . Was gestern noch gut war, kann heute veraltet sein. Gestern waren Pavillon und Parkhaus noch sinnvolle Optionen, heute eben nicht mehr!   

„Die Geschichte einer Ortsumfahrung“ – Nahezu filmreif zu bewerten sind so manche Baufortschritte rund um die größte Baustelle des Kirner Landes. Naja, vielleicht nicht immer, aber immer mal wieder. Beispiel gefällig: Bauarbeiter mussten beim Auskoffern feststellen, dass die Bahn-Mauer Richtung Kirn bröckelt. Zwischen den Zeilen des Zeitungs-Artikels lässt sich herauslesen, dass die substanziell nicht mehr heutigen Anforderungen entspricht. Will heißen, das Mauerwerk ist reif für den Abriss. Nun sollte man annehmen, dass unter dem Dach des LBM Experten in Lohn und Brot stehen, die den Zustand bei den Planungen im Vorfeld hätten feststellen können, nein müssen. Solche Befunde kommen immer so überraschend. Ist das dem mangelndem Können der Ingenieure geschuldet, nur naiv gedacht oder steckt dahinter sogar Absicht? Methode? Merke, jede schon im Vorfeld bekannte Schwachstelle könnte ja den finanziellen Rahmen sprengen und das Gesamtprojekt im Vorfeld gefährden. Anderes Beispiel, aber ebenso bezeichnend, ist die Eisenträger-Panne. Da werden die Teile extra aus Polen angekarrt und man bekommt es nicht auf die Reihe alles für den Tag X, also den Tag der Entladung und Platzierung durch einen Spezialkran vorzubereiten. Peinlich, peinlich! Der Kran war aufgebaut, aber die notwendigen Papiere fehlten. Folge: Zwei Wochen Verzögerung. Finde den Fehler? Es lebe das Chaos!!! Es herrscht scheinbar Redebedarf beim LBM. Und das sind nur zwei Pannen, die jetzt wohlwollend umschrieben unter das Volk gestreut worden sind. Die Chaos-Dunkelziffer dürfte bedeutend höher liegen.

Werfen wir zu guter Letzt noch einen Blick auf die Umleitungsstrecke, die für die Sperrung der Landesstraße 183 zwischen Hochstetten und Kirn eingerichtet worden ist. Insgesamt offenbart die Beschilderung doch einige Schwachstellen im Kirner Stadtgebiet auf. Konkret vor der Niederbergbrücke, dem letzten Abzweig, wenn man noch vor der endgültigen Barriere Richtung Hochstetten-Dhaun und weiter auf die Bundesstraße gelangen möchte. Auf dem Radweg steht nur ein Durchfahrt-Verboten-Schild (Zeichen 250 StVO) mit dem Hinweis bis Steinbruch frei. Unscheinbar platziert und daher leicht zu übersehen. Tun viele auch. Und die staunen dann nicht schlecht, wenn sie nach dem Steinbruch eine prompte Kehrwende einleiten müssen. Zusätzlich eine gut wahrnehmbare Schautafel mit Erklärung der Umleitung über den Niederberg wäre hier durchaus hilfreich. Nachbessern zum Wohle der Autofahrer ist angesagt.