Über Polder-Bau zu Hochstetten, Sinnfrage Schwimmbad, Verkauf „Ottsch“, Schloss Dhaun, Flop Autokino…

Gefühlt existiert keine Schamgrenze mehr. Zumindest nicht bei Politikern und nicht bei hochrangigen Beamten. Zugegeben, der Blog schießt mit seinem Pauschalurteil mal wieder elegant aus der Hüfte. Andererseits ist die Trefferquote erstaunlich hoch. Mit seiner Kritik am Besuch der Umweltministerin Ulrike Höfken auf der Deich-Baustelle in Hochstädten unter der Woche traf der mitten ins Schwarze. Ein exaktes Trefferbild, das sich nicht wegdiskutieren lässt – auch nicht mit noch so schönen Bildchen und verharmlosenden Äußerungen gemäß dem Motto: „Alles wird gut!“ Warum? 2014 sollte die Maßnahme zwei Millionen Euro kosten. Weil man nicht aus dem Quark kam kostet die Chose den Steuerzahler jetzt über zehn Millionen Euro. Der Eigenanteil für Verbands- und Ortsgemeinde wird sich durch die Schlamperei verfünffachen. UNFASSBAR dieses Schneckentempo in Amtsstuben! Hochgerechnet auf andere Projekte im Land, sind das viele Millionen Euro unnötig verbrannte Kohle eines jeden Jahres. Die Titelzeile „was lange währt wird endlich gut“ klingt da wie die pure Verharmlosung. Höfken wird im Artikel zitiert: „Es ist erst bei der detaillierten Ausschreibung für die schon 2015 planfestgestellte Maßnahmen klar geworden, dass die bis dahin kalkulierten Kosten von 2,9 auf jetzt 9,9 Millionen Euro klettern würden!“ Es sind Sätze wie diese, die einen stets die Zornesröte ins Gesicht treiben. Anstatt sich als zuständige Ministerin für ein nicht wegzudiskutierendes Versagen in den Planungsbüros zu schämen und sich stellvertretend für ihre Beamten öffentlich zu entschuldigen, spielt sie die Tatsachen herunter. Wie immer halt! Die Zeche zahlen die Bürger.

Sinnfrage Schwimmbad? Corona und Badespaß wollen so gar nicht zusammenpassen. Zeichnet man eine einfache Pro und Contra-Tabelle auf ein Blatt Papier, überwiegen die Argumente gegen eine Öffnung. Daher hat man die Angelegenheit zunächst vertagt. Die Fülle von Hygieneauflagen ist einfach zu gewaltig. Wenn sich die Betreiber wirklich für eine Saison unter diesen Bedingungen entscheiden sollten, dann wäre das mehr eine Herzens-Entscheidung als eine aus Vernunft gesteuerte. Die wäre als eine Art Zugeständnis an die schon arg geschundenen Corona-Seelen zu bewerten. Fakt ist, spontane Sprünge und ausgelassenes Badevergnügen sieht das Hygienekonzept des Landes jedenfalls (noch) nicht vor. Was erschreckt, ist die kommunizierte Vorlaufzeit. Mal ehrlich, sind vier Wochen nicht arg lang für notwendige Vorbereitungen im Kirner Jahnbad? Andere Bäder bekommen das mitunter viel schneller auf die Reihe oder haben sogar schon auf. Was für trübe Aussichten. Wahr ist, der Badestart beginnt – wenn überhaupt – erst Ende Juni. Wahr ist aber auch, Anfang September ist Schluss. In der Summe wären das acht bis zehn Wochen „Vergnügen“ im kühlen Nass. Lohnt das wirklich? Das zu erwartende tägliche Mehr an Minus in der Kasse durch Corona würde auf alle Fälle schwindelerregend ausfallen. Um das beurteilen zu können, braucht es keinen Finanzexperten.

Alternative Nahestrand auf der Schülerkiesel! Dort war in dieser Woche schon so einiges gebacken. Dicht gedrängt suchten dort viele Menschen Erholung und Entspannung. Auf der Wiese waren die Liegeplätze rar gesät. Gemäß dem Motto „Das Virus kann uns mal“, wurden weder Abstände eingehalten, noch Masken getragen. Zumindest bei einem bestimmten Klientel scheint die Akzeptanz vorgegebener Regeln nicht mehr gegeben zu sein. Anders ist dieses Verhalten nicht zu erklären. Was muss geschehen? Nun, die Angelegenheit schreit regelrecht nach Überwachung. So laut, dass der bis in den letzten Winkel der zuständigen Amtsstuben reichen sollte. Bestimmt rüstet man dort schon auf. Blöd nur, dass „Stadt-Sheriffs“ nicht in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen. Zumindest nicht solche, die im Außendienst tätig sind. Und der Ober-Sheriff „Lucky TJ“ kann ja nicht überall sein. Wobei ständiges Streifen hoch zu Ross auf seinem Kameraden „Jolly Jumper“ als effektiv einzustufen wäre. Er kann ja zwischen Schwimmbad und Schülerkiesel hin und her hoppeln. Zwischendurch bleibt da noch genügend Zeit für die Amtsgeschäfte. Überhaupt, die Nächte sind ja auch noch da.

Die Spatzen pfeifen es lautstark von den Dächern und somit stimmt der Blog in den stattlichen Chor mit ein: „Die Kultgaststätte „Zum Ottsch“ ist verkauft. Die Brauerei hat sich von dem Gebäude getrennt. Die Abwicklung ist wohl nur noch reine Formsache. Da kommt Freude auf, denn ein Leerstand auf Dauer hätte dem Gebäude sicherlich geschadet. Das leidet ohnehin unter erheblichem Unterhaltungsstau. Die Markisen hängen schon auf halb acht. Der neue Eigentümer wird einiges an Geld und Herzblut investieren müssen, um Gaststätte und Wohnung zeitgemäß auf Vordermann zu bringen. Gelingt das, dann kann es wieder was werden mit einem neuen Anlauf einer Kultstätte für Feierbiester. Sicherlich unter neuem Namen, aber mit eben dem gleichen Flair früherer Tage. Vielleicht klappt es dann ja auch wieder mit einem jährlichen Brückenfest. Die waren immer HAMMER. Schwärmen muss erlaubt sein. Warten wir jetzt erst einmal ab, bis der Deal in trockenen Tüchern ist und bewerten dann neu.  

Schloss Dhaun hat wieder seinen Wappensaal. Endlich! Nachdem die Saarländer mit ihrem Konzept „Staun in Dhaun“ so kläglich gescheitert sind, kann es nur besser werden. Und der Anfang verlief vielversprechend. Das Konzept von Marco Fritz stimmt. Man nehme konzentrierte Öffnungszeiten, eine kleine aber feine Speisekarte und würze das Ganze mit einer Vielfalt an Getränken, Kuchen und Live-Musik, alles in allem für kleines Geld in einem schönen Ambiente. Kurzum, ein Preis- Leistungsverhältnis, das passt. Weiter so! Keine Frage, der Wappensaal ist ein Gewinn für Dhaun und seine Gäste. Wer braucht angesichts dieser Einkehrmöglichkeit noch einen Pavillon im Schlossgarten? Ohnehin eine Schnapsidee, die nach wie vor mehr offene Fragen als Antworten offenbart. Wer bitteschön soll den gewinnbringend betreiben? Mögliche Pächter stehen hier und anderswo nicht gerade Schlange. Zuschüsse hin oder her, die Verbandsgemeinde hat diesbezüglich kein Konzept – zumindest hat man keines vernommen – und soll daher froh sein, wenn sie mit Hinweis auf den Wappensaal von diesem wackeligen Zug wieder abspringen kann. 

Komm wir gehen ins Autokino! So hatte der Blog vor Wochen getitelt und gleichzeitig eine Leinwand auf der Kyrau herbeigeschrieben. Und es liefen diesbezüglich wohl auch erste Gespräche. Inwieweit die in ernsthafte Planungen mündeten, ist nicht bekannt. Wie überhaupt es still geworden ist um das Thema in der Stadt. Womöglich ein Glücksfall, denn der Hype scheint mittlerweile verklungen zu sein. Siehe Idar-Oberstein, wo sich nur wenige Autos zu den Vorführungen einfanden. Der Druck ist weg! In Zeiten fortschreitender Lockerungen, inklusive Öffnungen von Kinos und Theaters hat das Autokino an Reiz verloren. Gut, dass Kirn im Vorbereitungsstadium steckengeblieben ist. Sollte sich die Lage an der Corona-Front weiter entspannen, dann dürfte sich die Autokino-Geschichte für Kirn erledigt haben. Wohl auch deshalb, weil die Kosten als zu hoch eingestuft werden. Das Risiko ist für die Entscheider wohl zu groß gewesen. Kirn hat kein Autokino, Kirn braucht kein Autokino. Zumindest nicht unter den momentanen Bedingungen.