Über Mahnwachen und den Blick in das Jahr 2022, eventuellem Mikroskopen-Klüngel, Hiobsbotschaften für das Kirner Land…

In der Sprache der Jugend: „Boah ist das krass, ey!“ Eine solche Mahnwache hat Kirn noch nicht gesehen. Vereint in der Sache haben unzählige Menschen ihre Solidarität mit dem Kirner Krankenhaus bekundet. Bravo! Die Gemeinschaft und der Wille, die Angelegenheit im Sinne des Kirner Landes zu wuppen, setzt eben ungeahnte Kräfte frei. Rund um die Uhr herrschte reges Kommen und Gehen am Stand der Mahnwache. Wenn alle an einem Strang ziehen, kann unter dem Strich nur etwas Gutes dabei herauskommen. Ein deutliches und vor allem entschlossenes Signal nach Mainz wurde von Kirn aus gesendet. Nun gilt es, in den Gesprächen am Mittwoch Klartext zu reden. Die Bürgerinitiative ist jedenfalls auf den Gang ins Gesundheitsministerium vorbereitet. Mit entsprechend formulierten Zielvorstellungen will man dort überzeugen. Drücken wir alle mal die Daumen, dass das hinhaut und nachher gute Ergebnisse Kirn erreichen.

Eine Schlagzeile der Tageszeitung im Jahr 2022: „Kirner Krankenhaus ist jetzt deutschlandweit führend auf dem Gebiet der Wirbelsäulenchirurgie“! Sogar aus dem Ausland kommen vermehrt Patienten in die Kleinstadt an der Nahe, um sich hier von ausgewiesenen Spezialisten behandeln zu lassen.“ Weltklasse! Kirn wird also in der Gesundheitsversorgung zukünftig Maßstäbe setzen. Bestellt jetzt schon mal zusätzliche Bettpfannen, das Krankenhaus wird sie brauchen! Weiter heißt es in dem vom Öffentlichen Anzeiger verfassten Artikel: Die Kapazität reicht schon lange nicht mehr aus, um der Nachfrage Hilfesuchender gerecht zu werden. Offen wird schon über einen Erweiterungstrakt, inklusive Übernachtungsmöglichkeiten für Angehörige spekuliert. Dabei stand das Krankenhaus in 2019 zwischenzeitlich sogar auf der Kippe. Verrückt, wenn es so gekommen wäre. Nur einer seinerzeit von einer Bürgerinitiative initiierten Protestbewegung war es zu verdanken, dass ein Umdenken bei allen Verantwortlichen einsetzte.  Davon profitierte nicht nur die Rückendiagnostik. Nein, im Sog der Vorzeigesparte, konnte sich auch wieder eine Bauchchirurgie etablieren. Das Krankenhaus verfügt nunmehr über 150 Betten und gilt als kompetenter Akutversorger, der auch bei Notfällen angefahren wird. Kurzum, die Mischung aus Spezialklinik und Grundversorger passt. Mehr noch: Es steht sogar wirtschaftlich auf gesunden Füßen. Für den 30. August 2022 ist ein Treffen der ehemaligen Bürgerinitiative geplant. Ein historisches Datum, weil exakt vor drei Jahren an gleicher Stelle eine Mahnwache für die Wende zum Guten sorgte. Gegrillt wird neben dem Mahnmal, welches seit kurzem an die Protestbewegung erinnert. Erstmals will der harte Kern von damals in entspannter Atmosphäre auf die Zeit des Protestes zurückblicken. Mit dabei auch die Vorstände der Diakonie, die nunmehr geschlossen hinter dem Kirner Krankenhaus stehen und so gar nicht gerne an ihren damaligen Fauxpas, von wegen Aufgabe, erinnert werden wollen…

Herrschaftszeiten, welch ein gewaltiger Bolzen! Letzte Woche noch wurde das 80 000 Euro teure Mikroskop durch den Kakao gezogen und jetzt stellt sich heraus, es handelt sich um ein Navigationsgerät für Operationen. Rolle rückwärts, dann fahrt halt dieses Teil mit Speed von Bad Kreuznach wieder zurück nach Kirn, wofür es zweckgebunden von der Bürkle-Stiftung auch finanziert worden ist. Wie ein Insider-Vögelchen jetzt zwitscherte, war das Hilfsmittel „nur“ zwei Wochen dort eingesetzt und wurde dann auf Anordnung des Chefs nach Kreuznach transferiert. Der dortige Arzt kann wohl nicht ohne das Teil Eingriffe vornehmen, sagt einer, der nahe dran ist am Geschehen. Auftrag hiermit erledigt! Was sagt uns das? Nun, die kurzen Dienstwege unter dem Dach der Diakonie funktionieren, zumal wenn die enge familiäre Bande des „Nicht-Ohne-Navigations-Gerät-Operateurs“ bis in den Vorstand der Bürkle Stiftung reicht. Finde den Fehler? War das Ganze vielleicht genauso von langer Hand vorbereitet worden? Ach was, sicherlich nur ein Zufall, wie so vieles im Leben eben. Der Instrumenten-Transfer ist zwar nur eine kleine Anekdote in der generellen Standort-Frage, aber eine mit Geschmäckle – wenn auch ganz anderer Art.  

Lauter alarmierende Nachrichten in dieser Woche: Die SIMONA meldet Kurzarbeit an, die ärztliche Bereitschaftsdienstzentrale reduziert die Sprechzeiten und auch das Krankenhaus befindet sich trotz aller positiven Signale noch immer in einem Schwebezustand. Das Kirner Land dreht gerade am Rad. Welche Hiobsbotschaft wird die Menschen als nächstes erreichen? Welche Institution steht als nächstes auf dem Prüfstein? Womöglich die Polizei? Moment, werfen nicht gerade zwei Polizisten ihren Hut bei der Wahl zum VG-Bürgermeister in den Ring? Wissen die etwa schon mehr? Sind die schon auf der Suche nach einem neuen Betätigungsfeld, das obendrein viel besser vergütet wird. Sicher alles nur ein Zufall. Mittlerweile haben die Parteien ja ihre Kandidaten-Listen eingetütet. Selbst die „Grünen“ sind mit jungen Kandidaten, die allerdings keine Menschenseele kennt, mit von der Partie, wenn es darum geht, am 20. Oktober auf Stimmenfang zu gehen. Verrückt, denn die grünen Männchen sind gerade „In“ und werden diese deshalb auch bekommen. Es gäbe da auch noch die AFD. Gerüchteweise werden die ebenso für den VG-Rat kandidieren. Mal schauen, ob aus der dunklen Ecke wirklich noch etwas kommt. Der Blog wird jedenfalls genau hinschauen und nach und nach alle Listen unter die Lupe nehmen.