Über Krankenhaus Kirn, Autokino Kirn, Fake-News, Online-Kaufhaus, Spender Lezius und Weingarten…

„Hauptsache mal wieder drüber geschwätzt!“ –  So oder so ähnlich lässt sich die Telefonkonferenz der Bürgerinitiative Kirn mit hochrangigen CDU-Vertretern unter der Woche wohl am ehesten charakterisieren. Beim Video-Gedankenaustausch ist unter dem Strich nichts herausgekommen. Nix greifbares zumindest. Corona drängt auch die Existenzfrage des Krankenhauses am Rande der Stadt in den Hintergrund. Wird Zeit, dass das Thema wieder mehr in den Fokus gerückt wird. Lassen wir es müllern. Und die BI-Antreiber stehen schon wieder in den Startlöchern, um wie einst Don Quichotte ihren Feldzug gegen die Windmühlen der verschiedenen Politik-Verantwortlichen sowie Verwaltungen zu führen. Und wie! Nächste Woche drängen die Flick-Preisträger auf einen nächsten Termin mit dem RLP-Gesundheitsministerium für ein drittes Zukunftsgespräch. Und auch Christian Baldauf (CDU) soll wieder mit ins Boot genommen werden für ein zweites Sondierungsgespräch. Und für beide Gespräche muss die Kassenärztliche Vereinigung mit an den Tisch. Nicht zu vergessen die Diakonie. Große Gesprächsrunden werfen also ihre Schatten voraus. Mögen sie zeitnah stattfinden und gut für das Kirner Land enden.

„Komm, wir gehen ins Autokino!“ Der Blog hatte letzte Woche vogelwild über die Möglichkeit einer Kirner Groß-Leinwand auf der Kyrau spekuliert. Nichts ahnend, dass in erster Linie Brauerei und ergänzend Volkshochschule längst am Thema dran ist. Mehr noch. Zusätzlich zum Autokino sind Comedy-Abende und Bühnenprogramme für Kinder angedacht. Seit ein paar Tagen hat man allerdings nichts mehr gehört von Kinovergnügen und mehr, empfangbar hinter den Windschutzscheiben. Kommen die Planungen ins stocken? Wäre schade. Langsam wird es Zeit, sonst sind Leinwände und Bühnen nämlich alle vergeben. Rundherum gehen die Autokinos mit bekannten Blog-Bustern an den Start. Kirn wird sich sputen müssen. An was hängt es noch? Sind die Sommerferien das Zeitfenster? Bitte mal aufklären.     

Ei der Daus! Inwieweit Fehleinschätzungen einen völlig trügerischen Eindruck hinterlassen können, lässt sich prima an der Berichterstattung über das Koch-Event mit Landrätin Bettina Dickes ablesen. Wörtlich heißt es in der Einleitung im Aufmacher-Artikel des Öffentlichen Anzeigers: „Beim Live-Kochen waren 580 Küchen zeitgleich zu Gast“! Eine erstaunliche Zahl, die beim Leser den Eindruck einer Masse von Mit-Köchen erweckte. Dem war aber nicht so. Schaut man sich die Statistiken genau an, dann lässt sich belegen, dass während der schnellen Kochstunde zeitgleich höchstens bis zu 60 Aufrufe gleichzeitig auf YouTube aufpoppten. Und das waren bei weitem nicht alles Menschen, die aktiv am Herd standen. Im Gegenteil: Die Mehrzahl dürfte aus reiner Neugier mal reingeklickt haben. Warum der Öffentliche daraus 580 Mit-Köche gleichzeitig herausposaunte, mag der Landrätin und ihrer fragwürdigen Werbe-Aktion zwar schmeicheln, entspricht aber bei weitem nicht den Tatsachen. Ein Lapsus, der bei sorgfältigerer Recherche vermeidbar gewesen wäre. Eine Richtigstellung steht noch aus. Kurz noch etwas zur Zielsetzung: Es sollte das größte gemeinsame Abendessen im Kreis Bad Kreuznach werden. Mit einer wahrscheinlicheren Teilnehmerzahl von geschätzten 20 bis 30 Aktiven entwickelte sich das im Vorfeld viel beworbene Event allerdings eher zu einer Posse. Die Zielsetzung gemeinsam auf Abstand kochen und so etwas wie Gemeinschaft frei Haus erfahren, wurde jedenfalls verpasst. Wohlwollend ausgedrückt bleibt unter dem Strich ein netter Koch-Versuch, mehr aber auch nicht. 

Lezius oder Weingarten? Oder beide zusammen? Wer von den beiden hat denn nun die 20 000 Euro für die Sanierung der Klosterkirche Mariä Himmelfahrt in Paffen-Schwabenheim losgeeist? Aus welchem Fördertopf auch immer. Beide beanspruchen das Lob für sich und beide forderten das unter der Woche durch die Hintertür auch auf Facebook ein. Nun will die Internet-Gemeinde unsere Vertreter aber nicht unbedingt hochleben lassen. Im Gegenteil: Kritische Stimmen bezüglich Wertigkeit und „rausgeworfenem Geld“ in Corona-Zeiten mehren sich. Und die ist durchaus berechtigt. Mehr noch: Der Blog stellt Förderungen für die katholische Kirche schon lange grundsätzlich in Frage. Gebetsmühlenartig weist der auf den Reichtum der Bischofsstühle hin. Nochmals zum Mitschreiben und für die Stammbücher vom Lezius und Weingarten: Experten haben es unlängst ausgerechnet: Wenn die Katholische Kirche ihr Füllhorn gießkannenartig über die Welt ausschütten würde, es gäbe von jetzt auf gleich keine Armut mehr. Diese Information haut der Blog nur mal so als vorstellbare Relation zum beträchtlichen Vermögen heraus, welches Rom und die vielen Bistümer auf der Welt horten und verwalten. Angesichts dieses Ausmaßes an Besitz und Kapital, ist es da nicht schon peinlich, wenn nicht sogar fast schon heuchlerisch, wenn Unsummen an Spendengeldern im Rahmen von „Betteltouren“ gesammelt werden, um hier und da zwingend notwendige Sanierungsmaßnahmen zu finanzieren.  

Was gibt es Neues vom Online-Kaufhaus. Wirtschaftsförderer und Ideengeber Andreas Steeg will es scheinbar unbedingt. Kommt es auch? Und wenn, wie wird man es nennen? Nun, inwieweit werden ihm die einzelnen Werbegemeinschaften folgen? Und wenn ja, wie bitteschön soll der gemeinsame kreisweite Online-Handel funktionieren? So, dass sich Aufwand und Ertrag rechnen. Der Blog hatte diesbezüglich schon seine Zweifel angemeldet. Zu teuer, zu personalintensiv, zu wenig erfolgversprechend! Augenblicklich fanden wohl erste Gespräche in großer Runde mit allen in Frage kommenden Werbegemeinschaften statt. Was ist dabei herausgekommen? Kam man sich näher? Kommt zeitnah ein Kreis-Online-Kaufhaus? Und wenn ja, wie und in welchem Umfang? Offiziell gibt es hierzu keine Stellungnahme. Es mutet an, dass nicht alle überzeugt vom Wirtschaftsförderer-Konzept zu sein scheinen. Denn wäre das der Fall, hätte man die Meldung sicherlich schon hinausposaunt. Der Blog meint, das gemeinsame Kaufhaus im Internet wird niemals nicht seine Pforten öffnen.