Über Höhere Schwimmbad-Mathematik, Bittsteller Feuerwehren, Fernsehserie über Kirn, Schloss-Wartenstein-Gastronomie…

Reden wir mal über Geld! Zeit für eine etwas andere Rechenstunde der Kategorie „Höhere Mathematik“. Die Rechenfüchse unter dem Dach der Stadtwerke haben berechnet, dass der tief verschuldeten Verbandsgemeinde zusätzlich Kosten von rund 175 000 Euro wegen der Corona-Auflagen entstehen dürften. Ganz schön viel Kohle. Doch wie setzt sich die Summe zusammen? Gebt bitte mal Milch, ihr Rechner! Mal im Ernst, ist die Summe nicht arg hochgegriffen? Laienhaft gefragt, ist die aufgemachte Kalkulation so überhaupt korrekt? Zugegeben, das Hygienekonzept ist nicht für umme umzusetzen, aber gleich so viel Zaster für ein paar Wochen eingeschränkten „Badespaß“? Schade, dass diesbezüglich von den Verantwortlichen nicht umfassender ufgeklärt wird. Machen wir mal eine eigene Gleichung auf: Angenommen das Schwimmbad würde am 1. Juli öffnen und wie in den Vorjahren auch saisonbedingt so um den 10. September schließen. Round About  wären das dann 70 Badetage! 175 000 Euro geteilt durch 70 ergibt exakt 2500 Euro tägliche Corona-Mehrkosten. Verteilt auf die anvisierten 500 Besucher täglich, wären das, rein theoretisch, 5 Euro on top zum normalen Eintritt. Nun will der Blog den Profis ihre Rechen-Fähigkeit nicht absprechen, aber es wäre schon interessant zu wissen, wie die Damen und Herren auf diesen exorbitant hohen Gesamtbeitrag kommen? Welche Eckdaten liegen dem ergänzenden Budget zugrunde? Zusätzliche Reinigungskräfte oder Security – wenn die überhaupt notwendig ist – sprengen doch nicht derart den Rahmen, oder doch? Könnte es sich eventuell um einen Rechenfehler handeln? Verfolgen Bad Sobernheim und Meisenheim einen anderen Mathematik-Ansatz? Einer, der Zahlen schönrechnen kann? Die öffnen nämlich, nicht zuletzt auch deshalb, weil im Gegensatz zu Kirn der unbedingte politische Wille Triebfeder ist, es allen Bedenken zum Trotz irgendwie wuppen zu wollen. Koste es was es wolle! Hut ab! Ihr Kirner, rechnet doch bitte in der VG-Sitzung mal laut vor. Wie früher in der Schule der Lehrer, unter dem Wegducken der Schüler, immer aufforderte: „Es kommt bitte mal als erster vor an die Tafel, der Jochen Stumm!

Und wenn der Vorrechner der Stadtwerke schon einmal die Kreide in der Hand hält, dann möge er auch gleich eine andere Summe erklären. Denn eine weitere Zahl lässt aufhorchen. Selbst wenn das Freibad geschlossen bleibt, verursacht es trotzdem 320 000 Euro Unterhaltungskosten. Verreck, ein Schwimmbad, das dicht bleibt, schluckt derart viel Geld? Am Ende genauso viel, wie in einer ganz normalen Saison? Sorry, diese steile These zu glauben verbietet mir der gesunde Menschenverstand! Wie passt das bitteschön zusammen? Warum und wofür? Handelt es sich um Altlasten oder Tilgungen? Herr Stumm, bitte schlüpfen Sie auch hier in die Rolle des „Stadtwerke-Erklär-Bärs“! Informieren Sie bitte umfassend. Der Verbandsgemeinderat und die Menschen da draußen würden gerne ihre Formel kapieren wollen. Mit den nackten Zahlen alleine lassen sich Denkweisen und Zusammenhänge nicht nachvollziehen. Der Rechenweg ist entscheidend. Heizung braucht es nicht, Strom braucht es nicht, Wasser braucht es nicht und Putzkolonnen braucht es auch nicht – wo fließt das Geld bitteschön hin. Eine Unterdeckung kann doch nur bei einer Öffnung im Regelbetrieb aufschlagen. Zusammengefasst braucht der Blog Nachhilfe und Einblick in die Stadtwerke-Formel. Unbedingt! Andere aber auch! 

Politiker lassen keine Gelegenheit aus, um Feuerwehr-Kameraden für ihr Engagement zu loben. Freiwilliges wohlgemerkt!!! Angesichts ihres Engagements muss das Gezeterte hinsichtlich der Anschaffung eines dringend benötigten Einsatzleiterfahrzeugs für die Kameraden des Kirner Landes wie der berühmte Tritt in den freiwilligen Allerwertesten vorkommen. Was bitteschön erlaube Michael Schmidt, um es in den Worten von Giovanni Trapattoni zu formulieren? Den SPD-Mann betitelt der Blog auch gerne mal augenzwinkernd als den Uli Hoeneß seiner Partei, weil der ja auch immer zum Rundumschlag ausholt, wenn es gegen seine Bayern geht. Und die Feuerwehr-Forderung richtet sich in seinem Selbstverständnis ja gegen „seine“ Verbandsgemeinde. Hallo, schon vergessen! Die ist auch zuständig für Anschaffung und Ausrüstung! Nein, das ist nicht die Aufgabe des Fördervereins! Die Einheiten sind keine Bittsteller und sollten als solche auch nicht behandelt werden. Basta! Zeit, ihm mal was ins Stammbuch zu schreiben: Wenn die Feuerwehr ein Einsatzfahrzeug dringend braucht, weil es für gewisse Lagen zwingend erforderlich ist und weil der Gesetzgeber es auch vorschreibt, wieso muss man dann noch die Anschaffung hinterfragen? Solche unnötigen Debatten nerven und zermürben die Männer und Frauen in den Feuerwehrhäusern nur! Hauptsache mal einen rausgehauen. Allerdings ohne Sinn und Verstand! Merke, seinen Feuerwehren sollte man jeden Wunsch von den Augen ablesen und wenn möglich auch erfüllen. Wertschätzung nicht nur reden, sondern leben. Capiche! Die Retter sind nicht nur rar gesät, sondern setzen bisweilen sogar ihr Leben für die Allgemeinheit aufs Spiel. Notwendige Anschaffungen für die Bewerkstelligung von Rettungslagen auch nur im Ansatz zu hinterfragen, geht gar nicht!!!  „Schämen sollten die sich, die Hinterfrager. Schämen!“ 

Klappe, Kirn die Letzte! Der SWR-Zehnteiler ist beendet! Happyend Fehlanzeige! Der Ausgang ist offen, weil man weiß ja nie, wie sich das Virus entwickelt. Hoffen wir mal, dass in Kirn keine Fortsetzung gedreht werden muss. Das würde nämlich bedeuten, dass eine zweite Welle Grundlage des neuen Drehbuchs wäre. Was ist hängengeblieben von der Serie. Nun, Kirn hat im SWR-Land und darüber hinaus Beachtung erfahren. Und wie! Das Mittelzentrum hat sich gut präsentiert. In den Hauptrollen überzeugten Bürgermeister Frank Ensminger, Tafel-Chefin Ellen Kriegel und ganz vorneweg der bereits filmerfahrene Eismacher Gianni. Letzterem sollen schon Angebote aus Hollywood für die Fortsetzung der Komödie „Eis am Stiel“ vorliegen. Ob das wirklich stimmt? Inwieweit das Kirner Land Nutzen aus der Serie ziehen wird können, darf hingegen bezweifelt werden. Selbst Menschen, die neugierig auf Stadt und Land geworden sind, werden nicht gleich in Scharen herbeiströmen. Wir leben nun einmal im touristischen Niemandsland, zumindest wenn man nach Informationen und Highlights im Internet sucht. Das Kirner Land ist im Netz unterpräsentiert. Die offiziellen Seiten dort sind eine einzige Katastrophe. Noch immer.

Ein Aufruf kommt selten allein! Bereits zum zweiten Mal rührt die Verbandsgemeinde die Werbetrommel auf der Titelseite des Mitteilungsblattes. Hat man das so notwendig? „Schloss Wartenstein mit der Erlebniswelt „Wald und Natur“ ist ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen und Einheimische. Gern möchten wir zumindest an den Wochenenden Besuchern ein Speisen- und Getränkeangebot bieten. Wir möchten den Vereinen hier die Möglichkeit geben, an einem Wochenende Speisen und Getränke zu verkaufen.“ Hört, hört! Der Aufruf ist zwar legitim und auch nachvollziehbar, ist aber ehrlicherweise der puren Verzweiflung geschuldet. Die Verbandsgemeinde hat es nämlich in all den Jahren nicht geschafft, hier oben eine Gastronomie zu etablieren. Es gab zwar immer wieder Versuche, die jedoch allesamt fehl schlugen. Keine Frage, diesbezüglich hat man sich verzockt, aber sowas von! Der Aufruf ist daher auch als Eingeständnis zu werten, es mit einem Rast- und Versorgungsangebot nicht hinbekommen zu haben. Punkt! Jetzt sollen es also Vereine aus dem Kirner Land richten. Inwieweit die Woche für Woche bereit sind, abwechselnd Verpflegungsaufgaben zu übernehmen, sei mal dahingestellt. Schließlich ist das mit einem erheblichen materiellen und vor allem personellen Aufwand verbunden, der nur dann zu vermitteln ist, wenn hinterher die Kassen klingen. Eine Garantie dafür kann es aber nicht geben. Eine Schloss-Wartenstein-Homepage sucht man im Netz vergebens. Dabei wäre die so hilfreich, um auf sich aufmerksam zu machen, Werbung zu betreiben oder um zukünftig Vereinen mit ihrem wöchentlichen Verpflegungsangebot eine Plattform zu bieten. Darüber sollten die Verantwortlichen mal nachdenken.