Rückblick 11. Januar

Über große Gefühle des Ersten Beigeordneten, Bürgermeister „TJ“ , Image-Film Kirner Land, Internetauftritt Kirn, Diakonie-Krankenhaus, Bäcker bleibt im Dorf…

Boah, da soll mal noch einer sagen Männer könnten keine Gefühle zeigen. Herzzerreißend waren die Worte von Hans Helmut Döbell. „Für mich beginnt heute der zweite Versuch des Renteneinstieges“, kündigte der scheidende Erste Beigeordnete in einem persönlichen Statement an. Seine Stimme stockte plötzlich, Tränen schossen ihm wohl in die Augen, als er mit gesenktem Haupt seiner Frau dankte, die in den zurückliegenden Monaten und Jahren „zurückstecken“ musste. Viel mehr, als ursprünglich geplant war. Es war Mucksmäuschenstill, als ein Mann, wie eine Deutsche Eiche, tief in sein Herz blicken ließ. Eigentlich fehlte nur der Satz: „Ich mach jetzt Platz und bleib bei Dir zu Haus mein Schatz!“ Doch der kam ihm nicht über die Lippen. Für manche gut, für viele leider. Bewegend dann, als aufmunternder Applaus entbrannte. Gänsehauterlebnis pur! Wobei, war das jetzt wirklich echt oder doch nur Show? Wenn bei all dem „ehrenamtlichen“ Stress und den damit verbundenen Entbehrungen und dem Klagen darüber, dass das eigene Privatleben über Jahre hinweg so sehr auf der Strecke geblieben ist, was belastete, warum ist er dann wieder angetreten? Erst auf die Tränendrüse drücken und dann doch wieder flugs als erster seinen Hut in den Ring werfen, wie passt das denn zusammen? Wie heißt da bitteschön der medizinische Befund? Alternativen in den eigenen Reihen hätte es doch gegeben. Stimmenkönig Michael Schmidt scharrte mit den Hufen. Aber sowas von! Nein, auch den zweiten Versuch auf Rente und mehr Zeit mit der Liebsten ließ er ungenutzt verstreichen. Oh, oh, wenn sich das mal nicht negativ auf den Hausfrieden auswirkt. Dem Blog ist bei dieser Szene des Abends spontan der Werbespruch „Dann geh doch zu Netto“, abgewandelt, „Dann geh doch in Rente“ in den Sinn gekommen. Chance vertan. Und so können wir auch nach den nächsten Wahlen alle wieder das Taschentuch zücken, wenn Döbell den dritten Versuch unternehmen wird, um in Rente zu gehen, bevor er unmittelbar danach wieder für eine neue Amtszeit kandidiert. Und so weiter und so fort. Manche können einfach nicht loslassen.

Es war alles da, was Rang und Namen hatte. Die erste Verbandsgemeinderatssitzung war unter anderem auch ein Stelldichein für die Hautevolee des Kirner Landes. Der Anlass war aber auch ein ganz besonderer, denn schließlich galt es den neuen Bürgermeister zu küren. Der gab sich bei seinem ersten großen Auftritt, zumindest äußerlich, ganz gelassen. Moralische Unterstützung erfuhr der von seinen jetzt ehemaligen SEK-Kollegen aus Mainz. So gesehen eine Bodyguard-Armada in XXL-Format. Die wird er auf und neben der politischen Bühne aber niemals wirklich brauchen, weil der Tausendsassa als Sympathieträger gilt. „TJ“ verkaufte sich gut, meisterte seine erste Rede ans Kirner Land souverän. Und auch wenn die großen politischen Felder nicht alle sogleich von ihm beackert worden sind, so konnte man dennoch den Eindruck gewinnen – es bewegt sich was. Kein weiter so, gut so! Gespannt sein darf man auf den von ihm angekündigten Image-Film über das Kirner Land, gemäß dem Vorbild Herrstein. Vorschlag: Der Blog schreibt ein Drehbuch. Dem schwebt auch schon was vor. Demnächst mehr in einem geschriebenen Trailer.

Um es gleich vorweg zu schicken: Internetseiten sind so etwas wie eine digitale Visitenkarte. Kaum zu glauben, aber die Verbandsgemeinde Kirner Land hat noch immer nicht den Wert einer Internetpräsenz erkannt. Die kommt nur fad daher. Man darf gespannt sein, wie lange es dauert, bis der neue Bürgermeister von der Startseite lächelt. Ein Image-Film ist ja gut und schönt, aber bevor ein Drehteam anrückt, sollte die Kirner Land-Seite von Grund auf einen neuen Look verpasst bekommen. Die hat es sowas von notwendig. Unbedingt! „Machen ist wie wollen, nur krasser“ – so lautet der Wahlspruch von „TJ“. Der Macher wird vor allem Motor und Antreiber sein müssen. Vieles muss neu und besser werden – vor allem die Internetpräsenz.

Die Landesregierung hat eine Verordnung beschlossen, mit deren Hilfe der Fortbestand kleinerer Krankenhäuser gesichert werden soll. Es geht um finanzielle Unterstützung. Die bekommt jetzt auch Kirn. Das Land zeigt also klare Kante. Dennoch, die Kohle gilt nur als ein kleiner Mosaikstein für einen dauerhaften Erhalt, nicht mehr und nicht weniger. Ein Hoffnungsschimmer auch die Meldung, dass nach dem Chefarztwechsel in der Wirbelsäulenchirurgie, unter neuer Führung in Kirn weiterhin operiert werden soll. Zusammengenommen ein Signal in die richtige Richtung. Der Weg zum Fortbestand ist allerdings noch weit. Was hat die Diakonie noch in der Hinterhand? In Kürze will man ja die Hosen runterlassen und ein neues Konzept vorstellen. Mitspielen müssen vor allem die Krankenkassen. Dickes Brett! Der Blog ist jedenfalls gespannt wie Bolle, was die Diakonie noch so im Köcher hat. Wachsweich geht nicht, Fakten müssen her. Sonst wird das nix mit dem Krankenhaus am Rande der Stadt.

Die „Fickerei Bäckinger“, ähm natürlich Bäckerei Fickinger (kleines Wortspiel) bleibt im Dorf. Hurra! Die Unternehmensentscheidung vermeldet man doch gerne. Schließlich bleibt den Bewohnern von Hochstetten-Dhaun ihr beliebter Hotspot für frische Backwaren erhalten. Dauerhaft, wenn die Ortsgemeinde dem Eigentümer entgegenkommt und es bei den Vertragsgesprächen nicht vermasselt. Angesichts der Ortsumfahrung dürfte der Mietzins niedriger ausfallen als bisher. Die Ortsgemeinde wird sich gewiss tolerant zeigen, denn wichtig ist nur, dass die Einkaufsmöglichkeit erhalten bleibt. Beim Arzt lief es ja ähnlich. Dem kam man auch entgegen. Aber sowas von! Ihm wurde gleich eine neue Praxis auf Kosten der Ortsgemeinde eingerichtet. Dafür spendierte der Ortsbürgermeister sogar seine eigene Immobilie. Was für eine Geste seinerzeit. Auf ähnliche Großzügigkeit kann auch der Bäcker hoffen. Dürfte kein Problem sein, weil der Laden eh der Ortsgemeinde gehört und die ganz alleine den Mietzins bestimmt. Der kann ruhig gegen Null tendieren. Hauptsache der Laden hat eine Zukunft. Nochmals, vermasselt es nicht!!!