Über Fastnachts-Umzüge, Fastnachterin Bettina Dickes, Poster Axel Hill, Rutsch-Hang, Typ Joe Weingarten, Rhein-Zeitung…

Helau!!! Fastnacht feiern ohne Saufgelage, geht das überhaupt noch? Natürlich! Wobei, in den letzten Jahren haben sich mitunter Jugendliche während Umzüge so richtig abgeschossen. Aber sowas von! Daher fährt die Polizei auch eine Null-Toleranz-Strategie, um einem Trend den Garaus zu machen, der so gar nichts mit Fastnacht gemein hat. Gut so!  Denn: Bei der Fastnacht soll die Tradition im Mittelpunkt stehen und nicht der Alkohol! So wird das Auge des Gesetzes auch beim Kirner Rosenmontagsumzug ein waches Auge auf die Zugstrecke und vor allem dem Drumherum haben. Fastnacht ist zwar seit je her eine Zeit des Ausnahmezustandes. Es ist traditionell die Zeit, in der es lockerer zugeht als sonst und in der die Narren, etwa Wikinger, Seeräuber, Cowboys, Indianer, das Regiment übernehmen. Damit die aber nicht überziehen, dafür sorgen dann die Sheriffs. Und wer sich nicht benimmt, der darf beim Faschingstreiben halt nicht mehr mitspielen. So ist das eben. Nun steht Kirn ja nicht Pate für Ausschweifungen, aber wehret den Anfängen.  

Es ist stürmisch auf dem Bad-Kreuznacher Umzug, aber Frisur und Kostüm von Landrätin Bettina Dickes sitzen. Gleiches Bild beim Nachtumzug in Bockenau und auch bei der Sitzung der Kallenfelser Eulen am Ende des Tages fällt ihre närrisch korrekte Erscheinung in Kirns guter Stube auf. WOW, was für eine kilometerfressendeTortur, inklusive Schnappschüssen und Kostümwechseln! Wie schafft die Frau das alles? Terminhatz XXL! Chapeau! Und immer mit einem anderen Motto. Keine Frage, unsere First-Kreis-Lady ist eine durch und durch echte Fastnachterin. Echt? Hmm, diesbezüglich können bei einem bisweilen schon leichte Zweifel aufkommen. Moment, ist da unter Umständen jedes Mal eine andere Bettina Dickes auf Narrentour im Kreisgebiet unterwegs? Sind die tollen Tage die Tage für Klone oder Roboter? Gibt es Bettina Dickes gleich in mehrfacher Ausfertigung, um das ihr auferlegte Mammutprogramm überhaupt zeitlich souverän bewältigen zu können. Bewahrt sie im tiefen Keller des Kreishauses ihre absolut real aussehenden Doppelgängerinnen auf, die sie dann nur noch auf Knopfdruck aktivieren muss? Vielleicht sitzt das Original die fünfte Jahreszeit auf der heimischen Couch aus und lässt ausschließlich ihre „Fastnachts-Kopien“ ran. Alle Jahre wieder, weil sie Fastnacht so gar nicht leiden mag? Die müssen ja nur gut aussehen, lächeln, winken und Helau rufen – passt! Ja, das könnte eine Erklärung dafür sein, dass sie überhaupt so omnipräsent sein kann. Papperlapapp! Die Ober-Närrin ist einfach nur taff und gut getaktet. Sie schafft es halt, alle Termine unter den närrischen Hut zu bekommen. Helau!

Am politischen Beben in Thüringen hatte CDU-Politiker Axel Hill richtig, richtig Spaß. Vor zwei Wochen stand der Göttergatte von Bettina Dickes für ein negatives politisches Lehrbeispiel in der Außendarstellung Pate. Der hatte in seinen Kommentaren und Posts auf Facebook jegliches Feingefühl und Gespür vermissen lassen. Bundesweit stieß das Verhalten der Beteiligten dort auf heftige Kritik. Während die meisten die Wahl als Dammbruch empfanden, wurde der Bad Sobernheimer nicht müde, Wahlprozedere und Ergebnis danach frenetisch zu feiern. Ein Mann der klaren Worte? Auf jeden Fall! Boah, der haute aber auch einen Kommentar nach dem anderen raus. Zwischen den Zeilen ließ sich sogar inneres Jubeln über die Thüringer Trickserei (TT) herausfiltern. Für sein Demokratie-Verständnis war die Vorgehensweise im Osten okay, andere hingegen sahen darin einen Wahl-Eklat mit Fremdschäm-Potenzial. So auch Michael Greiner (SPD). Auch der viel gemäßigtere Bürgermeister von Bad Sobernheim ist ein Mann der klaren Worte. Gemeinsam mit Teilen des Stadtrates distanzierte er sich nunmehr öffentlich von den Ansichten seines Kollegen.  Ui Jui Jui Jui Au Au Au Au – die mehr als berechtigte Zurechtweisung dürfte gesessen haben, um es in der Hochphase der Straßen-Fastnacht mal in einer passenden Liedzeile auf den Punkt zu bringen. Für seine Haltung gebührt Greiner ein dreifach donnerndes Helau und Hill zum Abgang Tusch und einen Narrhallamarsch!

Ist der Hang eine latente Gefahr oder nicht? Verfolgte man die Berichterstattung aus dem Vorjahr über den rutschenden Hang und die Bodenwellen-Piste darunter, sind Zweifel über die verbreitete Panikmache im Mai 2019 durchaus angebracht. Damals beschloss der Kreistag eine Sofortmaßnahme, um mit Umverteilung von aufgeschütteter Erdmasse umgehend beginnen zu können. Es bestünde Gefahr im Verzug, daher die Eilentscheidung. Fast ein Jahr ist das nun her und passiert ist so gut wie NICHTS!!! Nicht ein Kubikmeter Erdmasse wurde umverteilt. Finde den Fehler? Beinhaltet das Wort „Sofortmaßnahme“ nicht sofortigen Vollzug ohne zeitliche Verzögerung? Im Gegensatz zur Wort-Definition, ist der Kreis bisher nur im Schneckentempo unterwegs. „Katastrophal“ nennen viele Autofahrer den Zustand der Straße. Seit Jahren schon wird dieser viel befahrene Verkehrsweg welliger. Gefühlt handelt es sich auf dem betroffenen Teilstück um eine vorsätzliche Straßenverkehrsgefährdung durch Unterlassen. Wie lange will man noch untätig sein? Ungeachtet von Fahrbahnwölbungen bleibt die Ungewissheit Rutsch-Hang. Hang und Straße – eine unendliche Geschichte. Fortsetzung folgt!

MdL Joe Weingarten (SPD) ist eine richtige Persönlichkeit. Dem Mann hatte der Blog unlängst „Eier“ bescheinigt, wo andere aus seiner Partei lediglich Rosinen haben. Der Kerle ist erfrischend anders. Politiker seines Kalibers sind selten geworden, gerade in der desolaten SPD. Er zeigt klare Kante, an ihm kann man sich reiben – ein echter Typ eben, der durchaus auch als Kuschel- oder Erklär-Bär durchgehen könnte. Und der Mann sieht auch Schnittmengen mit anderen Parteien. Gut zu beobachten war das unter der Woche, als er sich dem Wahltross des Kirner FDP-Kandidaten bei einer Betriebsbesichtigung mit anschließender Diskussion anschloss. Ihn juckt es scheinbar nicht die Bohne, dass die Kirner Genossen die CDU-Frontfrau Christa Hermes unterstützen. Daher hatte sich wohl auch keiner von der Kirner Basis blicken lassen, als es darum ging, Wirtschaftsfragen zu erörtern. Weingarten moderierte das cool weg. Der ist ja auch schon groß und kann daher gut ohne Gefolge Einladungen von der politischen Konkurrenz wahrnehmen. Ensminger und Weingarten, die beiden sind nicht nur ein Jahrgang, sondern passen auch von Charakter und Statur prima zusammen. Da scheinen sich zwei „Knuddelbärchen“, zumindest für den Moment, gesucht und gefunden zu haben. Merke, wenn zwei auf gleicher Wellenlänge funken, spielen Parteibücher eine eher untergeordnete Rolle. Schnittmengen gibt es nämlich immer.

Die „Rhein-Zeitung“ plant, ihre mehr als zehn Lokalredaktionen zu schließen. Diese Nachricht schlug am Anfang der Woche ein wie eine Bombe. Ganze Regionen tragen nunmehr Sorge darüber, dass Themen – gerade im ländlichen Bereich – nicht mehr so gut abgedeckt werden wie bislang. Ein dem SWR zugespielter interner Mitarbeiterbrief brachte die Bombe zum Platzen. Wer von den Abonnenten jedoch gedacht hatte, die Verantwortlichen würden ihrem Vorhaben einer offensichtlich gravierenden Umstrukturierung ein paar Zeilen widmen, der sah sich getäuscht. Null Reaktionen und null Informationen sind im Ergebnis mehr als nur eine bescheidene Außendarstellung! Friedrich Merz würde sagen die ist grottenschlecht. Wahr ist, auch nach einer internen Umstrukturierung werden lokale Themen beackert werden. Wahr ist aber auch, dass mit jeder geschlossenen Lokalredaktion Informationen, Nähe und Qualität verloren gehen.