Über Politiker die von Kommunalgesetzen ausgebremst werden, das Baugebiet Kyrburgblick, Erfahrungen bei der Zulassungsstelle, SIMONA und die Aktionärsversammlung, Sensationslust auf Kosten des Leides anderer, „Nahe Hit, rad‘l mit“!

„Herr Schallmo, übernehmen Sie!“ – Der Blog hatte den beliebten SPD-Mann als den kommenden Ersten Beigeordneten der Stadt Kirn auserkoren. Als eine Art Wahl-Vorschlag hatte der ihm die Funktion beim letzten Wochenrückblick schon auf den Leib geschrieben. Da konnte der ja noch nicht ahnen, dass dieser durch sein Angestellten-Verhältnis mit der Stadt, eine solche Funktion per Gesetz gar nicht ausführen darf. Verflixt und zugenäht, da wäre mal einer, der in diese Funktion prima hineingewachsen wäre und dann scheitert das theoretische Gebilde an einer so doofen Formalität. Gut, dass Bianca Schallmo den Blog aufklärte: „Guter Gedanke, ihr Mann würde sich ja gerne dem Wählerwillen (Schallmo hat die meisten Stimmen auf sich vereint) beugen, wird aber vom Kommunalgesetz ausgebremst,“ lässt sie über die Facebook-Kommentarfunktion wissen. Nur schade, denn gerade dieser auf der Hand liegende Generationswechsel hätte der SPD sicherlich gutgetan. Vielleicht gibt es ja noch Hintertürchen für den quirligen Mann von den Stadtwerken. Müsste doch mit dem Teufel zugehen, wenn man diese Vorschrift nicht aushebeln könnte. Phantasie ist gefragt.

Gut, wenn Politiker die Servicewüste Deutschland mal am eigenen Leib zu spüren bekommen. FDP-Größe Thomas Bursian verbrachte geschlagene vier Stunden in der Kirner Zulassungsstelle. „Vertane Lebenszeit“, wie er sogleich über Facebook postete. Es ging einfach nicht vorwärts und zudem hakte es mit der Technik, ließ er genervt wissen. Nun, die kleine Zweigstelle hat schon so manchen Besucher zur Verzweiflung gebracht. Auch der Blog kann sich von spontanen „Mordgedanken“ nicht freisprechen, als es mal wieder länger dauerte. Viel zu lange! Zu den ärgerlichen Wartezeiten kommen dann auch immer die Anliegen von Autohändlern dazwischen, die stets eine privilegierte Behandlung erfahren. Bitte nicht verallgemeinern, ist reiner Blog-Eindruck – nicht mehr und nicht weniger. Kein Wunder also, dass ein Aufenthalt bei der Zulassungsstelle bei vielen Menschen von Haus aus negativ behaftet ist, ähnlich der einer Wurzelbehandlung beim Zahnarzt. Einzelfälle? Keine Frage, manche werden sicherlich gute Erfahrungen beim Schilder-Gang gemacht haben. Und für einen Computerausfall kann ja keiner was. Wenn es jedoch personell klemmen sollte oder die Technik-Abfertigung Luft nach oben offenbart, dann werden diese dann ja hausgemachten Missstände, alsbald der Vergangenheit angehören. Bursian will es nämlich richten und das Thema in den Kreistag transportieren. Danach wird es besser werden? Ganz bestimmt!

Kaum hat der Blog das Neubaugebiet „Kyrburgblick“ im letzten Wochenrückblick verwurschtelt, schon folgt die Istzustand-Beschreibung in der Zeitung. „Ein Schelm, der Böses dabei denkt“! Nein, ein Zusammenhang lässt sich da sicherlich nicht herleiten. Fakt ist, man ist auf einem guten Weg. Die Anlieger sorgen sich grundlos und auch die FDP kann sich ihre Bedenken verkneifen. Alle offenen Fragen wurden mit einem Termin beantwortet. Läuft alles rund, so die offizielle Botschaft ans Volk. Die Straßenbaumaßnahme ist nahezu abgeschlossen und auch das Interesse von Bauwilligen stimmt den Investor zufrieden. Gut Ding will eben Weile haben. Warum sich auch Zeitdruck auferlegen? Der Investor hat mehr als nur einmal bewiesen, dass er Bauvorhaben umsetzen kann. Gut für Kirn. Eine zügige Bebauung, dürfte ja auch in seinem persönlichen Interesse liegen, weil, zu einer guten Nachbarschaft in bevorzugter Lage, braucht es auch Nachbarn.

„Familienfest der Simona“ – so charakterisierte der Öffentliche Anzeiger die Simona-Aktionärsversammlung. Super Umsätze, super Stimmung, super Dividende – kein Wunder also, dass sich der engste Familienkreis im Gesellschaftshaus gut gelaunt präsentierte. Die Region ist stolz auf ihren Vorzeigebetrieb. Führungspersonen wurden feierlich und mit Applaus verabschiedet, neue vorgestellt. Normaler Zyklus eben, in einer heilen Simona-Wirtschafts-Welt eben. Wünschen wir der neuen Riege ein glückliches Händchen bei der Leitung eines mittlerweile Welt-Unternehmens. Gleiches gilt aber auch für die soziale Verantwortung. „Behaltet die bloß gut im Auge!“ Schließlich sind es die engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die stets das gesunde Rückgrat eines jeden Unternehmens bilden. Diese gilt es weiterhin mitzunehmen. Kontraproduktiv auf dem Weg weiter nach oben, wirken sich jedoch gestiegener Arbeitsdruck, abgeschaffte Betriebsrenten, die Last von Zeitverträgen- und die Plage Leiharbeit aus. Alles negative Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt, die auch die „Simonianer“ mehr oder weniger leidvoll zu spüren bekommen. Fragt mal bei Betroffenen nach!

Neugier ist den Menschen in die Wiege gelegt, Sensationslust offensichtlich auch. Es muss einen besonderen Reiz haben so schnell als möglich Bilder und Informationen von Unglücken auf den heimischen PC präsentiert zu bekommen. Für viele Menschen bedeutet das wohl einen Lustgewinn, das Geschehen an Unfallorten gleich welcher Art im Zeitraffer mitverfolgen zu können – ständiges aktualisieren der Situation inklusive. Und wer liefert Woche für Woche den „Kick“ von der ersten Minute an sozusagen frei Haus? Tageszeitungen und verschiedene Internetportale. War die Woche wieder schlimm. Je schneller das Leid anderer, unterlegt mit Infos und dramatischen Bildern, über den Ticker flimmern, umso besser. Ein regelrechter Wettbewerb um die flottesten und spektakulärsten Eindrücke, scheint hier ausgebrochen zu sein. Geradezu pervers wird es, wenn gerade diejenigen, die legitimiert selbst gaffen, andere dafür brandmarken. Wo soll das bitteschön noch hinführen? Demnächst werden wohl regelrechte Live-Berichterstattungen von Rettungsmaßnahmen quer Beet gepostet. Vorteil, auf diese Weise erfahren es dann auch die Angehörigen am schnellsten. Wie war das früher doch so anständig und pietätvoll. Da kamen die Presse-Menschen erst zu ihren Bildern und Informationen, als die Unglücksorte vollständig abgearbeitet waren. Heute sind die gefühlt schon da, bevor die eigentlich Zuständigen überhaupt informiert worden sind. Traurig aber wahr!  

26. Rad-Erlebnistag „Nahe Hit, rad’l mit“ – eine Erfolgsgeschichte? Nun, wenn man die Äußerungen der politisch Verantwortlichen sowie den Inhalten von Zeitungsberichten in dieser Woche Glauben schenkt, dann ja. Aber die Wahrheit liegt bekanntlich auf dem Platz, konkret hier auf der Radfahr-Strecke. Nur ist die an hundsgewöhnlichen Sonntagen genauso frequentiert wie am Heiligen Radfahrtag. Im Gegensatz zu denen, die die Veranstaltung vom Büro aus stets als Erfolg verkaufen, sitzt der Blog Jahr für Jahr kilometerfressend die Nahe hoch und runter im Sattel. Also, der leidenschaftliche „Radfahrer“ weiß wovon er spricht. Der klassische Radfahrtag hat sich überlebt. Nicht nur an der Nahe, sondern auch in anderen Regionen, etwa an Rhein und Mosel. Aufwand und Ertrag stehen in keinem Verhältnis mehr. Es bringt nichts und ist auch unglaubwürdig, schlechte Teilnehmerzahlen hinterher immer nur schönzureden. Tipp: Nicht immer nur die Frequenz an Hot-Spots bewerten, sondern die ganze Strecke im Auge behalten! Ist ehrlicher! Schließlich kostet der Radfahrtag den Steuerzahler viel Geld. Geld, das anderswo sicherlich sinnvoller angelegt wäre.