Über die SPD-WhatsApp-Gruppe, Parkdeck hat Mehrheit im Stadtrat, Wahlplakate Oliver Kohl, Baumschnitt-Kurs, Oktoberfest, Wahl-Podium…

Mal wieder Ferien! Diese Woche ging so gar nichts ab im Kirner-Land. Im Westen nichts Neues! Die Politik hat Pause. Lediglich das Parkhaus erhitzt die Gemüter, weil sich ehemalige Hinterbänkler zu Wort melden. Da wird es wahrlich schwer einen Rückblick zusammenzubasteln. Und wenn man denkt es geht so gar nichts mehr, dann kommt doch von irgendwo ein Lichtlein her. Lichtlein in Form eines zugespielten Mitschnittes aus der SPD-WhatsApp-Gruppe Kirner Land: Es ist Montag, 30. September, 16.04 Uhr. Die Mitglieder sind alarmiert! Die Smartphone summen, trällern oder piepen nur so sturm. Und wenn die Sozis unter sich sind, dann geht es richtig zur Sache: „Hallo, steht in der ersten Textblase. „Mist, der Politik-Clown aus Hochstetten hat uns wieder bloßgestellt“. „Um was geht’s“? „Der faselt von einem Bürgerentscheid im Zusammenhang mit dem Parkdeck“. „Der stichelt, weiß wohl um unsere momentane Mehrheit“. „Ach so“! „Ja, blöd, jetzt wo wir die Freien Wähler auf unsere Seite gezogen haben“!  „Nie hat man wirklich Ruhe vor dem Typen“. „Stimmt, der Teufel soll ihn holen, den Möchtegern-Satiriker“. „Wer haut einen Kommentar raus“? Unsere Speerspitze in Sachen Attacke, unser „Roter Peter muss da ran“. „Gut, mach ich“! „Heeeey! Suuuuuuper!“, dem hast Du es mit Deinen unnachahmlichen Worten aber mal so richtig gegeben“. „So kriegen wir die Kuh vom Eis“. „Hauptsache der Bürgerentscheid-Gedanke setzt sich nicht tief in den Köpfen der Leute fest“. „Puh, die Angelegenheit haben wir wieder sowas von im Keim erstickt“. „Bravo“! „Der Peter wird’s schon richten, der Peter macht’s schon gut Der Peter, der macht alles, was sonst keiner gerne tut“! 

Außerhalb der WhatsApp-Gruppe laufen derweil die Diskussionen im Volk munter weiter. Dürfen die Bürger am Ende den Streit um das Kirner Parkhaus mitentscheiden? Warum eigentlich nicht? Was spricht dagegen? Nun, es werden letztlich wohl Parteiinteressen sein. Die SPD will das Parkhaus. Bleibt die Frage, warum sich die Genossen gegen einen Bürgerentscheid sträuben? Wieso die ablehnende Haltung der alten Tante SPD? Der Blog hat eine überzeugende Erklärung: Die SPD weiß um die Mehrheit pro Parkhaus im Stadtrat. Die Sozis haben sich nämlich vereinzelte Zweifler anderer Parteien auf ihre Seite ziehen können. Unter den momentanen Voraussetzungen ist das Parkhaus save, hingegen bei einem Bürgerentscheid nicht unbedingt. Blog-Prognose: Allen Warnungen zum Trotz, das „Problem-Parkhaus“ wird gebaut, und dies, obwohl es zwischenzeitlich auf der Kippe stand. In absehbarer Zeit wird der entsprechende Beschluss im Stadtrat gefasst werden. Kosten, egal! Wen juckt schon die Meinung des Rechnungshofes? Ein paar Millionen Euro Schulden mehr oder weniger, darauf soll es nun wirklich nicht mehr ankommen. Drauf geschissen! Sorry, die Denke hat schon für so manchen Ruin gesorgt, wenngleich, Kommunen werden irgendwie ja niemals so wirklich pleite. Von daher, wird Martin der Baumeister seinen Schaffanzug anziehen dürfen. Als Legitimation wird der infrastrukturelle Mehrwert gegenüber der nachfolgenden Generation herhalten müssen. Basta! Inwieweit die getroffene Entscheidung dann wirklich richtig und wichtig war, werden in naher Zukunft die Autofahrer und in ferner Zukunft die Historiker beurteilen müssen.

Der liebe Herr Kohl! Er ist der auserkorene Schwiegersohn des Kirner Landes? Smart lächelnd, blickt der Kandidat von den Straßenlaternen herab. Vor allem bei den eher etwas reiferen Wählerinnen, dürfte er mit seinem Antlitz punkten. Was Plakate und Banner angeht, genießt der Mitvierziger ein Alleinstellungsmerkmal. Warum? Nun, die Kosten für die Anschaffung sind für die beiden freien Kandidaten einfach nicht zu stemmen. Nicht zu vergessen, die Dinger müssen ja auch auf- und wieder abgehängt werden. Im Gegensatz zum Parteisoldaten Kohl, müssen Jung und Römer die anfallenden Kosten für den Wahlkampf aus eigener Tasche berappen. Und die sind so schon üppig für die mehr oder weniger gut zusammengestellten Flyer. Merke, bei den Beamtengehältern herrscht bisweilen Schmalhans! Vorteil für Kohl? Nun, ein Nachteil ist es sicherlich nicht, sich auf diese Art und Weise in die Köpfe vorbeifahrender Autofahrer einprägen zu können. Den Mann kennt bis dato ja kaum einer. Bleibt nur die Frage, warum das SPD Logo so unscheinbar oben rechts auf den Plakaten platziert worden ist. Absicht oder Zufall? Vielleicht will Kohl ja den Anschein eines eher freien Kandidaten vermitteln, ohne jedoch seine Herkunft völlig verleugnen zu wollen. „Och Kohl, nicht so halbschwanger! Sie sollten schon mit ganzem Herzen zur SPD stehen – auch optisch.

Baumschnitt mit Oliver Kohl ist Geschichte. Lange hat es gedauert bis eine entsprechende Meldung aus dem SPD-Lager gepostet worden ist. Nun, viele Teilnehmer hat der Aufruf des Bürgermeister-Kandidaten ja nicht gerade nach Becherbach gelockt. Vielleicht kam der Beitrag ja auch deshalb so zögerlich. Hoffen wir mal, dass bei der Aktion „Marmelade kochen mit Oliver Kohl“ die Landfrauen des Kirner Landes mehr Interesse zeigen. Volle Marmeladen-Gläser lassen sich ja auch viel besser ablichten. Die roten Frucht-Gläser, analog der SPD-Farbe, im Vordergrund und der Chef-Einkocher mit Schürze dahinter. Umgarnt von Frauen – was wird das bunte Bildchen geben. Der Blog ist schon ganz gespannt.

Das nächste Wahlkampf-Podium steht vor der Tür. Gastgeber sind die Liberalen. Steht den Kandidaten dieses Mal ein echter Stresstest bevor? Bei der Auftaktveranstaltung fuhr der Öffentliche Anzeiger einen gewollten Kuschelkurs. Den verstehe wer will! Haken dran! Der gewählte Ansatz der zweiten Fragerunde ist jedoch ähnlich. Wieder sechs Fragen, auf die sich die Kandidaten vorbereiten können. Einziger Unterschied, nach jedem Block ist das Publikum am Zug. Die Kandidaten haben schon durchsickern lassen, dass sie mehr mit offenem Visier unterwegs sein werden. Die müssen ja nicht gleich mit den Fäusten aufeinander losgehen, aber bissel mehr sollte die Musik schon spielen. Lasst bitte die Samthandschuhe zu Hause. Schmackes muss in die Diskussion. Schließlich gilt es, sich abzugrenzen, die Schwächen der Gegner aufzuzeigen und seine eigenen individuellen Stärken herauszuarbeiten. Viel wird es auf das Moderatoren-Team ankommen. Hoffen wir das Beste.