Wochenrückblick 25. Mai

Diese Woche tagte der Förderverein des Diakonie Krankenhauses Kirn. Bekanntlich springt der finanziell immer dann ein, wenn der Träger müde abwinkt. Fernseher, Ausstattung, medizinisches Knowhow – kurzum die ganze Bandbreite decken Hans Gutschmidt und seine Mitstreiter ab. Ein Schlag ins Gesicht der engagierten Förderer dürfte die neuerliche Aussage des kaufmännischen Direktors der Diakonie Manuel Seidel sein, wonach die Innere Abteilung defizitär arbeite, sie nicht ausgelastet sei. Weiter: Er sehe die Zukunft des Hauses in einem medizinischen Versorgungszentrum. Autsch, das tut weh! Klingt ganz nach einem bye, bye Kirner Krankenhaus am Rande der Stadt. Dabei wurden erst Millionen an Steuergeldern in den alten Kasten investiert. Verstehe, wer will! Die Diakonie schaut eben nur auf ihre Bilanzen. Draufgeschaut hat sie allerdings nicht bei der Parkplatz-Posse. Eine Schranken-Lösung sollte es sein. Viel Geld wurde vor zwei Jahren in die Hand genommen. Geld, dass der Förderverein in hundert Jahren nicht zusammenkratzen könnte. Minimum im sechsstelligen Bereich. Die Gebührenvariante braucht zwar kein Mensch, aber die Chefetage bestand darauf. Die Investition wird sich niemals nicht rechnen, zumal die der trotz Fertigstellung in 2018 noch gar nicht in Betrieb ist. Ohne Worte! Schilda lässt grüßen!

Sie kam, sah, und lächelte Misstöne weg, noch bevor sie aufkeimen konnten. Politprofi Malu Dreyer wurde diese Woche überaus herzlich vom Gemeindeverband Kirner-Land empfangen. Die Landesmutti gab sich volksnah, ehrte treue Parteimitglieder und posierte für Schnappschüsse und Selfies. Wahlkampf-Hilfe in Perfektion, ist man da geneigt zu attestieren. Mit kritischen Themen verschonte man die Landes-Mutti weitgehend. Warum auch die Stimmung trüben. Die Fusion war zwar nicht gewollt und ist auch nicht schön, aber wozu jetzt noch Nachkarren. Im Gegenteil: Lieber demütig und bescheiden Danke sagen für bereitwillige Unterstützungen und Förderungen aus Mainz. Man weiß ja nie, wozu man die Eliten dort noch alles braucht. Das Parkdeck lässt grüßen. So funktioniert Politik halt. Es ist halt alles heile SPD-Welt. Blöd nur, dass der Wähler bockt. Die Presse hat sich zwar nicht ganz herausgehalten, aber wegen gebotener Zurückhaltung im Wahlkampf doch merklich in den Zeilen eingeschränkt. Wörtlich im Artikel Artikel: „Unter anderem tauschte sich die langjährige Sozialministerin mit Chefarzt Stephan Horn und Krankenhaus-Fördervereinsvorsitzenden Hans Gutschmidt über die Zukunft des Kirner Krankenhauses aus“, schreibt der Öffentliche. Und weiter? Nix weiter! Finde den Fehler? Der Leser will doch wissen was der Smalltalk gebracht hat, oder etwa nicht? Rote Harmonie hin oder her, minimum ein Statement der Chefin hätte man zum Dauerthema Nummer eins im Kirner Land erwarten dürfen. Jetzt, wo sie schon mal da war. Dazu jedoch keine einzige Silbe. Hier hätte knallhart nachgefragt gehört. Setzen, sechs!   

Richtig ist, dass Vorträge von Ärzten auf reges Interesse stoßen. Falsch ist, dass solche Termine helfen, um die Existenz von Krankenhäusern zu sichern. Wer das glaubt, der glaubt auch an den Weihnachtsmann. Im ernst, es kann nicht schaden, wenn die Kirner Krankenhaus-Ärzte Initiative zeigen, um sich außerhalb von Operationssälen, durch solche und ähnliche Veranstaltungen, als schlagkräftig und kompetent darzustellen. Das Krankenhaus hat schließlich Pfunde, mit denen es zu wuchern gilt. Der CDU Vorsitzende Claus Tressel postete sogleich aus dem Gesellschaftshaus: „Interessierte Zuhörer waren die Fraktionsvorsitzenden der CDU und FWG (die anderen Parteien wohl nicht) vor Ort und können solche Vorträge zum Erhalt des Kirner Krankenhaus nur befürworten.“ Irrtum Herr Tressel. Solche Vorträge erhalten keine Krankenhäuser, schon gar nicht das Kirner. Es sind die Bürokraten, die allerdings ihre Entscheidungen einzig und allein nach Bilanzen und nicht nach Bedarf, geschweige denn Vorträge, über was auch immer, fällen. Und die Zahlen sind in Kirn nun einmal nicht so dolle. Schwerer Systemfehler, nennt man das wohl.

Was war das für ein Endspurt im Wahlkampf. Die Parteien haben sich nahezu überboten beim menscheln. Kaffee, Bier, Brezeln, Eis, Äpfel und, und, und. Die Jusos gehen jeden Tag woanders Klinken putzen und auf Marktplätzen suchten die Etablierten das Gespräch mit dem Wähler. Gottlob, ist jetzt alles vorbei. Man darf gespannt sein, wer kommunal am meisten überzeugt hat. Zurückhaltend beim Verteilen von Snacks und anderen kleinen Gaben verhielt sich die FDP. Zumindest ist nichts zum Blog vorgedrungen. Die hätten doch knallgelbe Bananen unters Volk bringen können. Die gesunde Zwischenmahlzeit steht für Vitalität und Frische. Wie die FDP eben – sagen zumindest deren Anhänger. Spendabel ist anders. Wenn das mal kein Fehler war, auf diese oder ähnliche Gesten zu verzichten. Schauen wir mal, inwieweit die vornehme Zurückhaltung Auswirkungen an der Wahlurne offenbart.

Wenn ein Ortsbürgermeister freiwillig mit den Senioren 55+ in den Bus steigt, um einen Tagesausflug zu unternehmen, dann fährt wohl auch die Angst mit. Angst, dass er am Sonntag nicht die Stimmenanzahl erhält, die es ihm erlaubt ohne Makel weiter das Zepter schwingen zu dürfen. Die Stimmenfang-Aktion führte die Reisegruppe aus Hochstetten-Dhaun nach Bitburg. Ob die Teilnahme von Hans Helmut Döbell geholfen hat, wird sich nicht eins zu ein nachvollziehen lassen. Geschadet wird es aber sicher nicht haben. Oder doch? Solche Initiativen kurz vor dem Urnengang werden nicht selten als Blendwerk entlarvt – auch von den älteren Damen. Mal gespannt wohin die Fahrt in fünf Jahren führen wird und wer dann als Kandidat mit im Bus sitzt? Bis dahin, haben die Senioren ihre Ruhe vor sich anschmeichelnden Politikern. Wie man ja weiß, gehört die Spezies zu einer seltenen Gruppe einer mittlerweile bedrohten Art, die immer vor Wahlen die Nähe zu den Menschen sucht. Es menschelt aber nur kurz, bevor sich die überwiegend „Männchen“ dann wieder in ihren Bau zurückziehen.