Wochenrückblick 12. Juli

„Die politische Lage im Kirner Land scheint im Wandel – jetzt sind neue unverbrauchte Köpfe gefordert. Gesucht wird die Zukunft. Das Kirner Land blutet infrastrukturell mehr und mehr aus. Ganz oben auf der Streichliste, das Krankenhaus. Was kommt danach? Die Polizei? Verreck, so kann es nicht weitergehen! Wer hat das Zeug zum verwegenen Superhelden, welcher Typ hat das Zeug zum Super-Verbandsgemeinde-Bürgermeister? Wer führt das Kirner-Land an die Fleischtöpfe? Bisher hat nur Thomas Jung („TJ“) seinen Hut in den Ring geworfen. Der Batman von der Höhe ist quirlig und hipp – auch ohne Heldenmontur. Polizist eben! Einer der durch seine offene und frische Art bei Jung und Alt ankommt. In Kürze ist Bewerbungsschluss. Wer will es mit dem Einzelkampf erprobten Newcomer aufnehmen? Martin Kilian? Der Stadtchef ist ebenfalls parteilos. Er hält sich (noch) bedeckt. Doch will er sich das wirklich antun? Wäre es für ihn nicht verlockender, nach seiner Amtszeit sanft in den Ruhestand zu gleiten? Gespannt darf man sein, wen die etablierten Parteien so präsentieren. Selbst im Flurfunk herrscht diesbezüglich absolute Stille. Haben die etwa niemanden zu bieten? Wenn dem so wäre, käme das einem Offenbarungseid gleich. FDP? Nun, wenn Emsix himself überlegt anzugreifen, scheint alles möglich. Es käme dann zu einem Duell, der Marke 12 Uhr mittags, Mann gegen Mann auf Augenhöhe. Man erinnere sich nur an seine denkbar knappe Niederlage seinerzeit bei den Bürgermeisterwahlen, als er „SPD-Schwergewicht“ Fritz Wagner beinahe vom Sockel gestoßen hätte. Egal wer von beiden irgendwann einmal an der Haustüre klingeln sollte, unterhaltsam und spaßig wird es allemal. Es gäbe da noch einen Dritten im Bunde, der es auch könnte. Günther Gerhardt aus Heimweiler war auch schon mal nahe dran am VG-Bürgermeister-Sessel. Will der ausgewiesene Verwaltungs-Fachmann nochmals Witterung aufnehmen? Das Gerücht hält sich jedenfalls hartnäckig. Nicht unterschätzen sollte man Bewerber von auswärts. Ein zu erwartendes üppiges Gehalt wirkt sich attraktiv und sexy aus, selbst für Menschen mit Provinz-Allergie. Warten wir es einfach ab!    

Aufgepasst, die CDU-Geldbotin Antje Lezius kommt mal wieder wie „Kai aus der Kiste“ zum Vorschein. Wie ein Engel ohne Flügel ließ sie sich erst neulich mit einem runden Scheck für die Sanierung der katholischen Kirche in Kirn ablichten. Nun postet sie auf Facebook die Zuweisung von jeweils satten 400 000 Euro, als direkte Folge des Pflegepersonal-Stärkungsgesetz, an das Klinikum Idar-Oberstein und das neue Gesundheitszentrum Glantal. Lezius: „Eine flächendeckende medizinische Versorgung ist wichtig für unsere Heimat. Darum werden Krankenhäuser in dünn besiedelten Regionen vom Bundesministerium für Gesundheit in den Blick genommen. Das Klinikum Idar-Oberstein und das Gesundheitszentrum Glantal in Meisenheim erhalten ab 2020 zusätzliche 400 000 Euro. Pauschal und unbürokratisch.“ Hallo, was bitteschön ist mit Kirn. Das Krankenhaus am Rande der Stadt steht mehr denn je auf der Kippe und bräuchte deshalb jede finanzielle Unterstützung jetzt und auch zukünftig. Unbedingt! Hat man seitens der CDU da etwa schon einen Haken drangemacht? Wissen die schon mehr? Es steht zumindest zu befürchten. Auf sofortiger Nachfrage von CDU-Stadtchef, Claus Tressel, nach den 400 000 Euro für Kirn, kam von ihr über Facebook kein Wort mehr. Komisch, sonst kommentiert unsere Frau in Berlin doch auch ständig. „Nachtigall, ick hör dir trapsen“, um das mal mit einer Berliner Redensart zu kommentieren. Man kann den Braten schon riechen. Die Zeichen stehen auf Abschied.

Tafeln, die kostenlos Lebensmittel an Bedürftige verteilen, sind mittlerweile ein weit verbreitetes Phänomen. Seit Gründung der Tafel in Kirn hat die einen regelrechten Boom erfahren. Leider! Zielgruppe der Tafeln sind vor allem Arbeitslose und Geringverdiener, Alleinerziehende und Rentner. Soweit so schlecht! Auf den ersten Blick erscheint das Prinzip der Tafeln rundum gut: Überflüssige Lebensmittel werden nicht weggeworfen, sondern an bedürftige Menschen verteilt. Und dies alle mit großem ehrenamtlichem Engagement. Trotzdem mischt sich darunter ein zwiespältiges Gefühl, wenn die Kleinlaster der Tafeln an Lebensmittelläden andocken, um die dort eingesammelten Lebensmittel später in einer Art Geschäft zu verteilen. Armes reiches Deutschland! Gottlob gibt es die Bürkle-Stiftung, die immer ein offenes Ohr für die Tafel hat. Dank ihr, können jetzt angrenzende Räumlichkeiten, als Folge einer steigenden Nachfrage, hinzugemietet werden. Doch das eigentliche Problem – die Armut in einem reichen Land zu beseitigen – lösen weder Stiftungen noch Tafeln. Das hat die Politik versaut, aber sowas von! Aber wenn schon Armutsbewältigung nach einem „Tafel-System“ auch im Kirner Land mehr als notwendig ist, dann ist es gut zu wissen, dass man mit der Bürkle Stiftung einen starken und vor allem solventen Partner an seiner Seite weiß. Deren Geld-Seckel wird nämlich niemals nicht leer.

„Telekomiker“ – die Beschreibung des Global-Players, mit nur einem einzigen Wort, kann schwerlich mit einem Lob in Zusammenhang gebracht werden. Das war von Mario Jakobi auch so nicht vorgesehen. Im Gegenteil: Seiner Ansicht nach habe es selten ein deutsches Unternehmen schneller geschafft, Ruf und Image grundlegender zu ramponieren. Das Netz und auch Jakobi reagiert mit Wut und Empörung, schüttet aber auch kübelweise Spott und Häme über den Bonnern aus. Jakobi wirft dem Unternehmen Willkür vor. Willkür deshalb, weil man ihm Telefon- und Internet in Dhaun abschalten möchte. Gekündigt und Aus. Ende, peng! Die Hintertür für alle Betroffenen sind neue Verträge zu neuen Bedingungen. Was sollen er und die anderen tun. Trommeln? Rauchzeichen? Der Dhauner versprüht nur noch Galgenhumor und stellt in diesem Zusammenhang alles und jeden in Frage, besonders die „Oberen“. Die da „oben“ wären nicht mehr da für die da „unten“. So ganz unrecht liegt er da ja mit seiner Vermutung nicht – zumindest gefühlt.

„Ach Du faules Ei!“ – inwieweit die Suche nach dem Nestbeschmutzer in den Reihen der Kirner SPD mittlerweile zum Erfolg führte, ist bisher noch nicht nach außen gedrungen. Gut, es ist Urlaubszeit und demzufolge herrscht gerade politischer „Notbetrieb“. Unter diesen Bedingungen ist es für jede Partei schwer eigene Quertreiber zu entlarven. Vielleicht lässt sich das faule Ei ja gerade an irgendeinem Meer die Sonne genüsslich und reinen Gewissens auf den Bauch brutzeln. Es wird spannend sein zu beobachten, inwieweit die internen Ermittlungen überhaupt zum Erfolg führen werden. Nur, wie muss man sich die tägliche Arbeit nach den jüngsten Bekundungen, eine Art „Bereinigung“ anzustreben zu wollen, in der Praxis vorstellen, wenn scheinbar jeder jeden – womöglich in einer Art methodischen „Stasi-Manier“ – beäugt und daher jedes Wort und jeder Vorschlag indiziengebend auf der Goldwaage landet. Fakt ist, die SPD fühlt sich intern wie extern als Opfer, das sich unverstanden fühlt und als Reaktion auf den Liebesentzug schmollt. Ein typisch frühkindliches Trotz-Verhalten, das sich sonst nur auf Spielplätzen beobachten lässt. Scheinbar tief getroffen, schießt man aus der Hüfte verbal nur so um sich. So mancher abgesetzte Tweet auf Facebook verfügt durchaus über Fremdschäm-Potenzial. Leute, so wird der Abgesang auf Euch nur lauter. Tipp: Immer erst tief durchatmen bevor man kommentiert beziehungsweise nicht jede Meinung bedarf einer sofortigen Reaktion. Merke, weniger ist mehr.