Rückblick 19. Oktober

Ja, da hatte der Blog unter der Woche einen Frontalangriff auf Landrätin Bettina Dickes gestartet. Zugegeben, der war in Wortwahl und Ansprache nahe der trennenden Gürtellinie abgesetzt, aber die sofortige Reaktion der regionalen „First-Lady“ brachte dafür umso mehr Klarheit. Die wirkte auf die letzten Zweifler wie eine Beruhigungspille im XXL-Format. 1000-prozentige Gewissheit darüber, dass unsere Landrätin exemplarisch hinter dem Kirner Krankenhaus steht, wohl auch dann noch, wenn im Falle eines nicht auszuschließenden Rückzuges von Diakonie-Seite, der Kreis als Träger einspringen müsste. Deutliche und bekennende Worte aus Bad Kreuznach, die von der Bürgerinitiative jetzt in Stein gemeißelt werden können. Da haben sich die wenigen provozierenden Zeilen hart an der Grenze des Vertretbaren doch gelohnt, oder nicht? Ihr nochmals dieses Statement zu entlocken, dafür übernimmt der Blog doch gerne die Funktion des Unruhestifters. Alles genauso initiiert und intern vorhergesagt. Top, besser hätte es nicht laufen können. Okay, der Anschiss aus Hochstetten-Dhaun war nicht zwingend notwendig, aber geschadet haben die markigen Worte auch nicht. Nicht ihr und nicht der Bewegung. Sicher ist sicher. Dennoch ein DICKES Sorry an Bettina DICKES. Den Angriff hatte sie so nicht verdient.

Kaum ein anderes Projekt spaltet die Menschen so sehr in zwei Lager wie das Parkdeck. Es gibt gute Gründe dafür und dagegen – Tendenz fifty-fifty im Volk! Die Argumente sind auch den Mitgliedern des Stadtrates bestens bekannt. Man darf gespannt sein, in welche Richtung deren Pendel schließlich ausschlagen wird. Egal wie, es dürfte eine knappe Entscheidung werden. Jaja, wenn nur das liebe Geld nicht wäre. Denn nur darum geht es. Wäre man diesbezüglich auf Rosen gebettet, dann gäbe es eine solche Diskussion nämlich nicht. Martin der Baumeister hätte längst die Freigabe des dreistöckigen Luxus-Parkhauses erteilt und zwar mit Pauken und Trompeten sowie Freibier und Schnittchen für alle. Moment, vielleicht lassen sich ja auch externe Geldquellen anzapfen, um den Traum vom „Eigen-Parkhaus“ verwirklichen zu können. Es gilt Alternativen zu den üblichen Fördertöpfen aufzutun. Die Stadtoberen sollten mal ganz frech bei der Bürkle-Stiftung anklopfen. Deren Schatulle wird ja bekanntlich niemals nicht leer. Die könnten ein Parkhaus mit Stockwerken bis zum Himmel bauen, ähnlich dem Turm zu Babel. Apropos Turmbau zu Babel. Die Katholische Kirche kennt die Geschichte aus dem Effeff und die weiß auch wie es geht an fremde Moneten zu kommen, und dies, obwohl der eigene Geldspeicher überquillt. Deren seinerzeit gestellte schriftliche Eingabe an die Stiftung für einen Zuschuss zur Kirchensanierung müsste die Stadt nur entsprechend ihren Bedürfnissen abändern. Streiche Kirchensanierung und setze Parkhausneubau auf den Antrag. Die Initiative hat sicherlich gute Chancen abgesegnet zu werden, denn die Menschen brauchen schließlich beides. Die Kirche, als Ort des Beistandes für die Seele und das Parkhaus, als Ort des Abstellens für das Auto. Amen!   

Was tut sich in Sachen Monster-Wall? Der ist ja auf seine Art eine Sehenswürdigkeit, ja fast schon eine Tourismusmagnet. Viele Neugierige haben sich den steil abfallenden Hang alleine schon aus purer Neugier schon aus der Nähe angeschaut und natürlich im Bild festgehalten. Keine Frage, das Ding braucht einen Spitznamen. Der Blog startet hiermit einen Aufruf. Was Berlin kann, kann Kirn schon lange. In der Bundeshauptstadt spricht man bei der kreativen Namensfindung auffälliger Bauwerke und Besonderheiten von „Berlinismus“. Analog braucht es jetzt den „Kirnerlismus“! gesucht wird ein Kosenamen für den „Monster-Wall“. Einer aus dem Volksmund eben. Der darf sowohl spöttisch, als auch verniedlichend oder positiv besetzt sein. Wer ist dabei, wer hat eine Idee? Raus damit! Starten wir den „Kirnerlismus“! Der lässt sich natürlich beliebig ausweiten, etwa auf das Parkdeck, falls es denn jemals gebaut werden sollte. Doch zurück zum Monster-Wall. Wie wäre es mit „Stein-Kante“. Zugegeben, das Beispiel ist nicht gerade der Brüller. Eher eine netter Versuch. Wer kann es besser? Wer hat das Zeug zum „Kirnerlismus“.

Zuletzt haute der Uli Hoeneß der SPD, Michael Schmidt, beim Wahl-Podium so richtig auf die Pauke, als er Bürgermeister-Kandidat Andreas Römer getreu dem Motto „Mia san SPD“ zurechtwies. Hoffentlich hat er dabei sein Pulver nicht völlig verschossen. Das braucht er jetzt dringender denn je, weil vor seiner eigenen Haustür der Service-Point der Sparkasse Rhein-Nahe geschlossen wird. „Was erlaube Sparkasse“, um in er Sprache eines legendären Bayern-Trainers zu bleiben. Wie kann es die überhaupt wagen, in der Wiege der regionalen Politprominenz, den maschinellen Kundenberater so mir nichts dir nichts einfach ersatzlos abzuziehen. Schild raus und danach ist Schluss – geht’s noch. Information im Vorfeld gleich null, zumindest nicht an die Bürger. Es dürfte sich mittlerweile ja herumgesprochen haben, dass Service und Kunde nicht wirklich zusammenpassen, aber ein Rückzug, gerade aus Hennweiler, damit konnte nun wirklich keiner rechnen. Rentabilität hin oder her, das letzte Wort dürfte da bei weitem noch nicht gesprochen sein. Oder doch? Wie man hört, war die Ortsgemeinde ja in den Prozess eingeweiht. Blöd, so ein fieser Nackenschlag unmittelbar vor den Wahlen. Die Sparkasse verweist auf die neu eingerichtete Geldabholstelle Dorfladen als Ersatzangebot bei einem Kauf ab zehn Euro hin und lässt dazu noch verlauten, dass ohne diese Win-win-Situation der Versorgungspunkt aus Wirtschaftlichkeitsgründen schließen müsste. Häh??? Spielt sich die Sparkasse zum Retter des Dorfladens auf? Ist die am Ende gar Wohltäter? Wird der Automat also nur abgebaut, damit die Ladentheke bleiben kann? Finde den Fehler? War die Sparkasse nicht einst mit dem Versprechen angetreten, nahe am Kunden zu sein? Und was soll das mit dem fast schon nötigenden Mindesteinkauf? Ganz zu schweigen von dem Handicap Öffnungszeiten. Vieles passt so gar nicht zusammen. Keine Frage, diese Schließung ist eine kleine Zäsur in Hennweiler.

Bürgermeister-Kandidat Oliver Kohl (SPD) hat auf dieser Plattform schon einiges einstecken müssen. Zeit, ihn mal zu loben. Er vermisst ein starkes Signal sowie eine klare Aussage pro Kirner Krankenhaus von der Diakonie-Mitarbeitervertretung. Über die Zeitung bemängelt er jetzt deren Schweigen, egal auf welcher internen Ebene. Geschickter Schachzug zwei Tage vor den Wahlen nochmals als Kämpfer und Streiter aufzutreten, gell? Es stimmt aber in der Analyse, denn von einem klaren Bekenntnis zu den Mitarbeitern vor Ort hat man von den Vertretern bisher weder etwas gehört, noch gelesen. Mehr Armutszeugnis geht nicht. Wer keine Haltung hat, keine Position bezieht und sich nicht einsetzt wird nicht gebraucht. Die Planstellen wären in der Pflege sinnvoller aufgehoben. Basta! Generell gilt aber schon länger, dass Führungsetagen mit Personalräten oder Mitarbeitervertretern eher einen Kuschelkurs fahren. Und das Schlimme daran ist die Tatsache, in beiderseitigem Einverständnis. Wäre ja auch beim täglichen gemeinsamen Kaffeeklatsch atmosphärisch störend, wenn heikle Themen diskutiert werden müssten. Längst vorbei sind die Zeiten, wo Mitarbeitervertreter wie Türme in der Schlacht auftraten, um sich im Sinne der Belegschaft mit den Oberen zu fetzen. Diese Streitkultur scheint endgültig ausgestorben zu sein. Grundsätzlich sind diejenigen Mitarbeitervertreter, die auf den Chefetagen ihre Büros haben, nur noch weichgespülte Marionetten, die auf Linie sind oder auf Linie gebracht werden. Die haben meist ihre eigenen Interessen im Blick. Da bildet die Diakonie offensichtlich keine Ausnahme. Leider!