Über Autokino, Bäumchen und Politiker, Online-Handel, Dickes-Kochstudio…

„Komm wir gehen ins Autokino“ – da hatte der Blog unter der Woche doch ein richtiges Gespür entwickelt. Kaum ging der Aufruf online, schon wiesen die ersten Kommentare auf die Absicht einer nahen Umsetzung hin. Infrage kommende Personen- und Organisationen haben das Thema schon auf ihrem Schirm. Müssen sie auch, denn Autokinos sind derzeit der Renner schlechthin. Wer zu spät kommt, für den wird es schwer werden entsprechende Leinwände zu organisieren. Und die braucht es in XXXL-Format, um ein Kinoerlebnis ins Fahrzeuginnere zu transportieren. Und das wird kommen. Die Menschen sind angefixt. Aber sowas von! Die warten nur darauf, dass es endlich losgeht. Wenn dann noch die richtigen Blog-Buster durch die Windschutzscheibe flimmern, dann dürfte das Verkehrschaos schon bei der Zufahrt vorprogrammiert sein. Der Blog wünscht sich als Einstiegsfilm „Der mit dem Wolf tanzt“ oder „Spiel mir das Lied vom Tod“. Alternativ eine Komödie. Und wo Filme funktionieren gehen auch Comedy-Abende oder speziell ein Programm für Kinder. Wenn der Auto-Parcours mal steht, gell?  

Ulme, Birke – und was kommt jetzt. Wer will nochmal, wer hat noch nicht. Medienwirksam pflanzte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner in der Kirn Sulzbacher Wässerung anlässlich Tag des Baumes ein Bäumchen. Ihre Parteikollegin Antje Lezius griff ein paar Tage später ebenfalls zum Spaten, um ihre Birke an gleicher Stelle zu verbuddeln. Die zeigt als erstes im Frühjahr ihr zartes Grün und gilt somit als Sinnbild des Frühlingserwachens. Passt! Wer kommt als nächstes mit einem Exemplar um die Ecke? Freiwillige vor. Auf der Wiese ist (noch) reichlich Platz. Die CDU scheint jetzt durch zu sein. Wie wäre es mit Pflanzaktionen der anderen Parteien? Joe Weingarten (SPD) könnte eine Hainbuche setzen. In der Baummythologie gilt der als ein treuer Begleiter und standhafter Helfer. Kräftigt und stärkt – passt doch auf den Streiter! Seinem Parteikollegen Markus Stein schlage ich eine Rosskastanie vor: Es ist der Baum der Geselligkeit. Er steht für Beruhigung der Gedanken sowie Tröstung und innere Führung. Führung braucht ein Politiker, vor allem durch Krisen. Wen haben wir noch? Bürgermeister Frank Ensminger (FDP) käme auch als Baum-Pate in Frage. Ebenso wie Ortsvorsteher Herbert Hess (CDU). Beide eint, dass sie von der großen Politik weder informiert wurden, noch eingeladen waren, als die Bäumchen-Pflanz-Show ihren Höhepunkt erreichte. MEGA-PEINLICH!  Passend zu ihrer Situation könnten sie die fast schon „Allee“ um eine Eberesche ergänzen. Die schützt vor Unheil. Passt ja irgendwie zum Thema und in die heutige Zeit.  

Keine Aussicht auf Erfolg attestierte der Blog unter der Woche einem kreisweiten Internet-Kaufhaus. Diese Konsum-Spielplätze sind den Big-Playern vorbehalten. Daran wird der Aspekt der Regionalität auch nichts ändern. Dennoch, eine entsprechende Offensive wird derzeit aus dem Kreishaus heraus initiieret. Wohl mehr getrieben von Aktionismus und Verzweiflung, denn aus Vernunft. Dieser Weg, wird kein leichter sein. Mehr noch: Der könnte sich als der berühmte Holzweg erweisen. Daher, bevor die Wirtschaftsförderer sich in etwas verbeißen, sollten die sich externen Rat holen von Experten. Menschen, die sich mit solchen Online-Plattformen von der Pike auf auskennen. Der Vorstoß ist ja sicherlich gut gemeint, aber nicht zu Ende gedacht. Die Meinung, dass ein kreisweites Internet-Kaufhaus eine perfekte Lösung sei, hat Andreas Steeg exklusiv. Merke, ein Online-Handel hat in ländlichen Gebieten kaum eine Überlebenschance. Selbst dann, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Zumindest nicht im angedachten Format. Vielleicht könnte eine im Vorfeld in Auftrag gegeben Studie für Klarheit sorgen. Der Nebelkerze vorbeugen – passt! Ein solches Gutachten kostet zwar Geld, was allerdings gut angelegt sein dürfte. Ein böses Erwachen braucht nämlich niemand so wirklich. Der Blog hat mit seiner bewusst harten und gewollten Dagegen-Argumentation für Diskussionsstoff sorgen wollen. Gut so. Abwägen und ruhig mal eine negative Prognose zulassen, scheint für alle diejenigen hilfreich, die letztlich im Entscheidungsprozess über das Für- und Wider eingebunden sein werden. Mögen sie ein glückliches Händchen beweisen.  

„Willkommen im Dickes-Kochstudio“! Unsere Landrätin lädt uns heute zum medialen kochen ein. Unter dem Motto „gemeinsam gegen einsam“ will sie mit Kochschürze am Herd stehen. Nicht alleine, sondern mit einem echten Profi an ihrer Seite. Angeleitet wird die per Livestream übertragene Kochaktion von dem Bad Sobernheimer Sternekoch Philipp Helzle. Keine Frage, die ganze Chose dient mehr einer elitären Selbstinszenierung. Nicht zu vergessen der Werbezweck für das befreundete Luxus-Ressort. Die Kochaktion mit Dickes, um ein Gemeinschaftsgefühl in diesen doch teilweise eher einsamen und verrückten Corona-Zeiten zu erzeugen ist gut gemeint, aber nicht zu Ende gedacht. Auch von anderen politischen Seiten hagelt es Kritik an der Vorgehensweise. Durch die Blume wird ihr Instinktlosigkeit vorgeworfen. Dabei ist an den Seitenhieben was Wahres dran. Schon vom Zutaten-Preis her nichts für Ottonormal-Köche. Ein breites GEMEINSAM gegen EINSAM geht anders. Ein Menü auf Sterne-Niveau in drei Gängen zum live mitkochen soll es aber unbedingt sein. Werten wir es positiv, sie engagiert sich bei ihrem vermutlichen Heimspiel im Luxus-Ressort und sie wird ihre Mitstreiter finden. Lassen wir sie heute mal kochen und bewerten die Veranstaltung später. Morgen im Wort zum Sonntag.