Rückblick 17. November

Das Beste kommt zum Schluss! In der Print-Wochenendausgabe hat Bürgermeister Martin Kilian die formvollendete Verwaltungsvorlage eines Parkhaus-Alternativkonzeptes präsentiert, die selbst hartgesottenen Befürwortern bitter aufstoßen dürfte: „Ich habe Euch ein Angebot gemacht, das Ihr nicht ablehnen könnt!“ Nun ist Kilian mitnichten der „Pate“ von Kirn, dafür aber ein bauernschlauer Stratege. Bauernschlau deshalb, weil der Fuchs gewieft und gerissen zum richtigen Zeitpunkt final aktiv wird. 171 Parkplätze ohne ein Parkhaus bauen zu müssen sind fix, daneben 40 zusätzliche Abstellmöglichkeiten am Güterbahnhof plus 30 Plätze auf dem Gelände Wäscherei Schäfer wahrscheinlich – ergeben rund 260 Parkplätze in der Summe. Der Stich ins SPD-Herz sitzt. Kein Parkhaus würde bedeuten weniger Ausgaben. Die Folge: Niedrige Investitionskosten geben berechtigten Anlass zur Hoffnung, dass die Parkgebühren niedrig bleiben oder für den Anfang gleich ganz wegfallen. HURRA! Das dürfte Handel und Kunden gleichermaßen freuen. Die mitgelieferte Grafik zeigt eine Übersicht, die selbsterklärend ist und keinerlei Fragen offen lässt. Mit Verlaub, wer angesichts diesem Alternativkonzeptes noch immer an einem Parkhaus festhält, der sollte sich auf seinen Gesundheitszustand hin untersuchen lassen. Liebe SPD, Liebe FWG, seid bitte so gut und begreift es endlich! Ein Parkhaus in Kirn macht unter den gegebenen Umständen überhaupt keinen Sinn. Hört auf den Städtchen – ein letztes Mal noch. Es ist kein Zeichen von Schwäche, wenn Ihr in Konsequenz der erdrückenden Faktenlage Eure Pläne nicht mehr weiter verfolgt. Im Gegenteil! Es wäre ein Eingeständnis von Größe. So gesehen, nicht erst vertagen, sondern gleich begraben. Reimt sich sogar. Deckel drauf und gut ist. Es geht gut ohne. Gebt Euch endlich den entscheidenden Ruck. Kirn und die nachfolgende Generation wird es Euch danken. 

Wahr ist, dass Dr. Peter Schwebel seinen Posten als Zweiter Beigeordneter der Stadt Kirn aus Zeitgründen hinschmeißt. Beigeordneter und Arztpraxis lassen sich nicht konfliktfrei unter einen Hut bringen, heißt es in seiner Begründung. So what, muss der Stadtrat eben einen neuen Vertreter für den Vertreter wählen. Wahr ist aber auch, dass einem erfahrenen FDP-Politiker ein solcher Lapsus nicht hätte unterlaufen dürfen. Kaum vorstellbar, dass er so naiv war zu glauben, dass man Zweiter Beigeordneter vor, während und nach Sprechstunden und Hausbesuchen so ganz nebenher miterledigen kann. Bilanzierend hat er sich selbst, seiner Fraktion und dem neuen Mehrheitsbündnis keinen Gefallen mit seinem Streben nach mehr politischer Verantwortung getan. Gibt aber weiß Gott Schlimmeres. Geht eine Tür zu, geht eine andere auf. Vielleicht sogar für einen SPD-Bewerber? Ist doch die Gelegenheit, um aus der Schmollecke wieder herauszufinden. Die üblichen Verdächtigen scharren bestimmt schon mit den Hufen.

Ein Ortstermin mit einem Bundestags- und Landtagsabgeordneten und der Bürgermeister glänzt durch Abwesenheit – wie passt das zusammen? War Martin Kilian, der aufgrund seiner Sachkenntnis am ehesten Rede- und Antwort hätte stehen können, etwa nicht eingeladen? Durfte der nicht oder wollte der nicht? Bekanntlich ist das Stadtoberhaupt ja für eine dezentrale Lösung. Kann es vielleicht sein, dass seine Position in der Parkhaus-Angelegenheit bei diesem ansonsten ja öffentlichen Treffen nicht gefragt war? Dabei hätte der viel Erhellendes beitragen können. Wenn einer über reichlich Informationen über das Projekt verfügt, dann doch er? Kilian kennt alle Zusammenhänge und er weiß um den finanziellen Istzustand der notorisch klammen Stadtkasse. Er hätte Stein und Weingarten reinen Wein einschenken können. Unterstellt, bekamen die nur hausgemachte SPD-Plörre aufgezwungen. Nichtsdestotrotz ist es ihnen gelungen, die Basis einzunorden und auf Kurs zu bringen. Stand jetzt, wird die finale Abstimmung ins neue Jahr vertagt. Vielleicht aber auch nicht (siehe oben).

„Ein Loch ist im Eimer, Karl-Otto, Karl-Otto. Ein Loch ist im Eimer, Karl-Otto – Ein Loch!“ –Der Öffentliche hatte die Idee, das Thema Parkhaus über diese Kinderlied-Vorlage einen humoristischen Touch verpassen zu können. Nun, der Vergleich ging daneben. Aber sowas von. Dann noch der belehrende Schlusssatz „Das Parkhaus war durchfinanziert und von allen gewollt. Was kümmert das Geschwätz von gestern“. Thema verfehlt, setzen sechs! Für die Notengebung zeichnet sich Martin Kilian himself verantwortlich. Ihn dürfte die Rolle des ständigen „Erklär-Bärs“ mächtig stinken. Erst will es die SPD partout nicht begreifen, dann die FWG und jetzt auch noch die lokalen Zeitungsmenschen. Nochmals für alle zum Mitschreiben: Neue Faktenlage, neue Situation, neue Bewertung – zusammengenommen zwar eine neue Ausgangslage, aber bei weitem keine Endlosschleife der Marke „Ein Loch ist im Eimer“.