SPD-Fusion

Die Würfel sind gefallen

Wenig bis nichts

Man muss das Bild nur wirken lassen: Gleichermaßen Blut- und Inhaltsleer, wie der fast schon gequält wirkende neue SPD-Vorstand geschlossen Aufstellung vor der Presse genommen hat, sind auch die ausgesendeten Botschaften im Text darunter. Genau genommen, es wurden erst gar keine ausgesendet. Zumindest keine, die jetzt in den Printmedien Erwähnung fanden. Unklar, wofür die gezwungenermaßen zusammengewürfelte Kirner-Land-Basis nun steht. Den gewonnenen Leser-Eindrücken nach dürften nur die üblichen Floskeln gebetsmühlenartig heruntergeleiert worden sein, angefangen bei Harmonie und Gemeinschaft über Geschlossenheit bis hin zu Zusammenhalt sowie Aufbruch. Viel Bla, bla, bla, dagegen wenig Greifbares, Stichhaltiges geschweige denn Richtungsweisendes.

Nicht ein Wort über Themenschwerpunkte im Hinblick auf den nahenden Wahlkampf, geschweige denn Äußerungen zu aktuell im Fokus stehende Angelegenheiten – etwa Straßenausbaubeiträge. Wie ist die Haltung dazu des neu gegründeten Gemeindeverbandes? Folgt man in der Argumentation der Landesregierung? Ja, nein, vielleicht? Kein Ton! Dem neu gewählten Vorstand ist das Thema offensichtlich kein Statement wert. Dabei brennt das Thema dem Wahlvolk mehr denn je unter den Nägeln.

Auch keine Äußerungen zu sonstigen politischen Leitlinien sowie kommunalen Vorhaben und Zielen war der Versammlung zu entlocken, und dies, obwohl sich mit der Gründungsveranstaltung die ideale Plattform für Zukunftsaussichten querbeet geboten hätte. Was hat der Gemeindeverband auf der Agenda, wo will er sich politisch hin entwickeln? Keine Antworten. Insgesamt doch ziemlich dünn und farblos, was die Sozialdemokraten bei ihrer „historischen“ Gründungsveranstaltung ablieferten.

Scheinbar gibt es (noch) kein Profil und auch kein Programm – Die SPD mutet nicht nur auf der großen Politbühne einem kränkelnden Patienten an. Tendenz, eher noch schwächer werdend. Vielleicht gibt es ja Antworten auf brennende Fragen, wenn man das Bällchen-Bad der Selbstfindung hinter sich gelassen hat. Sonst wird das nämlich nichts mit guten Ergebnissen bei den Kommunalwahlen.

Auffallend, es wurde auch nichts über einen eigenen Kandidaten für die Bürgermeister-Wahl im Oktober bekannt. Gibt es etwa keinen aus dem roten Lager? Ist es noch zu früh, um die Katze aus dem Sack zu lassen? Wobei, der frühe Vogel fängt bekanntlich den Wurm. Naheabwärts wollen gleich drei SPD-Kandidaten auf dem Bürgermeister-Stuhl Platz nehmen. Blog-Prognose: Kein SPD Mann/Frau tritt im Herbst an. Wenn das wirklich einträfe, käme dies einer politischen Bankrotterklärung gleich. Man müsste sich dann nämlich eingestehen, über Jahre hinweg keinen Nachwuchs-Kandidaten aufgebaut zu haben, um ihn oder sie jetzt positionieren zu können.

Und da ist der Blog auch schon bei der Personalzusammensetzung. Michael Schmidt leitet die Geschicke. Dieser Fakt ist schon frühzeitig durchgesickert. Ein Macher, der sich in Hennweiler einen Namen als „Hans-Dampf“ in allen Gassen gemacht hat. Ihn dürfte das ehrliche Ergebnis beflügeln. Seine beiden Stellvertreter sind Werner Speh aus Simmertal und Peter Wilhelm Dröscher aus Kirn.

Letzterer hat seinen Alters-Zenit allerdings längst überschritten. Es hat fast schon tragische Züge, dass man den Grandseigneunicht in allen Ehren verabschiedet, damit er im Schaukelstuhl des wohlverdienten politischen Ruhestandes Platz nehmen kann. Sind die Alternativen wirklich so dünn gesät? Bei vielen Verdiensten in allen Jahren, sorry, Zukunft geht anders!

Als eine weitere tragische Figur, wenn auch anders gelagert, geht Hans Helmut Döbell aus der Fusion hervor.  Der Grund: Seinem Werben um den Chef-Posten wurde schon in den Vorgesprächen eine glatte Abfuhr erteilt. Gewiss eine bittere Pille, die das Urgestein der SPD schlucken musste. War diese Watsch’n der Anfang vom Ende seiner politischen Karriere? Nein! Ihn sollte das Dauer-Abo des Bürgermeister-Postens in Hochstetten-Dhaun über die erlittene Schmach hinwegtrösten. Aufgrund mangelnder Alternativen dürfte ihm der Job auch in der nächsten Wahlperiode sicher sein.