Skywalk

Spatenstich Skywalk

Webcam mit Zählwerk wäre der Hammer

Einmal über das Nahetal aus der Vogelperspektive blicken zu können. Dank dem Skywalk ist das kein Problem mehr. Der tonnenschwere Balkon aus verzinktem Stahl beweist unmissverständlich, dass nicht alle in Bierlaune geborene Eingebungen sogenannte Schnapsideen sind, die sich nicht verwirklichen lassen. Die Kommunalpolitik nahm die Anregung einiger in die Jahre gekommener Visionäre prompt auf und setzte sie in die Tat um. Der Balkon hat sich mittlerweile etabliert, zieht je nach Jahreszeit und Wetter zahlreiche Besucher an. Wie originell wäre es da, wenn eine Webcam das ganze Jahr über rund um die Uhr Live-Bilder auf die heimischen Computer, Tablets oder Smartphones senden würde.

Vielleicht noch ein Zählwerk obendrauf, die neben Live-Bildern noch statistische Zahlen liefert. Hammermäßig käme das an. Der Gedanke wurde seinerzeit auch aufgegriffen, nur eben nicht zu Ende gedacht. Wie so oft eben. Leider! Aber mal ehrlich, für eine Webcam braucht es eine Plattform. Entweder eine offizielle dörfliche Internetseite mit entsprechendem Hinweis oder eine eigene Internetpräsenz des Skywalks, eventuell analog der von der Hängeseilbrücke Geierlay.  Beides ist jedoch nicht vorhanden, was nicht heißen soll, dass man die Lücke nicht schließen könnte. Nur Mut, es geht!

Blick vom Hellberg auf den Skywalk

Gut angelegtes Geld

Zurück zum Stahlbalkon. Bei der Eröffnungsfeier klopften sich alle Verantwortlichen vor lauter Stolz gegenseitig auf die Schultern. Zurecht, denn der Balkon aus verzinktem Stahl kann mit Fug und Recht als touristisches Highlight bezeichnet werden. Große Aufmerksamkeit erregte schon die Bauphase. Kein Wunder also, dass sich bei der Eröffnungsfeier alles versammelte, was kommunalpolitisch Rang und Namen hat. Nicht zu vergessen zahlreiche Bürger und Wanderer, die es sich nicht nehmen ließen, am Eröffnungstag als Erste den Blick schweifen zu lassen. Auch Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne) gehörte zu den Ehrengästen.

Die damalige Vize-Regierungschefin des Landes zeigte sich tief beeindruckt von dem Aussichtspunkt. „Das Projekt zeigt ganz deutlich, dass es überall in Rheinland-Pfalz was zu entdecken gibt“, sagte die Ministerin seinerzeit. Ihr gefiel vor allem die Verknüpfung zwischen Bergbau und Steinbruch auf der einen sowie dem touristischen Merkmal auf der anderen Seite. „Das ist gut angelegtes Geld und gar nicht teuer“, freute sie sich vor allem darüber, dass die veranschlagten Kosten in Höhe von 228 000 Euro – übrigens ein weiterer Ansatzpunkt der Kritiker – nicht überschritten worden sind.

Eröffnung mit Ministerin

„Mittelpunkt des Kreises“

So wie die Ministerin freute sich auch der damalige Landrat Franz-Josef Diel (CDU) über die Fertigstellung eines Bauwerkes, das zu den Menschen und der Region, in der sie leben, passe. „Es ist toll, was hier geschaffen worden ist“, lobte Diel alle diejenigen, die zur Umsetzung beitrugen. Den Skywalk wertete er als weiteren Mosaikstein in einem komplexen Tourismuskonzept, das vor allem auf Natur und Wandererlebnissen basiere. „Heute ist der Rand des Landkreises Mittelpunkt des Landkreises“, rief er noch all denen Kritikern zu, die Kirn und Umgebung vom Kreishaus vernachlässigt sehen.

Besonders stolz trat VG-Bürgermeister Werner Müller (SPD) vor das Mikrofon. Wie kaum ein anderer hatte er sich für die Umsetzung des Skywalks eingesetzt. Dass man mit dem Projekt absolut richtigliege, dass untermauere auch das große Medieninteresse an der Eröffnung mit gleich zwei Fernsehanstalten sowie etlichen Radiosendern. Müller war und ist davon überzeugt, dass der Skywalk momentan ein Alleinstellungsmerkmal genießt und eine weitere Aufwertung des nahen „Wildgrafen-Wanderweges“ darstellt. Mehr noch: Solche Projekte werte er als „grundsätzliche Meilensteine“ in Touristik- und Fremdenverkehrsförderung.

Apropos Besucher. Dass die zahlreich kommen, davon zeigten sich alle schon bei der Eröffnung überzeugt. Und sie sollten recht behalten. „Wir sind uns sicher um die Magnetwirkung, die eine solche Aussichtsplattform bietet“, sagte Lemke bei der Eröffnung bei ihrem Blick über das sonnendurchflutete Nahetal. Nahezu alle Besucher der ersten Stunde zeigten sich angetan von dem rechteckigen Steg, der 7,5 Meter über die Bruchkante hinausragt. Und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Belastungsprobe bei der Eröffnung

KOSTEN

Die Gesamtkosten für die Metallkonstruktion beliefen sich auf 228.000 Euro. 60 Prozent, also 137.000 Euro, wurden aus dem EU-Fördertopf „Leader Plus“ bezuschusst. 60.900 Euro trug die Verbandsgemeinde und rund 30.000 Euro die Ortsgemeinde Hochstetten-Dhaun. Beide treten als gemeinsame Bauträger auf. Beteiligt am Bau waren ausschließlich regionale Firmen.