SIMONA dementiert Türkei-Pläne!!! Entgegen anders lautenden Gerüchten aus den Produktionshallen ist keine Teilauslagerung der Platten-Produktion geplant!!!

Oftmals sind es die kleinen Meldungen oder einfache Halbsätze, die eine immense Tragweite zum Ausdruck bringen. Die SIMONA plant NICHT Teile ihrer Plattenproduktion in die Türkei auszulagern. Es war schon mehr als nur ein übliches Gerücht, das bis dato die Runde machte. Entsprechende Hinweise kamen nämlich aus dem Pool der Simonianer. Durchatmen ist angesagt, weil das Unternehmen diesbezügliche Pläne vehement verneinte. Werden die schrillenden Alarmglocken jetzt verstummen? Trotz aller Bekundungen bleiben diejenigen, die in den Produktionshallen die Maschinen am Laufen halten, skeptisch.

Wahr ist, der Stammsitz der SIMONA ist gleichzeitig der Ursprung des Verbundprinzips, das hier von Kirn aus entwickelt und kontinuierlich optimiert wurde. Kirn ist ohne die SIMONA nicht vorstellbar. Mehr noch: Das Unternehmen ist das Herz der Wirtschaftskraft in der gesamten Region. Wahr ist aber auch, dass der Global-Player zumindest mit einem Auge auf das Rhein-Main-Gebiet schielte, um seine Verwaltung dort anzusiedeln. Der Aufschrei seinerzeit war groß, sodass man nicht nur zurückruderte, vielmehr die Schublade mit den fertigen Umzugsplänen nicht zog, wohl auch deshalb, weil man sich seiner Tradition am Stammsitz verpflichtet sah. Richtig, richtig wichtig war damals das klare Bekenntnis zur Kirner Wiege.

Und das wurde jetzt nicht nur durch die Sanierung des Bürogebäudes erneuert, sondern auch auf die Industriehallen erweitert. Als der Öffentliche Anzeiger im Rahmen eines Ortstermins den Vorstand mit Gerüchten konfrontierte, wonach das Unternehmen eine teilweise Auslagerung der Plattenproduktion in die Türkei plane, folgte reflexartig das Dementi: „Wir würden doch hier nicht ein so großes Investitionspaket schnüren, wenn wir nicht an den Standort glauben würden,“ erteilte Finanz-Vorstand Michael Schmitz entsprechendem Gerede eine Absage. Ein Kommentar zur Türkei erübrige sich daher. Klare Position pro Kirn. Ist also nichts dran an einem Engagement in der Türkei? Müssen die Mitarbeiter in der Produktion also nicht um ihren Arbeitsplatz bangen? Nach der Aussage des Finanz-Vorstandes, steht kein Wegfall der Beschäftigung wegen geplanter Verlagerung ins Haus. Kurzum, die Jobs bleiben in Kirn! Alle!

Frohe Kunde also für die Männer und Frauen an den Maschinen. Waren die irregeleitet von Fehlinformationen? Haben deren sensible Antennen einfach nur die falschen Signale aus dem eigenen Haus empfangen? Man will sich gar nicht ausmalen, welche Konsequenzen schon mit einer teilweise Auslagerung der Produktion einhergingen. Sorgt das Dementi aus der Vorstandsetage sogleich für eine Beruhigung? Hört man auf die Stimmen aus den Produktionshallen, geistert das Türkei-Gespenst hier schon eine ganze Weile herum. Hat es sich nunmehr ausgegeistert? Erfahrungsgemäß bleiben Mitarbeiter, selbst bei noch so klaren Dementis, skeptisch. Allzu oft werden Betroffene vor vollendete Tatsachen gestellt. Auch bei der SIMONA? Man kann ja an den Standort glauben sowie den auch weiterhin nutzen und trotzdem in die Türkei schielen. Die Belegschaft spricht ja nicht von einer kompletten Auslagerung, sondern befürchtet die lediglich in Teilen. Kleiner, aber feiner Unterschied. Bleibt zu hoffen, dass die Chefetage sich in ihren Aussagen klar dagegen positionierte und sich kein Hintertürchen offen ließ.

Hat sich das Unternehmen wirklich ehrlich gemacht? „Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“ – so oder so ähnlich, stufen zumindest Teile der Belegschaft die Stellungnahme der Verantwortlichen ein, ohne jedoch namentlich genannt werden zu wollen. Logisch! Das Thema sei noch nicht vom Tisch. Ihrer Meinung nach, deuten noch immer viel zu viele Indizien auf eine entsprechende Engagement am Bosporus hin. Der Kauf eines entsprechenden Betriebes stünde kurz bevor, lassen sie wissen. Gibt es zwischen den Produktionshallen und der Vorstandsetage ein Kommunikationsdefizit? Hinter vorgehaltener Hand wird auch gemunkelt, dass der Deal längst eingetütet sein sollte, was die politische Lage dort allerdings (noch) final verhindere. Sind solche Einzelheiten nur aus der Luft gegriffen? Reagieren überempfindliche Mitarbeiter über Gebühr panisch auf leiseste interne Strömungen? Merke, die Angst um den Arbeitsplatz wirkt sich stets unterschiedlich in den Reflexen und Aussagen aus.

Nun mal Butter bei die Fische, gab oder gibt es doch entsprechende Ziele? Die Chefetage sagt „NEIN“, Teile der Mitarbeiter hingegen „JA“. Ober sticht unter! Und wenn die Verantwortlichen jetzt noch öffentlich abwiegeln und jeglichen Spekulationen für eine dortige Ansiedlung eine Abfuhr erteilen, umso besser. Dann kann man die auch bei den Hörnern packen, wenn irgendwann doch mal so ein Deal, mit Konsequenzen für Kirn, verkündet werden sollte. Stand jetzt, können die Mitarbeiter also von einem hartnäckigen Gerücht ohne jede Substanz ausgehen. Wobei, meistens ist ja an jedem Gerücht was dran. Warten wir die Entwicklung einfach ab. Was insgesamt davon zu halten ist, werden die kommenden Wochen und Monate sicherlich offenbaren. Was man sich von der Politik nicht wünscht, wäre in diesem konkreten Fall ein Vorteil, nämlich ein „Weiter so“. Ein weiter so mit einer dauerhaften Produktion – ohne auch nur den Verdacht einer noch so klitzekleinen Auslagerung befürchten zu müssen – am Standort Kirn.