Schüsse im Johannisberger Wald versetzten Spaziergängerin in Panik!

Ein Gastbeitrag:

Es sollte ein gemütlicher Spaziergang werden, den eine namentlich bekannte Bürgerin aus Hochstetten-Dhaun am Samstagnachmittag im Johannisberger Wald, präziser formuliert im Dreieck Altenheim, Itzbacher Wiesen und Steinbruch, unternehmen wollte. War es auch, bis um sie herum auf einmal SCHÜSSE fielen. Das laute Knallen versetzte der auf einem Hauptweg befindlichen Dame einen derartigen Schreck, dass sie auf dem Absatz kehrt machte und so schnell es ihr möglich war, das Weite suchte. Ihr Weg zurück Richtung Straße wurde begleitet von weiteren Schüssen sowie Rufgeräuschen, wie sie sonst nur auf Treibjagten aus dem Unterholz schallen. Keine Frage, der Weg der Wanderin führte sie offensichtlich schnurstracks mitten in Gewehrfeuer, und dies, obwohl weder Warnhinweise gehisst, noch Schilder darauf hinwiesen.

Schrecken und Wut sitzen bei ihr tief. Auch hat sie Fragen: „Wie kann es sein, dass man während eines Wald-Spazierganges – subjektiv empfunden – derart in Gefahr geraten kann? Und sie war mit ihrer zwischenzeitlichen Panik nicht alleine. Auch ein Radfahrer wurde erkennbar von den Schüssen überrascht und derart aufgeschreckt, dass der bei seiner Kehrtwende auf dem Hinterrad sogleich massiver in die Pedale trat. Gehört es nicht zu den Regeln der Jagd, dass auf ein gefahrloses Miteinander von Jägern und anderen, die in der freien Natur unterwegs sind, geachtet wird? In diesem konkreten Fall, war das offensichtlich nicht so. Zumindest gefühlt sah sich die Spaziergängerin einer lebensbedrohlichen Lage ausgesetzt.

Noch immer den Schreck in den Gliedern sucht die Fußgängerin Rat bei der Polizei. Die Beamten erklärten sich für diesen konkreten Fall nicht zuständig und entließen sie sinngemäß mit der Aussage, dass man in solchen Angelegenheiten keine Einschreitungsmöglichkeiten hätte. Dass um sie herum geschossen worden sei und sie dadurch Todesängste ausgestanden habe, spiele bei der Bewertung eine eher untergeordnete Rolle. Zuständig wäre die Untere Jagdbehörde. Diese solle sie über ihre Erlebnisse informieren sowie von den Sachbearbeitern Prüfung und Aufklärung verlangen. Das will sie jetzt sofort angehen. Die Untere Jagdbehörde, so die Polizei weiter, hätte die Möglichkeit vom zuständigen Jagdpächter Rechenschaft zu verlangen. Auch wisse die darüber Bescheid, ob Jagdsaison sei, was sie jedoch anzweifelt. Darf in dieser Jahreszeit überhaupt gejagt werden? Die Fußgängerin meint „Nein“.

Sie will auf jeden Fall die beim Landkreis ansässige Abteilung schriftlich über den Vorfall in Kenntnis setzen. Grundsätzlich gilt, dass für Spaziergänger oder Wanderer während einer Jagdszene keine Gefahr besteht. Das Wild läuft ja im Regelfall auch nicht dort entlang, wo Menschen sind. Deswegen wird es einem Spaziergänger kaum passieren, dass er zusammen mit dem Wild dem Jäger vor die Flinte läuft. Die Jäger dürfen außerdem nur schießen, wenn sie sich vergewissert haben, dass sie niemanden gefährden. Man sollte aber auf den ausgewiesenen Wegen laufen. Die Spaziergängerin war auf einem Waldweg unterwegs. Was das Wild angeht, so ist das im Dhauner Wald nicht scheu. Im Gegenteil: Wie mittlerweile jeder weiß, suchen in diesem Landstrich ganze Herden sogar den Kontakt zu Menschen und verfangen sich in Zäunen. Ein Phänomen mit Alleinstellungsmerkmal.

Die Spaziergängerin hat den Blog darum gebeten ihre Geschichte zu veröffentlichen, damit Waldspaziergänger gewarnt sind. Sie möchte vermeiden, dass andere ähnlich prekäre Situationen miterleben müssen. Wachsam und auf der Hut sein im Wald auf der Höhe, so ihr Ratschlag an alle da draußen. Der Bitte kommt der Blog gerne nach. Parallel dazu will sie mit den zuständigen Behörden in Kontakt treten und eigenständig ermitteln, wer Verantwortlich zeichnet. Über die Ergebnisse will sie nachberichten.