Satirischer Wochenrückblick

Von einem Bausparberater, einem Lichtmann, einer Landrätin, einem Bürgermeister, Unfällen, einem liebestollen Widder sowie einem Aprilscherz…


Da legst di nieda, der Werner. Einer der so offen für den Abschluss von Bausparverträgen wirbt, der hat doch bestimmt was im Sinn. Beabsichtigt der (noch) VG-Beauftragte etwa einen Fuß in die Tür von Bausparkassen zu setzen. Als Berater im Ruhestands-Nebenerwerb vielleicht? Experte für spezielle Abschlüsse auf der Basis von Straßenausbaubeiträgen? Eine erste Duftmarke hat der SPD-Mann schon mal gesetzt. Arbeiten auf Provisionsbasis vielleicht? Pilgern von Haus zu Haus? Klinkenputzen im Dienst der viel kritisierten Landes-SPD, die ihm mit ihrer strikten Verweigerungshaltung zu einer Reform ein lukratives Zubrot zur Rente beschert. Seine klassische Drohgebärde, ohne Anlieger-Beteiligung gäbe es keine intakten Straßen mehr auf dem flachen Land, lässt einen schaudernd zurück. Gruselig die Vorstellung unter Regie des Landes nur noch auf Steinzeit-Straßen-Niveau unterwegs sein zu müssen. Bei den düsteren Prognosen unterschreibt sicher jeder ohne zu zögern. Ein Hoch auf die soliden Bausparer, die danach mehrheitlich sogar noch SPD wählen werden. Verrückte Welt!

Mal ganz was anderes, ein Geniestreich, aber einmal in der Woche geht das. „Rüdiger Lanz zieht mit LED-Akademie auf Schloss Dhaun. Was für eine Schlagzeile! Chapeau! Ein dicker Fisch, den sich die Schlossakademie da geangelt hat. Richtig, richtig gut, zumal Lanz auch noch das Schlossinnere einen Fünf-Sterne-Look verpasst und mit neuester LED-Technik ausleuchten möchte. Es wird sogar gemunkelt, dass der „Leucht-Freak“ ein Schlossgespenst Nacht für Nacht im Scheinwerferlicht tanzen lassen möchte. Immer um Mitternacht und immer über die Schlossmauer huschend. Perfekt. Alles wird gut. Ganze Busladungen werden zukünftig über Dhaun herfallen. Hui-Buh strahlt im Scheinwerferlicht und noch dazu ökologisch auf Sparflamme mit nur wenig Watt im Verbrauch, mehr Tourismuswerbung geht nicht. Auch die nicht vorhandene Gastronomie wird von dem einsetzenden Boom profitieren. Irgendwie halt. Goldene Zeiten für Dhaun und das Schloss. Die Wildgrafen wären begeistert.   

Super Übergang. Allerorten bringen sich Bürgermeisterkandidaten in Position. Mal mehr, mal weniger offensiv. Auch sie strahlen irgendwie im Scheinwerferlicht, nur eben nicht auf LED-Basis. Neue Sterne gehen auf, andere verschwinden vom Firmament. So gar nicht funkeln will der Stern von Hochstettens Nummer eins. Irgendwie ist ihm über die Jahre hinweg seine Strahlkraft abhandengekommen. Nicht intern. Nein, nur eben bei einem Großteil des Wahlvolkes. Doch, keine Bange, untergehen wird der nicht. Nicht in der nächsten Legislaturperiode. Also, nicht ganz. Merke, besser schlecht leuchten, als gar nicht leuchten, in welchem Zusammenhang hat man den Satz in abgewandelter Form schon einmal gehört? Glück für ihn, er ist alternativlos. Puh, sagt schon einiges aus über die Konkurrenz.

Im Scheinwerferlicht tummelt sich auch ab und an der Muffelwidder. Boah, wie Bruno der Problem-Bär wurde der (noch) namenlose Problem-Widder regelrecht verherrlicht. Hier war er, da war er, liebestoll ist er, einsam ist er, putzig ist er – geht’s noch. Tiefgründiger als nette oberflächliche Storys, garniert mit Bildchen, wäre die Recherche nach seiner Herkunft gewesen. Wer hat den Knaben aus dem Gehege gejagt und zu welchem Zweck? Sicher nicht aus Tierliebe. Natürlich, um ihn vor eine x-beliebige Flinte zu treiben. Nur hat sich das schlaue Viech in der Jagdsaison nicht abknallen lassen. Schlauere Jäger mit Schießgewehren werden sich seiner wieder annehmen, wenn die Schonzeit vorüber ist. So, wie es von Anbeginn an gedacht war.

Angenommen hat sich die örtliche Politprominenz der Landrätin Bettina Dickes. Die hat am Ende der Woche den westlichen Zipfel ihres Landkreises besucht. Jede Stippvisite hat sie im Bild festgehalten und auf Facebook gestellt. Ob im Kindergarten, in Firmen oder auf Baustellen – etwa B 41. Das ist aber keine Umgehung, wie von Ihnen gepostet wurde liebe Frau Landrätin. Laut Definition muss eine solche Lösung nämlich großzügig am Ort vorbeigeführt werden. Hochstetten bekommt halt nur eine Sparvariante, also eine Umfahrung. Eine, die den Verkehr anstatt vor den Häusern, hinter den Häusern leitet. Kleiner, aber feiner Unterschied. Bitte merken.

Was waren das für schwere Unfälle in dieser Woche auf der Bundesstraße in Kirner Gemarkung. Schlimm, die drastischen Folgen. Schlimm aber auch die nahezu Live-Berichterstattungen. Das stehen die Ereignisse schon online in der Zeitung, bevor die aufnehmenden Polizisten ihre Arbeit vor Ort vollendet, geschweige denn ihre Berichte auf Papier gedruckt haben. Reißerisch im Boulevardstill bekommen die modernen Gaffer das Ereignis eins zu eins in ihre Wohnzimmer geliefert. Die brauchen nicht einmal mehr zur Unfallstelle zu pilgern. Bis zur endgültigen Fassung hautnah dabei, inklusive vielen eklatanten Fehlern. Erst war ein Mann verstorben, dann die Frau und dann irgendwie beide, unterschiedliche Versionen, je nach Lokalredaktion. Muss das sein? Kann man nicht den Polizeibericht abwarten und ein Bild dazu liefern, das geschossen wird, wenn die Rettungsarbeiten beendet sind. Dann passieren solche Fehler nicht, was nur zu Halbwahrheiten und in der Folge zu Gerüchten führt. Nein, es muss immer Live und schnell sein. Ohne Rücksicht auf die Betroffenen. Die schnelle Schlagzeile zählt. Aber immer wieder im Blatt Gaffer brandmarken. Pfui Zeitung! Mal selbst Vorbild sein. Gespür ist anders.

Der Skywalk am Schluss: Angedacht hatte der Blog eine Hängeseilbrücke über das Nahetal zwischen Skywalk und Hellberg. Netter Aprilscherz, der offensichtlich gut ankam. Über 2000 Besucher haben die Geschichte gelesen und für gut befunden. Rekord für den Blog. Alle an einem einzigen Tag, da ratterte das Zählwerk. Danke dafür.

6. April

Von einem Bausparberater, einem Lichtmann, einer Landrätin, einem Bürgermeister, Unfällen, einem liebestollen Widder sowie einem Aprilscherz…


Da legst di nieda, der Werner. Einer der so offen für den Abschluss von Bausparverträgen wirbt, der hat doch bestimmt was im Sinn. Beabsichtigt der (noch) VG-Beauftragte etwa einen Fuß in die Tür von Bausparkassen zu setzen. Als Berater im Ruhestands-Nebenerwerb vielleicht? Experte für spezielle Abschlüsse auf der Basis von Straßenausbaubeiträgen? Eine erste Duftmarke hat der SPD-Mann schon mal gesetzt. Arbeiten auf Provisionsbasis vielleicht? Pilgern von Haus zu Haus? Klinkenputzen im Dienst der viel kritisierten Landes-SPD, die ihm mit ihrer strikten Verweigerungshaltung zu einer Reform ein lukratives Zubrot zur Rente beschert. Seine klassische Drohgebärde, ohne Anlieger-Beteiligung gäbe es keine intakten Straßen mehr auf dem flachen Land, lässt einen schaudernd zurück. Gruselig die Vorstellung unter Regie des Landes nur noch auf Steinzeit-Straßen-Niveau unterwegs sein zu müssen. Bei den düsteren Prognosen unterschreibt sicher jeder ohne zu zögern. Ein Hoch auf die soliden Bausparer, die danach mehrheitlich sogar noch SPD wählen werden. Verrückte Welt!

Mal ganz was anderes, ein Geniestreich, aber einmal in der Woche geht das. „Rüdiger Lanz zieht mit LED-Akademie auf Schloss Dhaun. Was für eine Schlagzeile! Chapeau! Ein dicker Fisch, den sich die Schlossakademie da geangelt hat. Richtig, richtig gut, zumal Lanz auch noch das Schlossinnere einen Fünf-Sterne-Look verpasst und mit neuester LED-Technik ausleuchten möchte. Es wird sogar gemunkelt, dass der „Leucht-Freak“ ein Schlossgespenst Nacht für Nacht im Scheinwerferlicht tanzen lassen möchte. Immer um Mitternacht und immer über die Schlossmauer huschend. Perfekt. Alles wird gut. Ganze Busladungen werden zukünftig über Dhaun herfallen. Hui-Buh strahlt im Scheinwerferlicht und noch dazu ökologisch auf Sparflamme mit nur wenig Watt im Verbrauch, mehr Tourismuswerbung geht nicht. Auch die nicht vorhandene Gastronomie wird von dem einsetzenden Boom profitieren. Irgendwie halt. Goldene Zeiten für Dhaun und das Schloss. Die Wildgrafen wären begeistert.   

Super Übergang. Allerorten bringen sich Bürgermeisterkandidaten in Position. Mal mehr, mal weniger offensiv. Auch sie strahlen irgendwie im Scheinwerferlicht, nur eben nicht auf LED-Basis. Neue Sterne gehen auf, andere verschwinden vom Firmament. So gar nicht funkeln will der Stern von Hochstettens Nummer eins. Irgendwie ist ihm über die Jahre hinweg seine Strahlkraft abhandengekommen. Nicht intern. Nein, nur eben bei einem Großteil des Wahlvolkes. Doch, keine Bange, untergehen wird der nicht. Nicht in der nächsten Legislaturperiode. Also, nicht ganz. Merke, besser schlecht leuchten, als gar nicht leuchten, in welchem Zusammenhang hat man den Satz in abgewandelter Form schon einmal gehört? Glück für ihn, er ist alternativlos. Puh, sagt schon einiges aus über die Konkurrenz.

Im Scheinwerferlicht tummelt sich auch ab und an der Muffelwidder. Boah, wie Bruno der Problem-Bär wurde der (noch) namenlose Problem-Widder regelrecht verherrlicht. Hier war er, da war er, liebestoll ist er, einsam ist er, putzig ist er – geht’s noch. Tiefgründiger als nette oberflächliche Storys, garniert mit Bildchen, wäre die Recherche nach seiner Herkunft gewesen. Wer hat den Knaben aus dem Gehege gejagt und zu welchem Zweck? Sicher nicht aus Tierliebe. Natürlich, um ihn vor eine x-beliebige Flinte zu treiben. Nur hat sich das schlaue Viech in der Jagdsaison nicht abknallen lassen. Schlauere Jäger mit Schießgewehren werden sich seiner wieder annehmen, wenn die Schonzeit vorüber ist. So, wie es von Anbeginn an gedacht war.

Angenommen hat sich die örtliche Politprominenz der Landrätin Bettina Dickes. Die hat am Ende der Woche den westlichen Zipfel ihres Landkreises besucht. Jede Stippvisite hat sie im Bild festgehalten und auf Facebook gestellt. Ob im Kindergarten, in Firmen oder auf Baustellen – etwa B 41. Das ist aber keine Umgehung, wie von Ihnen gepostet wurde liebe Frau Landrätin. Laut Definition muss eine solche Lösung nämlich großzügig am Ort vorbeigeführt werden. Hochstetten bekommt halt nur eine Sparvariante, also eine Umfahrung. Eine, die den Verkehr anstatt vor den Häusern, hinter den Häusern leitet. Kleiner, aber feiner Unterschied. Bitte merken.

Was waren das für schwere Unfälle in dieser Woche auf der Bundesstraße in Kirner Gemarkung. Schlimm, die drastischen Folgen. Schlimm aber auch die nahezu Live-Berichterstattungen. Das stehen die Ereignisse schon online in der Zeitung, bevor die aufnehmenden Polizisten ihre Arbeit vor Ort vollendet, geschweige denn ihre Berichte auf Papier gedruckt haben. Reißerisch im Boulevardstill bekommen die modernen Gaffer das Ereignis eins zu eins in ihre Wohnzimmer geliefert. Die brauchen nicht einmal mehr zur Unfallstelle zu pilgern. Bis zur endgültigen Fassung hautnah dabei, inklusive vielen eklatanten Fehlern. Erst war ein Mann verstorben, dann die Frau und dann irgendwie beide, unterschiedliche Versionen, je nach Lokalredaktion. Muss das sein? Kann man nicht den Polizeibericht abwarten und ein Bild dazu liefern, das geschossen wird, wenn die Rettungsarbeiten beendet sind. Dann passieren solche Fehler nicht, was nur zu Halbwahrheiten und in der Folge zu Gerüchten führt. Nein, es muss immer Live und schnell sein. Ohne Rücksicht auf die Betroffenen. Die schnelle Schlagzeile zählt. Aber immer wieder im Blatt Gaffer brandmarken. Pfui Zeitung! Mal selbst Vorbild sein. Gespür ist anders.

Der Skywalk am Schluss: Angedacht hatte der Blog eine Hängeseilbrücke über das Nahetal zwischen Skywalk und Hellberg. Netter Aprilscherz, der offensichtlich gut ankam. Über 2000 Besucher haben die Geschichte gelesen und für gut befunden. Rekord für den Blog. Alle an einem einzigen Tag, da ratterte das Zählwerk. Danke dafür.

13. April

Von dem verbotenen Thema Straßenbaubeiträge, einem Baumeister, Bier- und Backeswanderung, einem wandernden Bürgermeister, Politiker-Gebaren im Wahlmodus…

Ja, nee, is klar. Das Thema Straßenausbaubeiträge hat die SPD-Basis irgendwie für beendet erklärt. Am liebsten möchte man gar nicht darüber sprechen. Und auch in den Programmen steht keine Silbe dazu geschrieben. Die rote Fraktion hat das Thema völlig verdrängt, meidet es wie der Teufel das Weihwasser. Die Wähler bissel einlullen und für dumm erklären – ob eine solche Taktik aufgeht? Totschweigen und der Landesregierung folgen – das ist Harakiri in Vollendung. Von Beiträgen betroffene Eigenheimbesitzer werden der Müllerchen-Bauspar-Philosophie nicht folgen und keine Verträge abschließen. Warum auch, wenn es anders geht. Nein, sie setzen ihr Kreuzchen einfach woanders. So schauts aus! Noch schläft die Parteien-Konkurrenz. Aufwachen, ihr könnt Kapital aus der SPD-Sturheit schlagen. Ihr müsstet mal das Thema für den Wahlkampf ausschlachten! Zusätzliche Stimmen sind garantiert.

Nun blasen alle wieder mächtig die Backen auf: In Wahlkampfzeiten sind alle Parteien um Stimmenfang bemüht. Allerorten setzen sich Kandidaten aller Couleur ins rechte Licht. Aber egal ob inszenierte Auftritte wie jüngst von die Bürgermeisterkandidaten im Bewerbungsportal des Öffentlichen oder mit Posts auf Facebook: Die kommunalen Politiker kommen nur schwer in die Gänge. Aber wenigstens treten sie an. Bedenkt man, dass in sieben Orten im Kirner Land keine „Sau“ Chef werden will, dann lässt das einen schon fassungslos zurück. Ist die Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde wirklich so schlimm? Gleicht die etwa einer Horrorvorstellung? Oder ist die undankbare und zeitintensive Aufgabe nur eben ein No-Go für einigermaßen normal denkende Menschen mit Freizeitanspruch? Die Antwort ist wohl ein Ursachen-Mix aus beidem.

Diese Tour wird keine leichte sein. Die Kirner Bier- und Backeswanderung lockt am Sonntag wieder auf einen malerischen Rundkurs über Stock und Stein. Die Veranstaltung ist stark wetterabhängig. Wer tappt schon gerne bei Regen oder Schneegestöber? Die Prognose schaut allerdings nicht übel aus. Heiter bis wolkig und dazu noch trocken. Bissel frisch vielleicht, aber zum Wandern okay. Worauf also noch warten: Wanderschuhe an und ab geht’s. Ein kleiner Wermutstropfen ist die nahezu immergleiche Streckenführung. Bissel mehr Abwechslung täte dem Gesamtpakt gut, zumindest in Zukunft.

Dag Stein mischt den Wohnungsmarkt in der Kreisstadt auf. Wie Bob der Baumeister werkelt der Investor an allen Ecken und Enden. Moment mal, wer, wie er, die fetten Brocken fest im Blick hat, den schert doch das Peanuts-Projekt alte Schule in Hochstetten-Dhaun einen feuchten Dreck? Sorry, für die harte Ausdrucksweise. Der Blog lehnt sich jetzt mal ganz weit aus dem Fenster. Dag Stein-Herzberger wird die Schule niemals nicht umbauen, schon gar nicht umwidmen in über 20 Miet-Wohnungen. Hand aufs Herz, wer soll denn da bitteschön auch einziehen? Während mit jedem Kilometer mehr die Nahe abwärts Mieter und Investoren Schlange stehen, blutet der westliche Zipfel mehr und mehr aus. Landflucht nennt man das wohl.

Nachahmer gesucht! „Wandern mit dem Bürgermeister“ – eine solche Schlagzeile liest man selten in der Zeitung. Da lädt ein Orts-Chef seine Bürger ein mit ihm Feld, Wald und Wiesen zu erkunden. Prima Idee. Vielleicht wäre das ja auch auf Hochstetten-Dhaun übertragbar. Hans Helmut Döbell geht mit Wanderstock und Hut vorneweg und das Volk trottet hinterher. Im Ortsgemeinderat klappt das ja auch prima, nur mal so sinnbildlich beschrieben. Allzu weit dürfte der Weg wahrscheinlich nicht sein, weil Autofahrer Döbell wahrscheinlich nicht über die Körner verfügt, die es braucht, seine Ortsteile auch nur annähernd zu umrunden. Man möchte dem Herrn ja nicht zu nahetreten, aber dass gerade er in der Vergangenheit dynamisch auf Schusters Rappen auf den Straßen oder in der Gemarkung unterwegs war, daran können sich selbst die Älteren nicht mehr erinnern.

Wenn Anspruch und Wirklichkeit zu weit auseinandertriften. Ute Meinhard ist es leid. Die Geschäftsführerin der Nahelandtouristik wirft das Handtuch. Sie hat keinen Bock mehr darauf sich ständig vor scheinbar ahnungslosen Politikern aus den verschiedenen Landkreisen rechtfertigen zu müssen. Ständiges hinterfragen mürbt halt im Arbeitsalltag. Merke, eine Daseinsberechtigung lässt sich nicht immer nur an den nackten Zahlen ablesen. Das Naheland so zu vermarkten, dass regelrechte Touristenströme einsetzen ist nicht möglich. Nur Natur und frische Luft reichen dafür nicht aus. Da beißt die Maus keinen Faden ab, das Abo auf einen der hinteren Plätze in der Kategorie Übernachtungszahlen hat unsere Region dauerhaft inne. Wunder kann die Nahelandtouristik nicht vollbringen.   

20. April

Von Bürgergesprächen, aufpolierter Wahlwerbung, Bier- und Backeswanderung und Fördervereinen…

Gartengespräch, Bürgerstammtisch, Dämmerschoppe – die Phantasien der Parteien im Kirner Land sind grenzenlos, wenn es darum geht Plattformen zu finden, um mit dem Wähler ins Gespräch zu kommen. Manche bieten neben einem einfachen Dialog unter dem Pavillon oder an der Biertheke auch noch ein Rahmenprogramm an. Jede Stimme zählt, möchte man meinen. Tut sie auch. So ausgeglichen wie in diesem Jahr ging es in der ansonsten SPD-Hochburg Kirner Land nur selten zu. Die Volkspartei SPD hat auch in ihren einstigen Hochburgen im Kirner Land viel an Sympathie verloren. Hinzu kommt das leidige Thema Straßenausbaubeiträge. Nur doof! Spannend wird sein, inwieweit sich der fast schon bundesweite Abwärts-Trend auch bei uns in harten Minus-Prozentzahlen auswirken wird.

Keine Wahl ohne Wahlplakate mit Kandidatenfotos. Doch schon Loriot wusste: „Der beste Platz für Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen.“ Gerade SPD-Köpfe sieht man dieser Tage vermehrt auf entsprechenden Plattformen im Internet. In kürze werden die dann mit entsprechenden Versprechungen an Laternen und letztlich im Briefkasten landen. Auffällig, die Kandidaten sehen alle so jung, so frisch, so poliert aus. Photoshop sei Dank! Mal ehrlich, zusätzliche Strahlkraft im politischen Schaufenster, das kommt an. Und außerdem, bissel schummeln muss erlaubt sein im harten Wahlkampf. Wer kann sich schon ganz von Eitelkeit befreien. Authentisch hin oder her, Hauptsache man kommt attraktiv rüber.

Die Bier- und Backeswanderung dominierte über mehrere Tage hinweg die Schlagzeilen der Zeitung. Mehrere Artikel davor und danach untermauern scheinbar den Stellenwert der Veranstaltung in der Region. Oder ist der Wandertag nur willkommene Gelegenheit, um ohne großen Aufwand die Seiten mit Stoff füllen zu können? Die Wahrheit liegt bekanntlich in der Mitte. Leichte Tendenz jedoch in Richtung übertriebene Würdigung. Wäre zumindest eine schlüssige Erklärung dafür, warum uns Lesern ganze Bilderstrecken mit den immer gleich klingenden, eher nichtssagenden Texten, offeriert worden sind. Anderswo werden diesbezüglich lediglich überschaubare Meldungen verfasst. Ein typischer Schnappschuss mit Wanderern eben, dazu ein paar Infos und fertig ist die Laube. Halt dem Anlass angemessen, zumal schon die Werbemaschinerie im Vorfeld auf vollen Hochtouren orgelte. Irgendwann ist dann auch gut.