Romantisches Gartenfest 2018

So schaut’s aus

Nach dem Fest ist vor dem Fest. Die Menschen aus dem Kirner Land und weit darüber hinaus hatten und haben große Lust auf das Romantische Gartenfest im Dhauner Schlosspark. Anders ist der enorme Besucherandrang von Gartenliebhabern nicht zu erklären. Am 11. und 12. Mai 2019 ist es wieder soweit. Dann wird sich das Gelände des idyllischen Schlossparks auf Schloss Dhaun wieder zu einer Oase für Blumenfans, Gartenfreunde und Kunstliebhaber verwandeln. Keine Frage, das Romantische Gartenfest ist dank der Ideengeberin und gleichzeitig Antreiberin Bea Schöll eine Erfolgsgeschichte. Bei ihr liefen und laufen die Fäden zusammen. Vorsichtig geschätzt dürften im vergangenen Jahr rund 4000 Besucher an beiden Tagen die Kasse passiert haben.

Rekordbesuch! Rekordeinnahme für die Verbandsgemeinde! Sie alle bekamen für ihre fünf Euro Eintritt einiges an Atmosphäre, Rat, Tipps sowie Ausstellungsvielfalt geboten. Allerdings keine Musik oder andere Unterhaltungsbeiträge, die einen Eintritt dieser Höhe rechtfertigen würden. Kein Liedermacher, der auf seiner Klampfe musizierend im Park lustwandelt und auch keine musikalischen Akzente auf den Bühnen rundherum. Nicht einmal Musik aus der Konserve war zu hören. Zu wenig, für ein Sommer-Picknick unter freien Himmel. Es war still im Garten XXL. Zu still für viele, die es nicht glauben wollen, dass Musik vom Band oder Live gespielt – wie vom Veranstalter kommuniziert – an den immensen GEMA-Gebühren scheitert.

Bleibt die Frage, was bekommen die Gäste für ihr Eintrittsgeld geboten? Außer den Ständen und den Informationen nicht viel. Und auch die Standbetreiber haben von einem erhobenen Eintritt keinen Vorteil. Im Gegenteil: Sie müssen ihrerseits satte Standgebühren bezahlen. Im letzten Jahr waren das über 5000 Euro. Während diese Summe – so stand es in der Zeitung – in den Haushalt der Schlossakademie geflossen ist, füllten die reinen Eintrittsgelder die Kassen der Verbandsgemeinde. Diesen Einnahmen stehen kaum Ausgaben gegenüber. Welche auch? Zusammengefasst ist das Romantische Gartenfest auch und vor allem finanziell ein lukratives Geschäft, eines, das sattes Spielgeld abwirft. Offen ist, wozu das Geld letztlich eingesetzt wird und warum eine Verwaltung überhaupt so gewinnmaximiert unterwegs sein muss. Sind die nicht eher Dienstleister, oder irre ich mich? Zumindest verfestigt sich bei mir der Eindruck von Abzocke auf Kosten der GEMA. Auf diese und ähnliche Nachfragen erhält man natürlich keine Antwort. Unerwünscht! Mal ehrlich, Transparenz sieht anders aus.

Mein Vorschlag: Warum senkt man nicht die Eintrittspreise?  Reichen nicht auch zwei oder drei Euro? Wenn schon keine Musik, dann wäre eine solche Halbierung nur fair den Gästen gegenüber. Nachteil, bleibt dann halt nicht so viel Gewinn übrig. Und? Oder andersrum, man belässt es bei dem Eintrittspreis und stellt dafür ein schönes Unterhaltungsprogramm, natürlich mit Musik auf die Beine. Gute Leistung für gutes Geld. Das kommt an. Schließlich sollen die Blumenliebhaber etwas für ihr Eintrittsgeld geboten bekommen. Nicht wahr?

Meine Prognose für 2019: Es bleibt wie es ist. Das Eintrittsgeld bleibt hoch, die Musik bleibt aus. Alles andere würde mich wundern. Vielleicht hier und da ein wenig Nachjustierung, aber mehr nicht. Nur schade, weil das leichte Grummeln der Gäste, über die Erhebung von Eintrittspreisen ohne direkte Gegenleistung, sich steigern wird. Nicht bei allen, aber bei vielen. Schauen wir mal, ob eine Verbandsgemeinde mit scheinbar zunehmend Dollarzeichen in den Augen die Zeichen der Zeit erkennt.   

Was sagt die GEMA

Für die Veranstaltung des „Romantischen Gartenfestes auf Schloss Dhaun“ kommt der Tarif U-V zur Anwendung, erklärt GEMA- Kommunikationsmanagerin Christin Wenke-Ahlendorf. Hauptkriterium sei die Veranstaltungsfläche. Wenn der komplette Schlosspark von 10 000 Quadratmeter als Bemessungsgrundlage gemeldet werden würde, dann betrügen die GEMA-Gebühren – bei bis zu fünf Euro Eintritt – 4354 Euro, rechnet Wenke-Ahlendorf vor. Die Mindestvergütung bei freiem oder bis zwei Euro Eintritt betrage bei gleichen Bedingungen 2355 Euro. Deutlich verringern könne man die Gebühren, so die Fachfrau, wenn man nur Teilflächen des Parks, etwa als Musikoase mit Abgrenzung, beschalle. Bis 500 Quadratmeter Fläche beispielsweise – entspricht in etwa dem Bereich an der seitlichen Bühne oder dem Innenhof des Schlosses – kämen lediglich Gebühren von 217 Euro zusammen. Summen, die für jeden Veranstalter, gerade unter dem Aspekt von Eintrittsgeldern, zu stemmen sein dürften, erinnert Wenke-Ahlendorf an die Grundsätze der GEMA, Veranstaltungen stets ermöglichen und nicht verhindern zu wollen.