Realsatire: Sonderkommission soll Ermittlungen zum „Mail-Skandal“ führen!

Wie gut unterrichtete Kreise informieren, will die Stadt Kirn in der leidigen Parkhaus-Angelegenheit dem „Mail-Maulwurf“ (MM) mit der Gründung einer Sonderkommission auf die Spur kommen. Triebfeder ist nachweisbar eine angezählte SPD, die in dem augenscheinlichen Verschwiegenheits-Verstoß mutmaßlich die bedeutsamste „Spionage-Affäre“ seit dem Guillaume– Vorfall vermutetFürwahr, nach einem solchen nicht für möglich gehaltenen Affront, der sogar in eine Stadt-Krise münden kann, sollten in letzter Konsequenz nunmehr auch Köpfe rollen! SPD-Ratsmitglied fragt nach Konsequenzen. Daher soll die externe „SOKO“, mit dem treffenden Decknamen „Parkhaus-Flüsterer“, in Kürze mit den Ermittlungen beginnen. Ihr Hauptquartier richten die Zielfahnder zur Stunde im Rathaus ein.

Derzeit sind Handwerker damit beschäftigt, entsprechende Anschlüsse für Computer, Internet und Telefone zu schalten. Im schlicht eingerichteten Großraumbüro, mit Blick auf den Hahnenbach, laufen die Fäden zusammen. Auffällig, ein im Eingangsbereich hängender großer Spiegel, an dem ein Zettel mit groß und fett gedruckten Druckbuchstaben haftet: „Sieh in den Spiegel! Schaut so ein Zuträger aus? Hut ab, für diesen klugen Schachzug! Unter Anfangsverdacht stehende vorgeladene Personen, will man auf diese höchst ungewöhnliche Art und Weise an ihrem Ehrgefühl packen. Was bleibt den Ermittlern auch anders übrig. Ein Lügendetektor steht ja nicht zur Verfügung. Im Vorbeigehen mit seinem betrügerischen Spiegelbild konfrontiert zu werden, so ein Ermittler, reinigt spontan die Seele und drückt zudem auf das Gewissen. Abwarten, ob sich die an sich bewährte Schocktherapie wirklich zielführend auswirken wird und er oder sie die Tat reumütig gesteht.

Alles ist bis ins kleinste Detail durchorganisiert. Dennoch, der SOKO-Leiter rechnet nicht mit einem schnellen Erfolg. Im Gegenteil! Nun, alle im Vorfeld eingeweihten Personen, angefangen bei der Ersten Beigeordneten, über die Fraktionsvorsitzenden aller Parteien, bis hin zu einzelnen Ratsmitgliedern und Stadtangestellten, gelten in diesem aufwendigen Verfahren routinemäßig als potenzielle Beschuldigte. Anfangsverdacht eben! Bleibt die Frage, handelt es sich überhaupt um eine Mail-Weiterleitung oder hat sich im konkreten Fall nur jemand was zusammengereimt und zufällig mitten ins Schwarze getroffen? Und wenn Maulwurf, wäre dessen Tun überhaupt ahndungswürdig? Wohl kaum (siehe hierzu auch Auszug aus dem Kommunalbrevier im Kasten unten)!

Was jetzt kommt ist für das Ermittler-Team reine Routine. Nicht ganz, denn es fehlt beim Ihnen ein wenig an Ernsthaftigkeit. Einer Truppe, die es nur mit harten Burschen zu tun hat, will es partout nicht einleuchten, wie eine läppische Information über einen nicht wegzudiskutierenden Sachstand – der mittlerweile auch öffentlich gemacht worden ist – für derart Furore sorgen kann. Anstatt sich mit der von Mainz aufgegeben Hausaufgabe sachlich und inhaltlich auseinanderzusetzen, wird eine Maulwurf-Debatte vom Zaun gebrochen. Offenbar, um von eigener Hilflosigkeit abzulenken? Doch Job ist Job. Daher wird der SOKO-Leiter in Kürze sicherlich vor die Presse treten, um über den Sachstand der Ermittlungen zu informieren.

Die Schweigepflicht gilt nicht für Tatsachen, die offenkundig sind oder ihrer Bedeutung nach keiner Geheimhaltung bedürfen. Offenkundig sind solche Tatsachen, die allgemein oder zumindest einem größeren Personenkreis bekannt sind oder über die aus allgemeinen Informationsquellen Kenntnis erlangt werden kann. Wann dies im Einzelnen zutrifft, lässt sich nicht generell sagen, es kommt entscheidend auf die Umstände des Einzelfalles an. Ihrer Bedeutung nach bedürfen solche Angelegenheiten keiner Geheimhaltung, die offensichtlich nicht vertraulich sind, das heißt durch deren Bekanntwerden keine schutzwürdigen Interessen verletzt werden können (Quelle Kommunalbrevier)