Programm FWG

„Hurra, wir leben noch!“ Kurz vor den Wahlen flatterte nun auch der Flyer der Freien Wählergemeinschaft in die Briefkästen. Im Vergleich zu dem der SPD ist der in Art und Umfang eher schlicht gehalten und in den aufgedruckten Parolen bei weitem nicht so martialisch hinterlegt. Ein authentisches Gruppenbild – ja das ist angemessen. Passt! Und was steht drin? Leistungsstark durch aktive Mitgestaltung seit über 20 Jahren? Warum macht sich die FWG nur so klein? Die Älteren werden sich erinnern, es gab Zeiten, da hatte man sogar eine knappe Mehrheit im Rat? Die neu zusammengestellte Mannschaft sollte versuchen, an diese glorreichen Jahre um die Jahrtausendwende anzuknüpfen. Wird schwer werden, aber mit frischem Wind sollte es durchaus möglich sein, mit eigenem Profil und Themen wieder mehr ins Bewusstsein der Menschen vorzudringen. Im Programm dominieren die dörflichen Eckpunkte. Gut so! Erst einmal die kleinen Dinge erledigen, bevor man sich großspurig an die Brocken heranwagt. Der Blog nimmt die Programmpunkte unter die Lupe.

Kinder- und Jugendförderung: Kindertagesstätte und attraktive Spielplätze:    

Sehr ambitioniert, zumindest was die Kinderspielplätze betrifft. Die wurden in den zurückliegenden Jahren nämlich stark vernachlässigt. Nur mal eben die Absicht auf Papier zu drucken, wird allerdings nicht reichen, um Abhilfe zu schaffen. Nicht nur in diese Richtung denken, sondern aktiv was tun, das sollte Ziel der FWG sein. Und die Initiativen dann auch nach außen tragen, um bei den Menschen klarzustellen: „Hey, wir sind dran. Wir tun was. Das ist der Sachstand…“ Bezüglich Kindertagesstätte läuft die Anpassung ja bereits. Hier sind Vorgaben des Landes umzusetzen. Die Kommune hat diesbezüglich kaum Handlungsspielraum.

Verkehrsberuhigung und Parkraumgestaltung:

Eine sehr allgemein gefasstes Unterfangen. Wie bitteschön soll das Vorhaben aussehen? Und wo soll ein mögliches Konzept greifen? Hier hätte man sich das eine oder andere konkrete Beispiel gewünscht. Was liegt diesbezüglich wo im Argen? Und dazu eine Lösung nach Vorstellung der FWG auf dem silbernen Tablett. So schwammig verfasst, kann sich kein Mensch etwas unter diesen Oberbegriffen im Flyer vorstellen – auch nicht der Blog. Sorry, aber mit solchen Aussagen kann man nicht punkten. Konkrete Vorschläge wären da die bessere Variante gewesen.

Unterstützung und Förderung unserer Ortsvereine

An sich eine Selbstverständlichkeit. Der Spruch darf dennoch auf keinem Wahlprogramm fehlen, und das schon seit gefühlt einem Jahrhundert. Ist doch nur logisch, dass Politik ein offenes Ohr für Bedürfnisse und Interessen der Vereine haben muss. trotzdem wird man nicht müde, das immer und immer wieder in Wahlprogrammen extra zu erwähnen. Vereine sorgen dafür, dass die Dorfgemeinschaft vielfältig aufgestellt ist und lebendig bleibt. Von daher gilt seit je her der Dank und die Unterstützung den Aktiven in den Vereinen. Jetzt und immer da, aber nicht unbedingt alle fünf Jahre dick und fett gedruckt in Wahlversprechen.

Pflege und Gestaltung der Wanderwege

Dass ist mal ein sinnvolles Vorhaben. Rund um die Ortsteile gibt es so viele Möglichkeiten, sich in Mutter Natur zu bewegen. In punkto Beschilderung, Zustand, Sauberkeit, Ruhebänke und, und, und liegt allerdings vieles im Argen. Eine exakte Bestandsaufnahme aller Wege wäre ratsam, um zunächst einmal punktuelle Mängel aufzuzeigen. Die Liste müsste man dann nur noch abarbeiten. Übrigens, dieses Wahlversprechen lässt sich ohne großen finanziellen Aufwand abarbeiten. Gleiches gilt im Übrigen auch für Beschilderungen und Ruhebänke in den Ortslagen.

Stabile Breitbandversorgung  

Erstrebenswert zwar, aber direkten Einfluss haben die kommunalen Parteien da insgesamt eher wenig. Druck aufbauen ja, aber mehr auch nicht. Die Versorgung insgesamt ist ja schon nahezu flächendeckend gewährleistet. Dhaun und Karlshof sollen in diesem Jahr noch ans schnelle Netz angeschlossen werden. Die letzte Lücke wäre dann ja wohl für das Erste geschlossen.