Parkhaus: Alle Zahlen und Fakten

Oh Herr, lass Einsicht walten! Diese Stoßgebet kam dem Blog zwangsläufig über die Lippen, als der zum X-ten Male die Zahlen für die zwei Varianten des Parkkonzeptes der Stadt Kirn studierte. Der rechnet mal laut vor zum mitschreiben: Variante eins ist ein Parkhaus mit 168 Plätzen (Vorgabe Rechnungshof) kostet in der Summe 2,4 Millionen Euro. Der Eigenanteil der Stadt wären rund 1,1 Millionen Euro. Anstelle des Schotterparkplatzes entstünde ein zweigeschossiges Gebäude. Umgerechnet auf den einzelnen Parkplatz kostet dieser dann die Stadt 5600 Euro.

Variante zwei beinhaltet ein dezentrales Parksystem und bietet ebenso 168 Parkplätze, nur eben verteilt auf das gesamte Stadtgebiet. 95 Kurzzeit-Parkplätze auf einer dann neu angelegten Parkdeck-Fläche (die jetzt 50 Dauerparker kämen weg). Dazu kämen 15 zusätzliche Parkplätze Teichweg, 12 Parkplätze (Wohnmobilplätze) auf der Kiesel, 12 an den Weinfässern und 34 an der Brauerei. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 540.000 Euro. Zuschüsse von 300.000 Euro sind für diese Maßnahme fix. Bleibt ein Eigenanteil für die Stadt von 240.000 Euro. In der Summe sind das 800.000 Euro Ersparnis bei gleicher Wirkung. Fürwahr kein Pappenstiel. Anders dargestellt sind pro Parkplatz bei Variante eins 5900 Euro fällig, bei Variante zwei nur 1400 Euro. Und das bei gleichem Effekt. 4500 Euro Einsparpotenzial ist eine Menge Holz für eine klamme Stadt.

Mehr noch: Mit der Dezentralisierung bekommen die Kunden der Stadt die Gelegenheit, an den für ihre Geschäftsgänge günstigsten Stellen ihr Auto abstellen zu können. Ein weiterer Vorteil sind die Parkgebühren. Die würden sich bei einen Parkhaus-Neubau kräftig erhöhen. Zahlen liegen diesbezüglich zwar noch nicht auf dem Tisch, aber es muss von einer Anpassung an andere Kommunen mit gleichen Gegebenheiten – alleine schon zur Deckung der laufenden Kosten – gerechnet werden. Dann wäre dann das Ende mit dem lukrativen Park Zins, mit denen die Stadt und die Geschäftswelt ja immer wieder gerne wuchern. Unter einem Euro pro angefangene Stunde wird da nichts zu machen sein.  

Merke, wer einen Schuldenberg von 23 Millionen Euro vor sich her schiebt, der sollte keine teure Lösung anstreben, wenn der gleiche Effekt auch billig auf dem Silbertablett serviert wird. Und nichts anderes versucht Bürgermeister Martin Kilian. Gebetsmühlenartig! Im Gegensatz zu SPD und FWG hat der die Finanzen fest im Blick. On top bietet er sogar noch Optionen. Zusätzliche 65 Parkplätze auf dem ehemaligen Güterbahnhof-Gelände und 35 Parkplätze auf dem Areal der jetzt noch Wäscherei Schäfer sind bei weitem keine Utopie mehr. Vor allem für Pendler und Dauerparker, dürfte sich bald das Tor zum Bahnhofsgelände öffnen. Laut Aussage Kilian, könnte es spätestens Ende 2020 eine Freigabe geben. Eine merkliche Entzerrung der gesamten Parksituation im Stadtgebiet wäre die logische Folge.

Welche Argumente pro Parkhaus können angesichts dieser Konstellationen noch greifen? Der gesunde Menschenverstand hat keine zu bieten! Die SPD, in Person ihrer Fraktionssprecherin Judith Schindler, hatte in ihrem Anfangsstatement im Finanz- und Bauausschuss hingegen vollmündig jede Menge angekündigt. Tatsächlich genannt hat sie kein einziges, und dies, obwohl Kilian händeringend welche einforderte. Stattdessen haben CDU und FDP jede Menge gute Gründe für eben eine Ablehnung des Parkhauses aufgezählt. Ausgang offen? Es schaut ganz danach aus. Am 21. November wird der Stadtrat final entscheiden. Gegen alle Vernunft scheinen SPD und FWG an einem Parkhaus festhalten zu wollen. Finde den Fehler? Ob ihr frühkindliches Trotzverhalten bis dahin in verantwortungsvolle Einsicht umschlagen wird, darf angesichts der Härte und dem Willen den Parkhaus-Neubau um jeden Preis stemmen zu wollen, bezweifelt werden. Beendet Euren Ego-Trip und lenkt ein. Späte Einsicht ist allemal besser als gar keine.

Anmerkung: Wetten, ein Bürgerentscheid unter dem Aspekt aller auf dem Tisch liegenden Fakten würde eine Ablehnung in einem Verhältnis 90 zu 10 offenbaren. Fragt doch mal nach!