Orakel 2020

Gibt es schon jetzt eine Antwort auf die wirklich wichtigen Fragen? Wüssten wir nicht alle liebend gerne, was das neue Jahr so alles an Überraschungen parat hält? Gummibärchen-Orakel, Kaffeesatzleser und Kartenleger – sie alle wagen jetzt eine Prognose. Gemeinsam hat die komplette Branche den Blick auf das Kirner Land gerichtet. Und wie! SWR3 hat für die vage Vorhersehung erneut sein „Nuschel-Orakel“ als Sprecher zur Verfügung gestellt. Schon im letzten Jahr hat das so einiges richtig vorhergesagt. Und wie schaut es heuer aus? Grob analysiert nuschelt das ein grobes „Weiter so“. Vieles bleibt im Unklaren. Ach ja, wirres Zeugs ist auch dabei. Der Blog hat einiges von dem Geschwätz zusammengefasst und gefiltert:

Blog: Liebes Nuschel-Orakel, kurz und knapp was erwartet uns 2020?

Nuschel-Orakel: Boah, stör jetzt nicht! Wen interessiert schon was hier bei Euch im letzten Winkel des Landes abgeht?

Blog: Hallo, geht’s noch? die Menschen hier fühlen sich wohl in Mutter Natur und hätten schon gerne gewusst, was Du so siehst.

Nuschel-Orakel: Hopp dann, wenn es denn sein muss! Der Januar geht politisch mal gleich in die Vollen. Hans-Helmut Döbell (SPD) wird Erster Beigeordneter und straft mit seiner Wahl mal gleich alle seine Kritiker, die ihn am liebsten zum Teufel scheren möchten. Helmut Hein (FWG) wird sein Vertreter und Cornelia Dhonau-Wehner (CDU) die Vertreterin vom Vertreter. Um die drei Personalien vorherzusagen zu können, braucht es fürwahr kein gut ausgebildetes Orakel. Weiß doch eh schon jeder. Paukenschlag dagegen bei den Bürgermeister-Wahlen im März in Kirn. Der Frank Ensminger setzt sich durch. Er genießt halt die meiste Sympathie in der Lederstadt. Knapp 60 Prozent bekommt der im ersten und einzigen Wahlgang. Es wird also nix mit der „Dämlichkeit“. Trost für Christa Hermes. Sie bleibt ja Erste Beigeordnete für die CDU. Die Wahlbeteiligung ist mittelmäßig und mittelmäßig fällt auch die Aufwandsentschädigung für den durch und durch Kirner Buben aus. Ob der sich mit dem Amt einen Gefallen getan hat? Wenn ich es richtig sehe, bereut er schon im Sommer, den Hut in den Ring geworfen zu haben.

Blog: Dann ist das politische Posten-Geschacher ja geklärt. Halt, da gibt es ja noch das Dauerthema Parkhaus. Wie geht es in dieser unendlichen Geschichte weiter?

Nuschel-Orakel: (Lacht) Frag lieber nicht! Man, man, man, was wurde da schon Zeit verplempert. Nur weil einige ganz verblendete von ihrem Traum einfach nicht aufwachen wollen. Die FWG wird umfallen und dann ist das Parkhaus Geschichte. Der Norbert Stibitz hat stundenlang hin und her gerechnet und er ist nach wie vor davon überzeugt, dass ein Parkhaus kaum teurer käme als das dezentrale System ohne den Klotz. Der Illusion wird er schnell beraubt werden. Spätestens dann, wenn er erfährt, dass dem nicht so sein wird, wird seine Fraktion umschwenken. Ich schätze im Frühjahr wird das soweit sein. Dann kann die Akte Parkhaus endgültig geschlossen werden und mit ihr verschwinden dann auch die endlosen Diskussionen über das Für- und Wider.

Blog: Oh Gott, wie wird die SPD den Schlag nur verkraften? Schließlich haben die Genossen den ehemaligen Bürgermeister Kilian bei dessen Verabschiedung zur Eröffnung des Parkhauses eingeladen.

Nuschel-Orakel: (Lacht)Die SPD ist immer für einen Kalauer gut. Ehrlich, Die werden sich schnell damit abfinden. Die haben jetzt auch ganz andere Sorgen! Haben sie doch in ihren Reihen keinen Bürgermeister-Kandidaten. Da muss man sich mal vorstellen. Traurig aber wahr. Ein Debakel bahnt sich da an für die stärkste Fraktion. Es ist aber auch zum Mäuse melken. Niemand drängt sich auf, keiner wurde intern für diesen Tag X aufgebaut. Armageddon SPD. Wenn man den Peter Wilhelm und den alten Fritz nur in einen Jungbrunnen tunken könnte – aber lassen wir solche Phantastereien. Gibt aber immer Schlimmeres. Die Zeit heilt bekanntlich alle Wunden. Nur nicht die vom Krankenhaus. 

Blog: Was meinst Du damit?

Nuschel-Orakel: Nun, den großen Wurf sehe ich nicht hinsichtlich einer in Stein gemeißelten Standortgarantie. Es wird eine überaus zähe Hängepartie werden. Auf verbindliche Zusagen und zukunftsfähige Konzepte werden die Menschen im nächsten Jahr vergeblich warten. Nur Lippenbekenntnisse werden über die Ticker laufen. Die Diakonie lässt sich nicht in die Karten schauen und spielt weiterhin auf Zeit. Zermürbend für die BI und zermürbend für das Kirner Land. Aber so funktionieren halt die Mechanismen. Kurz zusammengefasst, ich sehe keinen Durchbruch in 2020 in der Krankenhaus-Angelegenheit! Es wird und muss wohl weiter müllern. Frag mich 2021 noch einmal nach der Zukunft des Kirner Krankenhauses.

Blog: Trübe Aussichten also. Bietet die Glaskugel so gar nichts an Erhellendem?

Nuschel-Orakel: Hmm, mal überlegen! Das öffentliche Leben wird auch nach der Fusion weitergehen. Was hatten die Skeptiker Szenarien im Vorfeld verbreitet. Endzeitstimmung – zum Totlachen. Die Verwaltung wird sich einspielen und „TJ“ einen guten Job machen. Der Winter wird kurz, das Frühjahr nass und der Sommer heiß werden. Hochwasser gibt es keins. Die Feuerwehren verzeichnen wieder mehr Einsätze. Der Monster-Wall entwickelt sich zu einem Blumenmeer, die Kirner Gastronomie spielt wieder „Bäumchen wechsel Dich“ und die Leerstände in den Geschäften nehmen – hört, hört – etwas ab. Rein sportlich gesehen plätschert das Jahr ohne große Höhepunkte so dahin. Das Ehrenamt wird weiter gelebt und von der Politik gepuscht. Die Kirner Tafel macht weiter gute Arbeit. Muss sie auch, um die soziale Schieflage auffangen zu können.