Nie mehr Abi-Ball in der eigenen guten Stube:

Zu teuer: Turnhalle Berger Weg ist nicht mehr veranstaltungstauglich herzurichten!

Liebe zukünftige Abiturienten-Jahrgänge, ihr müsst jetzt tapfer sein. Abi-Bälle werden in der eigenen Turnhalle niemals mehr stattfinden können. Der Kostenaufwand für die Sanierung steht mittlerweile in keinem Verhältnis mehr zum Nutzen. Mit neuen Notausgängen ist es nunmehr nicht mehr getan, informieren Landrätin Bettina Dickes (CDU) und VG-Bürgermeister Thomas Jung. Gemäß neuen Vorschriften müssen umfangreiche Maßnahmen hinsichtlich Belüftung und Toiletten auf den Weg gebracht werden. Rund 500.000 Euro Investitionskosten, so erste Schätzungen, bedeuten das dauerhafte Aus für Veranstaltungen gleich welcher Art. Die Halle und andere schulische Angelegenheiten werden auch Gegenstand von Gesprächen beim gemeinsamen Ortstermin der freundschaftlich verbundenen Politgrößen am 27. November im Gymnasium sein.

Doch der Reihe nach: Die Gymnasium-Turnhalle am Berger Weg war über Jahrzehnte hinweg legendär für ihre Veranstaltungen: Showtanzwettstreite, Chorauftritte oder der Festkommers der TuS Kirn zu ihrem 150-jährigen Bestehen – alle nutzten die Turnhalle. Aber auch für das benachbarte Gymnasium hat die Halle nicht nur sportliche Bedeutung. So wurden dort seit Jahren Abi-Bälle veranstaltet oder andere Partys organisiert. Seit 2012 ist allerdings Schluss mit Lustig! Sowohl für die Feier nach der Schullaufbahn, als auch für Konzerte und sonstige Veranstaltungen bleiben die Türen zu. Der Grund: Brandschutz und fehlende Notausgänge. Der Kreis hatte seinerzeit die notwendigen baulichen Maßnahmen auf 45.000 Euro veranschlagt.

Investiert wurde nicht, wohl auch deshalb, weil keine Einigkeit über die Verteilung der Kosten erzielt werden konnte. Der damals politisch handelnde Personenkreis, bestehend aus Landrat Franz-Josef Diel (CDU), Bürgermeister Fritz Wagner und VG-Bürgermeister Werner Müller (SPD), war nicht in der Lage die Notausgang-Angelegenheit ein für alle Mal aus der Welt zu schaffen, und dies, obwohl es für relativ kleines Geld möglich gewesen wäre. Das ist richtig, richtig lange her. Andere Politiker, andere Ansichten, andere Herangehensweise? Zeit, um das Thema wieder aus der Schublade der vergebenen Chancen herauszuholen.

Angespitzt durch den ersten Blog-Beitrag haben Landrätin Bettina Dickes (CDU) sowie der zukünftige VG-Bürgermeister Thomas Jung das Thema erneut aufgegriffen und die momentane Situation neu bewertet. Und es schaut wieder nicht gut aus. Allerdings nicht wegen der Investitionssumme der Notausgänge. Die sind Peanuts im Verhältnis zu zwischenzeitlich aufgeschlagenen weiteren Auflagen für eine Kombination aus Sport- und Veranstaltungshalle. Der Blog war so naiv zu glauben, dass es mit zwei Löchern für Türen in Freie getan wäre. Pustekuchen! Das war einmal! Nein, neue Vorschriften und Gesetze erfordern zusätzliche Belüftungen sowie auch neue Toilettenanlagen und zu guter Letzt einsteckbare Stühle. Da kommen schnell 500 000 Euro zusammen. Nur eine vorsichtige Schätzung, mit der aber das dauerhafte Aus für die Turnhalle als Stand-by-Veranstaltungsstätte einhergeht. Besiegelt und verkündet! Zu teuer! Angesichts der zu erwartenden Summe kann man sich weitere Planungs-Details sparen. SCHADE!

Im Nachhinein sogar doppelt schade, dass die damaligen Platzhirsche keine Einigkeit erzielen konnten. So waren sie halt, die beiden Chefs des Kirner Landes. Dickköpfig und stur, wenn es um Angelegenheiten ging, die sie aus ihrer Sicht nicht für notwendig erachteten. Damals wäre es noch möglich gewesen, die Halle für Veranstaltungen, gleich welcher Art, dauerhaft aufzustellen. Jetzt muss der berühmte Haken dran gemacht werden. Gelegenheit fahrlässig vertan! Aber es gibt auch gute Nachrichten. Die Kyrau-Halle ist die vom Kreis auserkorene Alternative, auch für die Abiturienten. Dort dürfen die ihren Abi-Ball veranstalten. Und das Beste daran, für umme. Dickes sichert zu, dass die Halle keine Miete für die Feier nach dem Abitur kostet. Hört sich doch gar nicht so schlecht an, oder? Spitzt die Ohren und ruft bei ihr an, um die genauen Bedingungen abzuklären. Die Halle hat zwar keine Bühne, aber über Improvisations-Geschick sollten ausgeschlafene Hochschulabgänger ja verfügen.

Und die Moral von der Geschichte: Nun die Politik hat schnell reagiert und geprüft nach dem ersten Post auf der Seite www.hochstetten-dhaun-info. Unbürokratisch ging das hausintern über die Bühne. Und auch wenn in diesem konkreten Fall keine finanzierbare Lösung mehr zu finden ist, steht eine Tatsache unwiderruflich fest: Das Konstrukt der kurzen unbürokratischen Wege zwischen VG-Bürgermeister und Landrätin scheint zu greifen. Weiter so. es gibt noch viel zu tun!