Mehr Mitte bitte

Die Sache mit der ehemaligen Grundschule

„Mehr Mitte Bitte 2.0“

Am 28. September 2015 gab die rheinland-pfälzische Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen gemeinsam mit dem Gemeinde- und Städtebund und in Kooperation mit der Architektenkammer den Startschuss für „Mehr MITTE bitte!“ 2.0.

Damals hieß es im Bericht der Architektenkammer Rheinland-Pfalz: „Ein wesentliches Ziel des Wettbewerbs muss es sein, städtebaulich attraktive Lösungen zu finden für die zahlreichen innerörtlichen Leerstände in den ländlich geprägten Räumen von Rheinland-Pfalz“, so Bürgermeister Werner Müller vom Gemeinde- und Städtebund, dem es in besonderem Maße darauf ankommt, dass die gefundenen Lösungen den jeweiligen Ort nachhaltig aufwerten und einen Beitrag leisten können, ihn in seinem Bestand für die Zukunft zu sichern. Müller berichtete aus eigener Erfahrung in Hochstetten-Dhaun, dass ein regelrechter Ruck durchs Dorf gegangen sei. Im Verfahren mit seinen zahlreichen Veranstaltungen vor Ort habe man viel von dem, was Baukultur bedeutet, sehen gelernt. Das Wichtigste: Einen Blick zu bekommen dafür, welche Auswirkungen gute und schlechte Beispiele auf ihre Umgebung haben. Auch von Erfolgen konnte Werner Müller berichten, denn inzwischen wurde ein Teil des Ortskerns als Sanierungsgebiet (Extra Beitrag) ausgewiesen.

Folgen irgendwann Taten?

Alles nur typisches Politiker-Gelaber? Schaut zumindest so aus, denn passiert ist nichts. Sieht man mal von immer mehr Wildwuchs ab, der mittlerweile um die alte Schule rankt. „Die Botschaft einer Umwidmung hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube für eine Umsetzung“ – diese Erkenntnis lässt sich eins zu eins auf ein Projekt übertragen, das schon drei Jahre tief vor sich hinschlummert. Tief und fest. Mittlerweile ist der Privatinvestor von seiner ursprünglichen Idee, nämlich rund um die Schule ein Mehrgenerationenprojekt mit über 20 Wohneinheiten (Entwurf links oben) zu installieren, längst abgerückt. Stattdessen wird laut über Betreutes Wohnen nachgedacht. Nur wann? Dabei herrschte in 2015 große Euphorie, als Finanzministerin Doris Ahnen (SPD) die Siegerentwürfe der Architekten in einem würdigen Rahmen im Bürgerhaus „Haus Horbach“ ehrte. Lauter glückliche Gesichter, wie man oben auf dem Bild unschwer erkennen kann. Die Euphorie ist mittlerweile mehr als nur verblasst. Den Ruck hatte eh keiner im Dorf gespürt. Unwahrscheinlich, dass 2019 ein rascher Spatenstich erfolgen wird. Eher wird der Skywalk zum Weltkulturerbe erhoben. Doch, die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.