Muffel-Widder

Wenn ein Muffel gefühlt tagtäglich die Schlagzeilen beherrscht, dann sagt das so einiges aus über den Informationsgehalt einer Tageszeitung aus. „Liebestoller Muffelwidder macht Kirner Land verrückt“, ist nur eine von vielen reißerischen Überschriften, die mit der Realität so gar nichts gemein haben. Wer bitteschön wird verrückt, nur weil ein einsamer tierischer Bock durch das Kirner Land schleicht? Gut, der ist ein putziger Farbtupfer und obendrein zutraulich, aber ansonsten unterscheidet den gehörnten Knaben doch nichts von anderen Wildtieren. Der momentane mediale Hype ist völlig überzogen und hat so gar nichts gemein mit dem Allgemeinempfinden der meisten Menschen.

Okay, eine kleine nette Geschichte mit Bildchen wäre dem Anlass angemessen gewesen, aber daraus gleich eine ganze Serie zu stricken? Scheinbar open End? Wie geht es weiter? Muffelwidder benötigt einen passenden Namen, Futterspenden oder Gesellschaft? Auch nett die Schlagzeile „Paten gesucht“. Der Blog hat die öffentlichen Aufrufe schon vor dem geistigen Auge. Nein Leute, jetzt lasst es gut sein. Lasst das Vieh endlich in Ruhe seiner Wege ziehen. Irgendwann legt sowieso ein Jäger sein Schießgewehr an und „Peng“ ist es vorbei mit dem armen Kerl. Tja, so ist das nun einmal im Zusammenspiel mit Jäger und Wild. Genau dafür wurde er ja schließlich irgendwann ausgesetzt, nicht wahr?