Daseinsfürsorge vor Profit! Banner zur Rettung des Kirner Krankenhauses!

Erste Banner hängen schon; zumindest online eingepflegt…

WOW! Der Protest gegen die beabsichtigte Schließung des Kirner Krankenhauses nimmt mehr und mehr Fahrt auf. „Wie kann ausgerechnet die Diakonie so eine Entscheidung treffen und Wirtschaftlichkeit wichtiger finden als eine so elementare Daseinsvorsorge?“, empören sich die Menschen im Kirner Land. Und nicht nur die sind bock-wütend. Auch auf politischer Ebene regt sich zunehmend Widerstand? Sind die neuesten Statements und öffentlichen Apelle der Startschuss einer bisher nie dagewesenen Widerstands-Kampagne in einer sonst eher zaghaften Kleinstadt? Kann Kirn Protest? Können Stadt und Umland Straßenkampf mit allem was dazugehört? Die Antwort liegt wie immer auf dem Platz, konkret auf der Straße. Was die Menschen brauchen ist keine Schließung, sondern eine höhere Investition in Ausstattung und Ausrichtung ihres Krankenhauses am Rande der Stadt. Grundsätzlich gilt, gerade im ländlichen Raum, mit weiten Entfernungen zu Kliniken, muss eine flächendeckende Versorgung gewährleistet bleiben. Punkt!

Keine Frage, schreitet die Politik einig vorneweg, dann wird die gesamte Region eng zusammenrücken und bei Mahnwachen, Protestzügen und Bürgerinitiative gemeinsam an einem Strang ziehen und hinterhermarschieren. Online-Petition, Versammlungen, Plakat- und Banner-Aktionen, Unterschriften sammeln – alles probate Mittel, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Kurzum, die Menschen dürfen es nicht zulassen, dass ein nach wie vor dringend gebrauchtes Gesundheitssystem kollabiert. Niemals! Dass eine weitere Versorgungslücke in das Kirner Land gerissen wird, ist unverantwortlich! Eine Aufgabe des Standortes, wäre weder medizinisch noch menschlich zu verantworten. Das gemeinsame große Ziel muss daher lauten: „Rettet das Kirner Krankenhaus“! Ein parteiübergreifendes Kollektiv sollte endlich aus dem Quark kommen und den Mut haben die Pläne der Diakonie zu durchkreuzen.  „Mobilmachung“ für den Erhalt – das passt.

Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“ Frei nach Bertolt Brecht sollte jetzt ein Ruck durch die Gesellschaft gehen. Der wird umso stärker, wenn ausnahmslos alle mitgenommen werden. Politik vorneweg, Volk hinterher – nur so kann es was werden. Warum ausgerechnet Stadtoberhaupt Martin Kilian so gar nichts mit einer breiten Widerstandsbewegung anfangen kann, ist sein Geheimnis. Mehr noch: Zwischen den Zeilen warnt er regelrecht davor auf die Straße zu gehen, um für ein „Weiter so“ die Ärmel hochzukrempeln. Finde den Fehler? Ist es sein doch recht wackeliger „Gesprächsfaden“ zur Diakonie, der ihn von der Befürwortung drastischer Maßnahmen abhält? Nachdem die Diakonie skandalöserweise drei Verhandlungstermine hat platzen lassen, scheint in diesem Prozess allerdings eher die Handschrift eines harten Hundes gefragt zu sein.

Sein nunmehr geforderter Krisengipfel ist der übliche Anfang frei nach dem Bürgermeister-Handbuch für Dialoge bei Ausweglosigkeit und Ratlosigkeit. Was die Einladungsliste angeht vernünftige Ansätze mit den üblichen Verdächtigen zwar, mehr aber auch nicht. „Unverzüglich sollen alle Beteiligten an einen Tisch“, heißt es in der Überschrift. Bloß, werden „nur“ Gespräche reichen? Die Argumente liegen doch eh jetzt schon alle offen auf dem Tisch. Man wird sich im stillen Kämmerlein nur im Kreis drehen. Merke, zukunftsfähige Pläne lassen sich gewiss erfolgversprechender schmieden, wenn lautstarke und öffentlichkeitswirksame Straßenproteste zeitgleich in die Verhandlungszimmer dringen, oder etwa nicht? Druck aufbauen kann nicht schaden. Warum blockt Kilian diesbezüglich? Was nährt seine Zuversicht, dass alleine der Dialog den Status-Quo wird vereiteln können?

Und warum hört man so gar nichts von der SPD zum Thema Krankenhaus? Während alle anderen im Stadtrat vertretenen Parteien zumindest schon ihre Statements pro Krankenhaus abgaben und darüber hinaus ihre Bereitschaft zum Protest bekundeten, herrscht Stille aus der Sozialdemokraten-Ecke? Gerade zur Unzeit scheint die Partei tief gespalten zu sein. Gemutmaßt wird schon seit längerem eine interne Lagerbildung. Gerade jetzt, wo der politische Platzhirsch im Kirner Land dringend gebraucht wird, nimmt der sich eine hausgemachte Krise der Marke „verletzte Eitelkeiten“. Liebe SPD, reißt Euch im Sinne der Bewegung zusammen und bezieht mal Position. Lasst die Öffentlichkeit wissen, wie Ihr die Schließung verhindern wollt.

Gleiches gilt für Bettina Dickes. Von der CDU-Landrätin kommt so gar nichts. Dabei postet die doch andauernd. Nahezu jeden Tag lässt sie sich auf irgendeiner Feier ablichten, mal mit und mal ohne Eistütchen in der Hand. Zum Thema Kirner Krankenhaus kam von der Landkreis-Chefin bisher keine Silbe. Eine solche Zurückhaltung lässt nur Wasser auf die Mühlen derer fließen, die ohnehin glauben, dass der Westen abgehängt wird – jetzt wohl auch von einer umfassenden Gesundheitsversorgung. Zeigen Sie Flagge Frau Landrätin.

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