Mehr Realsatire geht nicht! Klären Sie auf Christa Hermes, wollen Sie für die CDU oder die SPD Bürgermeisterin in Kirn werden…

Anlass für die Rubrik „in welcher Welt leben wir eigentlich“! In einer Zeit, wo sich politische Parteien in einer Orientierungskrise befinden, wo niemand genau weiß wofür die Etablierten programmatisch und inhaltlich stehen, hält Christa Hermes (CDU) beim Heringsessen des SPD-Gemeindeverbandes Kirner Land den SPD-Würfel in die Kamera und lädt den Schnappschuss dann auch noch ohne Hemmungen auf Facebook hoch. Als ob es das Normalste von der Welt wäre. Häh? Die Selbstverständlichkeit muss jedem Politikinteressierten die Sprache verschlagen. Hat sie etwa das Parteibuch gewechselt? Haben Fisch und Gequellte nach SPD-Rezept ihr so gut geschmeckt, dass sie sogleich in die SPD eingetreten ist?

Im Ernst, welche Überlegung steckt hinter dieser Geste? Welches Signal möchte die Christdemokratin an die Wähler aussenden? “Hallo, ich bin zwar CDU, wenn es sein muss, kann ich aber auch SPD!“ Eine, die vor wenigen Monaten noch entscheidenden Anteil daran hatte, dass SPD-Urgestein Peter-Wilhelm Dröscher bei der Wahl des Ersten Beigeordneten ausgebootet worden ist, hat mit dieser Demutshaltung nicht nur gefühlt innerparteiliche moralische Linien überschritten, sondern irgendwie eigeninitiativ Abbitte geleistet. Musste sie wohl auch, denn schließlich hat sie ja den Grand-Senior symbolisch in den Hintern getreten, als sie seinen Stamm-Posten ergatterte. Das Prozedere versetzte die erfolgsverwöhnte Partei seinerzeit einen gewaltigen Knockout. Es ist ja legitim, sich von den noch immer taumelnden Genossen unterstützen zu lassen, aber muss sie dafür gleich ihre politische Seele verkaufen? Was hat die CDU-Kandidaten nur geritten, sich mit einer solchen Symbol-Pose „anzubiedern“ und dann auch noch ablichten zu lassen. Ist sie der Gemeinschaft des Würfels beigetreten?

Die Analyse ist keine Übertreibung. Sieht so die späte süße Rache der SPD aus? Die flankierenden Herren versprühen in ihren lächelnden Gesichtern jedenfalls einen Hauch von Genugtuung. Dass eine CDU-Frontfrau überhaupt beim politischen Aschermittwoch der SPD aufschlägt – geschenkt! Dass sie sich in guter Stimmung mit regionalen SPD-Größen ablichten lässt – geschenkt. Dass die sie sich aber das SPD-Logo in die Hand drücken lässt und dieses noch demonstrativ nach vorne in die Kamera hält – geht gar nicht. Eine derartige Zurschaustellung muss auf den Betrachter peinlich wirken. Ihre Haltung dürfte beim Wähler Misstrauen wecken und bei ihren Parteifreunden Anlass zum Fremdschämen erzeugen. Ein Lapsus, der sich in ihrem Bestreben auf dem Bürgermeister-Stuhl Platz nehmen zu wollen, nicht mehr korrigieren wird lassen.