Ergebnis aus dem ersten Zukunftsgespräch: Man muss weiter um das Kirner Krankenhaus bangen!

Ist das Kirner Krankenhaus noch zu retten? Das wird wohl die brennendste regionale Frage der Zukunft sein. Die Antwort wissen ganz sicher die Eigentümer. Jeder Krankenhausträger – auch die Diakonie – orientiert seine betrieblichen Entscheidungen an der Erreichung der aufgestellten Unternehmensziele. Ein Träger, der ein Krankenhaus unterhält, will sich refinanzieren und eine angemessene Eigenkapitalrendite erwirtschaften. Das Kirner Krankenhaus bildet da keine Ausnahme. Daher sollte das geschlossen werden. Doch der Träger hat nicht mit dem Widerstand der gesamten Region gerechnet. Seit Bekanntwerden hat sich viel getan. Demonstrationen wurden organisiert und Gespräche geführt. So auch am 10. Dezember. Eingeladen wurde zu einem ersten Zukunftsgespräch im Rathaus der Stadt Kirn. Alle entscheidenden Personen saßen mit an einem Tisch.

Und was kam beim Gipfel heraus? Nur Blablabla? Um es vorneweg zu nehmen, ein Durchbruch ist anders! Nun, der Träger des Krankenhauses wird bis Ende Januar 2020 ein Zukunftskonzept vorlegen, wie das Ziel einer dauerhaften stationären chirurgischen und internistischen Grundversorgung und eine 24-stündige Notfallversorgung erreicht werden kann“, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Immerhin, die Diakonie zeigt sich willig. Aber reicht das? Weiter steht im Papier: „Dabei sind der Sicherstellungszuschlag sowie als Pilotprojekt die Vernetzung der ambulanten und stationären Dienstleistung wesentliche Eckpunkte des Konzeptes. Klingt alles irgendwie politisch verklausuliert. Mit anderen Worten, anstatt verbindliche Zusagen werden insgesamt nur Absichtserklärungen unter das Volk gestreut. Liebe Leute, anders herum wird ein Schuh daraus. Warum nicht den Standort ohne Wenn und Aber garantieren und dann den mit einem zeitgemäßen Konzept einer Grundversorgung, die den Namen verdient, ausgestalten? Vorschlag: Aus der Position der Garantie und Stärke heraus das Krankenhaus am Rande der Stadt zukunftsfähig aufstellen. Wie wäre es denn mit dieser in sich schlüssigen Philosophie? So bleibt weiterhin alles nur in der Schwebe. Unbefriedigend! Damit ist keinem geholfen. Fazit: Zusagen, Fehlanzeige. Der große Wurf scheint (noch) weit weg.

„Die kommunalen Vertreter sowie die Bürgerinitiative „Rettet das Kirner Krankenhaus“ sind nach wie vor sehr besorgt“, heißt es weiter. Zurecht! Noch ist nämlich nichts gewonnen. „Es fehlt an wahrnehmbaren Entwicklungen, die das Kirner Krankenhaus stärken und den Bestand sichern.“ Recht haben sie. Man weiß ja nur zu gut, wie gerade die Diakonie sich immer wieder herauszuwinden versucht. Aufpassen, es besteht latente Gefahr, dass man es nunmehr über die Zeitschiene in Angriff nehmen könnte? Wäre ja nicht das erste Mal. Versöhnliche Botschaft dieser Satz: „Von daher begrüßen man das vom Träger angekündigte Zukunftskonzept und verstehe dieses Konzept als eine wichtige vertrauensbildende Maßnahme für Bevölkerung und Krankenhauspersonal.“ Vertrauen ist zwar gut, Kontrolle aber besser. Von daher täte die BI gut daran, den Istzustand im Krankenhausalltag weiter zu beobachten, um negative Strömungen und Tendenzen anprangern zu können. Abgesehen davon, wer vertraut noch den Worten der Diakonie? Viel zu viel davon hat die schon in der Vergangenheit verspielt.

„Die kommunalen Vertreter wie auch der Träger begrüßen es zudem sehr, dass das Gesundheitsministerium auch den weiteren Prozess aktiv begleiten wird.“ Was sonst? Eine Lösung zu finden ist deren Aufgabe. „Das zweite Zukunftsgespräch wird am 4. März 2020 im Rathaus der Stadt Kirn statt-finden. Das Gesundheitsministerium wird auch dieses Treffen moderieren. Ziel ist, den Kreis der Teilnehmer um die Kassenärztliche Vereinigung und die Krankenkassen zu erweitern.“ Darauf darf man jetzt schon gespannt sein. Es ist ja bekannt, dass gerade die Krankenkassen kleinere Krankenhäuser, speziell auch Kirn, lieber heute als morgen dicht machen würden.