Lokalredaktionen der Rhein-Zeitung vor ungewisser Zukunft!

Der Blog erhebt immer wieder gerne seine Stimme lautstark, wenn ihm eine Entwicklung missfällt. Und wenn die dann noch zu Lasten unserer ländlich geprägten Region geht, dann haut der auch schon mal richtig, richtig auf den Putz: Die „Rhein-Zeitung“ plant, ihre mehr als zehn Lokalredaktionen zu schließen. Diese Nachricht schlug am Anfang der Woche ein wie eine Bombe. Aus Koblenz wurde ein fatales Signal gesendet. Ganze Regionen tragen nunmehr Sorge darüber, dass Themen – gerade im ländlichen Bereich – nicht mehr so gut abgedeckt werden wie bislang. Fürwahr, der ländliche Raum muss es immer ausbaden. Ein dem SWR zugespielter internen Mitarbeiterbrief, brachte die Bombe erst zum Platzen. Wer von den Abonnenten jedoch gedacht hatte, die Verantwortlichen würden ihrem Vorhaben, einer offensichtlich gravierenden Umstrukturierung, ein paar Zeilen widmen, der sah sich getäuscht. Null Reaktionen und null Informationen, sind im Ergebnis mehr als nur eine bescheidene Außendarstellung! Friedrich Merz würde sagen, „die ist einfach nur grottenschlecht“.

Skandalös muss die wohl intern sein, wenn jetzt schon die Redaktionsleiter die Initiative ergreifen müssen, damit sie Einblicke in das Konzept erhalten. Scheinbar wurden die regelrecht vor den Kopf gestoßen. Ohne Worte! Ein gemeinsamer Brief von ihnen an die Geschäftsführung, soll vielleicht auch so etwas wie Druck ausüben und den Verlag zum Umdenken bewegen. Ob der sich jedoch erweichen wird lassen einzulenken? Die Geschäftsführung hatte ja nicht einmal den Mumm und die Eier sich unter der Woche öffentlich zu erklären, weder im eigenen Blatt, noch gegenüber anderen Medien, etwa dem SWR. Gelesen hat man jedenfalls nix. Die hat sich wie ein geprügelter Hund weggeduckt. Keine Frage, Image- und Vertrauensverlust sind nicht mehr einzufangen, auch nicht mit den in solchen Fällen typischen Reflexen, wonach hinterher alles besser sei.

Nach den internen Ankündigungen, ist man sicherlich eher darauf fokussiert Fakten zu schaffen. Aber kann die Rhein-Zeitung das noch so ohne weiteres? Kann die das Gewitter um sich herum einfach so ausblenden und zur Tagesordnung übergehen? Wohl kaum! Eher wird es nach dem öffentlichen Aufschrei und den negativen Kommentaren danach schwierig werden, Routine walten zu lassen. Eine Welle von Kündigungen scheint sich anzubahnen. Viel Arbeit wird da auf die Werbeabteilung zukommen. Sehr, sehr viel Arbeit.

Bleibt die Frage, warum nur will sich der Verlag in selbstmörderischer Absicht auf so dünnes Eis begeben? Steht dem womöglich das Wasser buchstäblich bis zum Hals? Maybe? Wenn nicht aus wirtschaftlichen Zwängen heraus, warum auch sonst sollte der derart gravierende Einschnitte vornehmen wollen? Wenn das der Fall ist, wird allerdings auch ein bisher für nicht möglich gehaltener krasser Dammbruch innerhalb der bundesweiten Zeitungslandschaft nicht unbedingt helfen, eine Trendwende herbeizuführen. Im Gegenteil! Da sind mehr innovative Ideen gefragt. „Dammbruch“, die salonfähig gewordene Bezeichnung aus der Thüringen-Affäre passt auch in dieser Zeitungs-Angelegenheit wie die Faust aufs Auge. Für den Blog schon jetzt das Wort des Jahres. Schauen wir mal, welche Kunde uns noch aus Koblenz erreichen wird. Wobei, sind Informationen eher über Umwege von internen Maulwürfen vom SWR zu erwarten, denn die Informationspolitik der Rhein-Zeitung basiert ja auf Schweigen. NOCH!