Liste SPD Kirn

Der letzte Satz von Jörg Schallmo lässt aufhorchen: „Wir wollen gemeinsam in die Zukunft schauen und uns transparent den Bürgern in unserer Arbeit darstellen“, und er fügte hinzu: „Das war in der Vergangenheit nicht der Fall.“ Mit anderen Worten, die SPD in Kirn hat bisher Politik im stillen Kämmerlein betrieben und demzufolge nicht oder nur unzureichend die Bürger aufgeklärt. Ein mutiges Eingeständnis, aber auch ein Armutszeugnis. Vor allem aber eine schallende Ohrfeige an die Adresse der SPD-Grand­sei­g­neurs , die gesessen haben dürfte. Dem agilen Vorsitzenden hätte vielleicht schon viel früher die Hand ausrutschen sollen, musste er sich doch mit Beginn seiner Amtszeit immer wieder mit alten Zöpfen, alten Seilschaften und alten Ansichten in den eigenen Reihen herumplagen.

Kann er die SPD in ein neues Zeitalter führen? Man möchte es ihm glauben, weil er als Typ über alle Zweifel erhaben ist. Er ist bodenständig, ehrlich und bürgernah – das passt. Kurzum, Schallmo verkörpert den typischen Basis-SPD-Vertreter, eine Spezies, die heutzutage selten geworden sind. Auf Listenplatz eins gesetzt, dürften ihm erneut die meisten Stimmen am 26. Mai zufallen. Die Liste an sich scheint auf den ersten Blick ausgewogen zu sein. Inwieweit die SPD ihre Vormachtstellung im Stadtrat wird behaupten können, darf allerdings bezweifelt werden.

Die Konkurrenz weiß nämlich um die grundsätzlich schwächelnde Volkspartei. Vieles wird darauf ankommen, wie sich das SPD-Team im Wahlkampf in Szene wird setzen können. Beim Thema Straßenausbaubeiträge bewegt sich das Land nicht. Das werden die Genossen an der Basis zu spüren bekommen. Wie sehr wird darauf ankommen, inwieweit die anderen Fraktionen in dieser Wunde bohren.  Blog-Prognose: Die SPD wird Verluste einstecken müssen und Mandate einbüßen.