Lernen mit dem Monster-Wall zu leben

Was tut sich in Sachen Monster-Wall? Zwar dringen von Behördenseite noch keine neuen Informationen nach Außen, aber inoffiziell sind die Würfel wohl gefallen. Die Betroffenen haben demnach wohl gelost. Aber sowas von! Durchgesickert ist die Rechtmäßigkeit der massiven Aufschüttung. Es sei gegen keine Vorgaben verstoßen worden. Im Gegenteil: Der Wall hätte sogar noch höher ausfallen können. Finde den Fehler? Müssen die leidgeprüften „Hangfuß-Bewohner“ jetzt auch noch dankbar dafür sein, dass der Hang nur in XXL-Format hinter ihren Häusern in die Höhe schnellte? Gemäß Vorschrift hätte es augenscheinlich ja auch einer in der Größenordnung XXXXL sein können.

Geht’s noch? Provokativ gefragt, haben Behörden denn überhaupt keine Skrupel, wenn es um das Wohl von Investoren geht? Haben die alteingesessenen Eigenheimbesitzer keine Lobby, keine Fürsprecher? Welche Rolle spielt die Bauaufsicht? Genehmigt die am Wohl der Anwohner vorbei? Welche Rolle spielt der Bürgermeister, welche der Stadtrat und warum hat man nicht im Vorfeld die Hausbesitzer im Zuge einer Einwohnerversammlung über den Wall informiert? Wäre eine Auflärung nicht ein Gebot der Fairness gewesen? Der Monster-Wall ist jedenfalls Paradebeispiel dafür, dass Recht und Gerechtigkeit in unserer heutigen Gesellschaft bisweilen weit auseinanderklaffen. Dass sich eine solche Böschung wertmindernd auf jede Immobilie auswirkt, ist so klar wie Kloßbrühe. Ganz zu schweigen von der latenten Sturzbachgefahr den Hang hinunter, der sich bei Starkregen schon mehrfach bildete und in die Keller zu fließen drohte.

Dass die Bewohner sich nicht organisieren und Sturm laufen, verstehe wer will. Nur mal angenommen, die heimischen Politgrößen wären Nachbarn Wand an Wand in eben dieser alten Reihenhaus-Siedlung entlang der Bürgermeister-Tschepke-Straße. Ob der Hang dann auch derart in die Höhe geschnellt wäre? Wohl kaum. Jetzt hilft wohl nur der der Spruch „Die Hoffnung stirbt zuletzt“. Die Betroffenen hoffen noch immer auf eine Abmilderung. Wer jedoch an die glaubt, der glaubt auch daran, dass Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen. Sie warten jedenfalls gespannt auf eine finale Erklärung. Die wird nicht kommen. Der Drops ist gelutscht.