Leben hinterm Wall

Beängstigend…

Des einen Freud, des anderen Leid!

„Die Mauer muss weg, die Mauer muss weg“ – der geschichtsträchtige Protestschrei dürfte allen noch in den Ohren klingen. Die Bewohner der Bürgermeister-Tschepke-Straße haben diesen Protest-Slogan neuerdings auch auf den Lippen. Zugegeben, hinter ihren Häusern hat sich keine Mauer aufgebaut, vielmehr ein meterhoher Erdwall. Das Ergebnis ist jedoch dasselbe. Die Menschen hier leben jetzt gefühlt hinter einem monströsen verdunkelnden Deich. Nur Schafe könnten hier niemals nicht weiden, vielmehr nur kletternde Bergziegen. „Der Steilhang ist ein gewaltiger Eingriff in Landschaftsbild und Topografie, der in dieser Dimension niemals hätte genehmigt werden dürfen,“ informieren die restlos verärgerten Betroffenen. Fürwahr, der Hang wirkt beängstigend. Er schränkt Optik und Lebensqualität ein. Nicht zu vergessen, ein von den Eigentümern befürchteter Wertverlust ihrer Häuser bei einem Wiederverkauf, der mit jedem Meter höher hinauf spürbarer einhergeht. Wer will schon hinter einer gefühlten Wand leben? Man muss sich ja nur die Bilder anschauen, um feststellen zu können, dass die Anwohner nicht übertreiben.

Und das ist längt nicht ihre einzige Sorge. Bei Starkregen steht zu befürchten, dass der Grund in Richtung ihrer Häuser gespült wird. Dass dies nicht aus der Luft gegriffen ist, beweisen entsprechende Fotos von einem zurückliegenden Unwetter und den Wasseransammlungen danach. Die Ursache für den etwa 300 Meter langen Wall ist die Aufschüttung des Neubaugebietes Kyrburgblick zu einem mehr oder weniger Plateau. Dafür wurde die Topografie verändert, was man ganz deutlich am Übergang zum ersten Haus der Paul-Ehrlich-Straße ableiten kann. Das steht sehr viel tiefer. Der früher flacher, natürlicher und harmonischer verlaufende Hang wurde sozusagen in bebaubarer Breite auf Straßenniveau angehoben, und dies, entgegen des ursprünglichen Geländeverlaufs. Gut für kommende Bauinteressenten, schlecht für die alteingesessenen Hausbesitzer darunter. Die logische Folge, ein meterhoher Wall am Ende der Grundstücke, der minimal abgeböscht nahezu senkrecht hinter der Häuserzeile Bürgermeister-Tschepke-Straße endet. Die Betroffenen sind stinksauer. Sie wollen die Maßnahme nunmehr auf Rechtmäßigkeit überprüfen lassen. Würde nach gesundem Menschenverstand geurteilt, hätten die gute Chancen mit ihrem Protest erfolgreich zu sein. Der Blog bleibt auf alle Fälle am Ball.   

Versatz von alt zu neu. Ein Unterschied in der Höhe ist klar erkennbar. Die geht zu Lasten der Bewohner Bürgermeister-Tschepke-Straße.