Lärmschutz B 41

Neue Fenster wohl nur ein Wunschtraum

Zuwachs des Straßenlärms, dass befürchten alle Anwohner, die von der Höherlegung der neuen Trasse Bundesstraße 41 betroffen sind. Ihnen allen wurde im Vorfeld Schallschutzmaßnahmen versprochen. Diese Zugeständnisse stehen mehr denn je auf wackeligen Füßen. Der Grund: Die zu erwartenden Lärmgrenzwerte würden – wenn überhaupt – nur in den Schlafzimmern der betroffenen Häuser spezielle Fenster rechtfertigen. Zwei, drei Dezibel läge man unter der Grenze, argumentieren die Experten. Früher, beschweren sich die Betroffenen, hätte das noch anders geklungen. Es wäre immer von einem kompletten Austausch ohne Wenn und Aber die Rede gewesen. Der Tiefschlag hat gesessen. Lediglich Lüftungsschlitze, um die Frischluftzufuhr bei geschlossenen Fenstern zu garantieren, stünden den Betroffenen zu. Erste Verlierer der Ortsumgehung kristallisieren sich heraus. Und auch diejenigen, die nicht in den Radius ursprünglicher Ansprüche auf neue Fenster fallen, müssen mit einer Steigerung des Lärmpegels nach der Fertigstellung rechnen.

In einer früheren Anfrage ließ der Landesbetrieb Mobilität (LBM) wissen: der Straßenbaulastträger ist, wie im Falle der Ortsumgehung Hochstetten-Dhaun, bei Neubau oder wesentlichen Änderungen von Straßen im Rahmen der Lärmvorsorge grundsätzlich verpflichtet, durch aktive Lärmschutzmaßnahmen in Form von Lärmschutzwänden oder Lärmschutzwellen dafür zu sorgen, dass die zutreffenden Lärmgrenzwerte (je nach Gebietsnutzung) bei Tag und Nacht eingehalten werden. Wenn dies technisch oder nur mit unangemessenem hohem Aufwand möglich ist, müssen Gebäude mit passiven Schallschutzmaßnahmen, etwa an Fenstern, versehen werden.

Hierbei würden nur Räume geschützt, die den dauernden Aufenthalt (bei Überschreitung des Grenzwertes bei Tag) oder dem Schlafen (Grenzwertüberschreitung bei Nacht) dienen. Soweit Fenster und Umfassungsbauteile bereits ausreichendes Schalldämmmaß aufweisen, seien passive Schutzmaßnahmen entbehrlich. In jedem Einzelfall werde dies durch den Straßenbaulastträger oder einen beauftragten Architekten vor Ort geprüft und der Anspruch auf passive Schallschutzmaßnahmen festgestellt. Soweit passive Schallschutzmaßnahmen notwendig sind, werden die Leistungen durch den Straßenbaulastträger ausgeschrieben. Die Kosten werden im Falle des Neubaus oder den wesentlichen Änderungen vorhandener Straßen zu 100 Prozent übernommen. Hierüber schließt der Straßenbaulastträger mit den Hauseigentümern eine Vereinbarung ab. Grundlage ist das Bundesimmissionsschutzgesetz.

Zeilen in amtsdeutsch, die einen erschlagen und unterm Strich wohl nur eines bedeuten. Der Traum von Ruhe durch entsprechende neue Fenster ist wohl zerplatzt.