Kandidaten Kreistag

So nach und nach werden die Kandidaten-Listen der einzelnen Parteien für den Kreistag vorgestellt. Inwieweit die Wähler diese gehörig durcheinander wirbeln, wird sich zeigen. Sympathie, Bekanntheit und Erfahrung sind sicherlich hilfreich, wenn man ganz nach vorne will. SPD und CDU sprechen von ausgewogenen Vorschlägen. Beide Volksparteien setzen auf eine gesunde Mischung aus Erfahrung und Nachwuchs. Wer sind die Vertreter aus dem Kirner-Land? Werden die sich gegen ihre Konkurrenten aus dem Kreuznacher Raum behaupten können? Der Blog nennt Kandidaten und Erfolgsaussichten.

Zunächst die SPD: Am weitesten nach vorne hat es Lena Müller geschafft. Platz sechs ist schon sehr beachtlich für die bisher eher unscheinbare stellvertretende Vorsitzende des Kreisverbandes. Das SPD-Gen hat sie wohl von ihrem Vater, VG-Beauftragter, Werner Müller, geerbt. Vielleicht hat sie ihre Platzierung auch seinem Einfluss zu verdanken? Gleiches gilt auch für Judith Schindler, der Tochter von SPD-Urgestein Peter-Wilhelm Dröscher auf Platz zehn. Können sich beide von den Alpha-Tieren freischwimmen, sozusagen eigene Persönlichkeiten entwickeln, infolgedessen aus den väterlichen Fußstapfen heraustreten? Ausgang ungewiss!

Und wenn dank Protegé es der eigene Nachwuchs schon unter die Top-Ten geschafft hat, wäre es da nicht an der Zeit gewesen, selbst Servus zu sagen? Die Zeit scheint überreif zu sein. Chance vertan. Sei’s drum, so präsentieren sich Müller (Platz 13) und Dröscher (Platz 37) noch immer als sich an die Macht klammernde hyperaktive Platzhirsche im absolut politischen Dämmerlicht, die sich sogar aufgrund ihres Bekanntheitsgrades noch gute Chancen ausrechnen dürfen, die Kreistags-Hürde erneut zu nehmen.

Verkehrte Welt! Ob auf großer oder kleiner Politikbühne, ehemalige Sitzenpolitiker verpassen regelmäßig den richtigen Absprung zum Rückzug. Meist verbeißen sich sich sogar noch auf die hinteren Plätze und nehmen somit den Jüngeren ihre Entfaltungsmöglichkeit. Insgeheim wollen sie ja noch gewählt werden. Leider! Prognose: Die „Väter-Töchter-Vierer-Fahrgemeinschaft“ zu zukünftigen Sitzungen scheint keine Utopie zu sein.

Noch auf der Liste sind Oliver Kohl (Platz 15) und Jörg Schallmo (Platz 23). Letzterer dümpelt demnach nur im breiten Mittelfeld, wobei er weiter vorne in der Offensive wesentlich besser platziert gewesen wäre. Die Kirner-Land-Mannschaft komplettieren Werner Speh (Platz 29) und Silke Kriegel (Platz 34). Beide dürften ebenso aussichtslos an den Start gehen und mehr als Lückenfüller gelten, wie Serhat Kaya (Platz 44) und Hans Helmut Döbell (Platz 46). Überraschungen sind allerdings nicht ausgeschlossen, zumal zumindest Speh in der Wähler-Beleibtheitsskala ziemleich weit oben rangiert. Juso-Vertreter Christoph Gerber (Platz 19) wohnt und arbeitet im Kirner Raum. Der Nachwuchspolitiker hat gute Außenseiterchancen auf einen Sitz im Kreistag.

Angesichts der Listenzusammenstellung ist eine Prognose für das Abschneiden der Kandidaten aus dem Kirner-Land schwer. Blog-Tipp: Minimum einen Platz wird man einbüßen. Bisher hatte man fünf Mitglieder. Sollte jedoch diese alte Stärke gehalten werden können, wäre es ein Erfolg.

Die CDU-Platzierungen sind schnell erklärt. Ein Blick in die Liste verrät, dass Kirn-Land eher zu einer Randerscheinung verkümmert. Lediglich Claus Tressel (Platz 11) rangiert in aussichtsreicher Position. Dann kommt lange nichts, ehe mit Gerhard Härter (Platz 23) erneut ein Vertreter auf der Liste auftaucht. Christa Hermes (Platz 34) und Eberhard Färber (Platz 45) komplettieren das 50er-Feld. Lediglich vier Bewerber aus dem Großraum Kirn spiegelt allerdings die Wirklichkeit wieder. Die CDU-Kapelle spielt nun einmal nur im Raum Bad Kreuznach lautstark. Westwärts fehlt es vor allem an Nachwuchs.

Prognose: Claus Tressel wird es, nicht zuletzt Dank des guten Listenplatzes und einem nahezu Alleinstellungsmerkmal im Kirner Gebiet, in den Kreistag schaffen.